Affenforschung

07. Februar 2011 15:57; Akt: 07.02.2011 16:58 Print

Dialekt verrät die Heimat von Gibbons

Gibbons singen, um ihr Revier zu markieren oder einen Partner zu finden. Und dies tun die Menschenaffen je nach Region mit einem anderen «Akzent».

Zum Thema
Fehler gesehen?

Dass Gibbons in unterschiedlichen Dialekten singen, haben deutsche Forscher bei einer Analyse der Menschenaffengesänge festgestellt, wie sie im Fachmagazin «BMC Evolutionary Biology» berichten.

«Jeder Gibbon hat seinen eigenen Gesang, aber - ganz wie bei Menschen - gibt es regionale Ähnlichkeiten zwischen Gibbons in derselben Gegend», erläuterte Van Ngoc Thinh vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen, das Gesänge und genetische Vielfalt bei insgesamt 19 Populationen aller 6 Arten von Schopfgibbons untersucht.

Schopfgibbons (Gattung Nomascus) gehören zu den Kleinen Menschenaffen. Sie werden etwa 65 Zentimeter gross und sechs Kilo schwer. Sie tragen einen (namengebenden) Haarschopf und haben keinen Schwanz. Die Tiere leben in dichten Regenwäldern in China, Laos, Kambodscha und Vietnam.

Pärchen singen Duette

Sie kommunizieren über Gesänge, die akustisch optimal der Regenwaldumgebung angepasst sind. Sowohl Männchen als auch Weibchen singen, um ihr Revier zu markieren und um Partner zu finden. Pärchen singen sogar Duette, um ihre Bindung zu festigen.

Die Wissenschaftler analysierten 400 Gesangsproben anhand von 53 akustischen Parametern und verglichen sie mit der Herkunft sowie mit Mutationen in einem bestimmten Gen der Affen, das die Bauanleitung für ein zentrales, elektronentransportierendes Protein enthält.

Die vier ähnlichsten Gesänge stammten von den benachbarten Gibbonarten im Süden des Untersuchungsgebietes, die auch die grösste genetische Übereinstimmung aufwiesen. Mit den nördlicheren Populationen waren die Übereinstimmungen geringer. Das unterstützt laut den Forschern auch die Annahme, dass sich die Gibbons von Norden nach Süden ausgebreitet haben.

(sda)