Himalaja

22. August 2019 16:40; Akt: 22.08.2019 16:40 Print

Die Toten vom Skelettsee geben neue Rätsel auf

Hunderte Skelette liegen am Ufer eines indischen Bergsees. Eine neue Studie gibt überraschende Antworten.

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Hoch im indischen Himalaja befindet sich der nur 40 Meter grosse Roopkund-See. Das Gewässer hat ein dunkles Geheimnis. An seinen Ufern liegen Hunderte alte Menschenskelette.

Die Skelette wurden im Jahr 1942 von einem Waldarbeiter entdeckt. Seither hat das Rätsel im indischen Bundesstaat Uttarakhand zahlreiche Forscher beschäftigt. Archäologen kamen zum Schluss, dass die toten Reisende waren, die durch einen Hagelsturm tödlich verwundet wurden.

Tote stammen aus dem Mittelmeerraum

Im Zweiten Weltkrieg befürchteten die Briten, es könnte sich um japanische Soldaten handeln, die eine Invasion geplant hatten.
Ebenfalls ein Thema war eine lokale Sage: Ein König und seine Gemahlin erzürnten die Berggöttin Nanda Devi – mit tödlichen Konsequenzen für die ganze Gefolgschaft.

Der Skelett-See

Neue DNA-Analysen zeigen allerdings: Die Menschen starben nicht bei einem einmaligen Ereignis. Stattdessen liegen bis zu tausend Jahre zwischen ihnen. Die Forschungsergebnisse der Universität Harvard und dem Forschungszentrum von Hyderabad stellen klar: Eine Gruppe dieser Toten stammte aus dem Mittelmeerraum – Tausende Kilometer vom See entfernt.

Todesursache bleibt unklar

David Reich von der Harvard-Universität sagt: «Es stellt sich unweigerlich die Frage, wie Migranten aus dem östlichen Mittelmeerraum mit einem sehr untypischen Abstammungsprofil für diese Region hierher gelangten und an diesem Ort verstarben.» Der Forschungsleiter weiter: «Diese Ergebnisse demonstrieren, dass die Skelette von Roopkund-See bei mindestens zwei getrennten Ereignissen gestorben sein müssen.»

Weiterhin unklar ist die Todesursache der über 600 Menschen. Die Forscher geben allerdings nicht auf. In ihrer Studie ist zu lesen: «Was die Menschen letztendlich hierherführte und wie sie zu Tode kamen, bleibt bislang unklar. Wir hoffen, dass dieser ersten Untersuchung viele weitere folgen werden, um diese Fragen zu klären.»

(fss)