Fakten zur Air Force One

21. Januar 2020 04:42; Akt: 21.01.2020 04:42 Print

Trumps Präsidenten-Jet unter der Lupe

Am Dienstag landet Donald Trump mit der Air Force One in Zürich. Doch was hat es mit dem legendären Namen und der dazu gehörenden Maschine auf sich?

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Seit über 25 Jahren das bevorzugte Transportmittel für US-Präsidenten. Die VC-25A, die das Rufzeichen Air Force One trägt, wenn der Präsident an Bord ist. Bild: Eine VC-25A mit Donald Trump an Bord landet am 25. Januar 2018 in Zürich. Der Präsidentenjet ist in zwei identischen Exemplaren vorhanden. Es handelt sich dabei um militärische Versionen der zivilen Boeing 747-200B. Auf dem Bild: die beiden Jets am 23. Oktober 2003 in Honolulu. In einem davon befindet sich der damalige Präsident George W. Bush. Die VC-25A ist eine fliegende Kommandozentrale, von wo aus der US-Präsident das Land regieren und (Atom-)Krieg führen kann. Bild: Präsident Donald Trump in seinem fliegenden Büro mit seinem damaligen Stabschef Reince Priebus am 26. Januar 2017. Es gibt Platz für 76 Passagiere und 26 Crew-Mitglieder. Bild: Präsident Barack Obama trifft sich mit seinem Stab am 3. April 2009 zwischen Grossbritannien und Strassburg. So komfortabel schlafen der Präsident und die First Lady an Bord der VC-25A. Bild: Das Schlafzimmer an Bord der Air Force One Experience, eines exakten Nachbaus einer präsidentiellen VC-25A. Der Besprechungsraum der VC-25A. Bild: Nachbau in der Air Force One Experience. Der Replica-Jet steht zurzeit auf dem Quonset State Airport in North Kingstown, Rhode Island und soll später permanent in Washington D.C. ausgestellt werden. Oft wird der Präsident von einem Journalistentross begleitet. Die Zeit an Bord wird gerne für Pressekonferenzen und Interviews genutzt. Bild: Präsident Donald Trump spricht mit Reportern an Bord einer VC-25A auf dem Weg nach Palm Beach, Florida, am 6. April 2017. Die heutigen Maschinen wurden von Präsident Ronald Reagan in Auftrag gegeben. Bild: Reagan mit der Crew im Cockpit einer früheren Air Force One am 16. März 1982. Die Maschinen sind inzwischen in die Jahre gekommen. Die letzte Passagiermaschine der zivilen Version 747-200B wurde bereits 2016 aus dem Verkehr gezogen. Bild: die beiden Jets auf der Andrews Air Force Base bei Washington D.C. am 19. Mai 2017. Präsident Trump sitzt in einem der Jets für seine erste Überseereise. Damit der Präsident auch im Kriegsfall handlungsfähig bleibt, können die VC-25 A in der Luft betankt werden und so sehr lange in der Luft bleiben. Im Bild: eine ebenfalls auf der 747-200B basierende Boeing E-4B Nightwatch, einer von vier fliegenden Kommandoposten für Krisenfälle. Auch von einer E-4B aus könnte der Präsident problemlos einen Krieg führen. In diesem Fall wäre dann dieses Flugzeug die Air Force One. Boeing hat 2017 den Auftrag erhalten, die nächste Generation der US-Präsidentenjets zu liefern. Die neuen Jets werden auf der Grundlage des neueren Modells 747-8 gebaut. Bild: So könnten die neuen Präsidenten-Jets aussehen. Geht es nach Donald Trump, erhalten die neuen Jets allerdings ein neues Farbkleid. Ein Entscheid ist noch nicht gefallen. Der neue Präsidentenjet ist grösser. Gemäss Boeing übertrifft die neue Flügelspannweite die der heutigen Air Force One um 8,8 Meter. Mit einer Länge von über 76 Metern ist die 747-8 das längste kommerzielle Flugzeug der Welt. Fliegt der Präsident im Flugzeug, muss es nicht immer eine VC-25A sein. Für kürzere Trips steht dem Präsidenten zum Beispiel eine C-32 zur Verfügung. Bild: Donald Trump besteigt am 3. August 2017 ein Flugzeug dieses Typs. Insgesamt betreibt die Special Air Mission der US-Luftwaffe acht C-32, die auf der zivilen Boeing 757 basieren. Das Flugzeug wird auch vom Vizepräsidenten (Air Force Two), der First Lady oder dem Aussenminister verwendet. Ein Blick zurück: Das erste Präsidentenflugzeug war eine Boeing 314 Clipper, auch fliegendes Hotel genannt. In ihr flog Präsident Franklin D. Roosevelt. Präsident Harry Truman flog in der Independence, einer umgebauten McDonnell DC-6 mit der militärischen Typenbezeichnung VC-118. Eine Lockheed VC-121E Super Constellation, genannt Columbine III: Die Maschine von Präsident Dwight D. Eisenhower. Die Präsidenten Dwight D. Eisenhower, John F. Kennedy, Lyndon B. Johnson und Richard Nixon flogen mit einer VC-137A, die auf der Boeing 707 basiert. Bild: Kennedy kommt am 23. März 1962 in Alameda, Kalifornien, an. Ein ähnliches Modell mit der Typennummer VC-137C, genannt Stratoliner, wurde von den Präsidenten Gerald Ford, Jimmy Carter, Ronald Reagan und George H. W. Bush verwendet. Bild: die Air Force One 1987 auf dem Flughafen Marco Polo bei Venedig. Historischer Moment an Bord der Air Force One: Lyndon B. Johnson wird am 22. November 1963 nach der Ermordung John F. Kennedys als Präsident vereidigt.

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Warum der Name Air Force One?
Air Force One ist nicht der Name des Flugzeuges, sondern das Rufzeichen für jedes Flugzeug der US-Luftwaffe, in dem ein amerikanischer Präsident fliegt. Fliegt er mit einem Helikopter des Marine Corps, trägt dieser das Rufzeichen «Marine One». Ein Flugzeug der US-Kriegsmarine mit dem Präsidenten an Bord heisst entsprechend Navy One.

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Welches Flugzeug nutzt der Präsident für seine Reisen?
In den meisten Fällen reist der Präsident an Bord einer von zwei Boeing VC-25A. Dabei handelt es sich um eine militärische Version der der zivilen 747-200B, die von 1970 bis 1991 gebaut wurde. Für kürzere Trips oder falls der Zielflughafen die Landung eines Jumbo-Jets nicht zulässt, kann der Präsident auf eine von acht Boeing C-32 zurückgreifen. Dabei handelt es sich um die militärische Version der zivilen Boeing 757. Die wichtigsten Nutzer der C-32 sind der Vizepräsident, die First Lady und der Aussenminister. Ist der Vizepräsident an Bord, lautet das Rufzeichen «Air Force Two»

Welche Besonderheiten haben die VC-25A?
Wichtig ist die Möglichkeit, in der Luft betankt zu werden. Damit können die Air-Force-One-Maschinen praktisch unbeschränkt lange in der Luft bleiben, was im Fall eines Krieges wichtig sein könnte. Aus demselben Grund sind die Maschinen gegen die starken elektromagnetischen Impulse geschützt, die Atombomben auslösen können. Sie verfügen auch über Einrichtungen zur Abwehr feindlicher Lenkwaffen, nicht aber über Angriffswaffen. Zudem kann der Präsident vom Flugzeug aus sicher kommunizieren, so als sei er in einer Kommandozentrale am oder unter dem Boden.

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Warum gibt es zwei der teuren Flugzeuge?
Reist der Präsident mit der VC-25A, ist das zweite Exemplar nie weit entfernt. Sollte die erste Maschine einen Defekt haben, ist die Weiterreise des Präsidenten so jederzeit gewährleistet. Bis auf die Nummer am Heck sind die Maschinen identisch. Ist der Präsident mit Marine One unterwegs, wird er jederzeit von zusätzlichen Helikoptern begleitet. Die Air Force One wird kaum je von Kampfflugzeugen eskortiert.

Welchen Komfort bietet die Air Force One?
Die Maschinen bieten Platz für 76 Passagiere und 26 Crew-Mitglieder. Sie haben einen Konferenz- und Esssaal, Büros für den Präsidenten und seinen Stab, die präsidialen Privatquartiere inklusive Betten für ihn und die First Lady, Sitz- und Arbeitsbereiche für die Presse und andere Fluggäste. Ein Büro lässt sich auch als voll ausgerüsteter medizinischer Operationssaal einsetzen. In zwei Küchen können bis zu 100 Mahlzeiten gekocht werden, wobei Esswaren in einem zimmergrossen Kühlschrank mitgeführt werden. Eingekauft werden die Esswaren durch die Crew in zufällig ausgewählten Supermärkten in der Region Washington D.C.


Fakten zur VC-25A. (Video: USAF)

Müssen die Flugzeuge irgendwann ersetzt werden?
Ja, die Jumbos wurden von Präsident Ronald Reagan in Auftrag gegeben und von seinem Nachfolger George H. W. Bush ab 1990 benutzt. Die Flugzeuge nähern sich ihrem maximalen Dienstalter von 30 Jahren. Da die 747-200 seit 1991 nicht mehr hergestellt wird, ist die Wartung schwierig geworden. Bereits mussten Ersatzteile auf einem Flugzeugfriedhof in der Wüste von Arizona gesucht werden. Die letzte Passagiermaschine des Typs 747-200B wurde 2016 von Iran Air ausser Dienst gestellt.

Wodurch werden sie ersetzt?
Die beiden VC-25A werden durch zwei umgebaute Boeing 747-8 ersetzt, die dann die Bezeichnung VC-25B tragen werden. Die beiden zivilen Maschinen existieren bereits. Sie wurden einst von der russischen Fluggesellschaft Transaero bestellt, die 2015 in Konkurs ging, und nie ausgeliefert. Nach ihrer Fertigstellung und ersten Flugtests wurden sie auf einem Lagerplatz in Victorville, Kalifornien, abgestellt.

Wie unterscheidet sich die neue von der alten Boeing?
Die Boeing 747-8 hat eine um 1800 Kilometer grössere Reichweite als die 747-200 und fliegt 14'400 Kilometer weit. Die VC-25B ist aufgrund ihrer Zusatzausstattung allerdings deutlich schwerer als die zivile Version, wodurch ihre Reichweite nur knapp 11'000 Kilometer betragen soll, wie einem Bericht des US-Verteidigungsministeriums vom Juni 2019 zu entnehmen ist. Sie bietet Platz für 71 Passagiere, was der Kapazität der VC-25A entspricht. Ursprünglich sollten im neuen Jet 87 Passagiere Platz finden. Die neuen Jets werden zudem über neue Kommunikations- und Selbstverteidigungssysteme verfügen. Hier verrät das Pentagon allerdings keine Details.

Wie sehen die Flugzeuge aus?
Während auf der Boeing-Website die neuen Präsidentenmaschinen in der gewohnten Farbgebung dargestellt werden, will ihnen Donald Trump ein komplett neues Farbkleid verpassen. Dieses präsentierte er im Juni 2019 unter anderem beim Besuch des kanadischen Premierministers Justin Trudeau im Weissen Haus. Bei einem gemeinsamen Fototermin zeigte er ein Modell des neuen Jets, das eine Bemalung in Rot, Weiss und Blau aufwies, den Farben der US-Flagge. Ein Entscheid über die neue Farbgebung soll aber erst 2021 gefällt werden.


Trumps Vorschlag für das neue Farbkleid der Präsidentenmaschine. (Bild: Alex Wong/Getty)

Wie viel werden die Jets kosten?
3,9 Milliarden Dollar sagt Trump. Auf diesen Preis habe er Boeing gedrückt und damit nach eigenen Angaben 1,6 Milliarden Dollar Steuergelder gespart. Die Preisreduktion kam durch den Verzicht auf verschiedene Ausstattungsmerkmale zustande. So sollen die neuen Jets beispielsweise nicht in der Luft betankt werden können. Das hat Auswirkungen auf die Dauer, wie lange der Präsident im Notfall in der Luft bleiben kann, ohne landen zu müssen. Inzwischen geht das Pentagon davon aus, dass die beiden neuen Jets schlussendlich wohl mindestens 4,7 Milliarden Dollar kosten dürften. Inklusive der neu benötigten Infrastruktur sollen sogar 5,2 Milliarden Dollar fällig werden.

Wann wird das Flugzeugpaar ausgeliefert?
Da die zivilen Maschinen von Grund auf umgebaut und mit der nötigen Technik bestückt werden müssen, ist mit einer Indienststellung nicht vor September 2024 zu rechnen.

Eine frühere Version dieses Artikels war im Januar 2018 erschienen.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz Tanner am 21.01.2020 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder

    Alle Jahre wieder. Ihr könnt einfach den Bericht vom letzten Jahr aus dem Archiv holen und wieder veröffentlichen. Wirklich Top!

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  • Roman Camenisch am 21.01.2020 06:20 Report Diesen Beitrag melden

    Günstiges Flugi

    Die neue Airforce One kostet also etwa ähnlich viel wie der Upgrade der gesamten CH-Luftwaffe.

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  • Gratuliere Donald am 21.01.2020 05:07 Report Diesen Beitrag melden

    Du hast Geschmack

    Donalds Bemalungsvorschlag (so er denn von Donald stammt oder er Inputs gegeben hat) ist viel schöner als das alte wolkenblau.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • suli am 21.01.2020 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    Sehr cool aber interessiert mich überhaupt nicht. Heute freue ich mich über meine besiegte zahnarztangst und meine schönen neuen zähne...muss doch auch mal gesagt werden. Ich bin happy:-))))

  • Jumbo Jet am 21.01.2020 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jumbo

    Für mich der schönste Riese der Lüfte! Aber Air Force One=Nein. Der richtige und einzige ist: Ed Force One.

  • W. A. am 21.01.2020 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Party

    Ich finde für diese Party sollten ein bisschen Anspruchsvollere Kommentare kommen. Bin leider weder grün noch ein Kapitalist.

  • Bese am 21.01.2020 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katastrofal

    Ich hörte gerade Trump rede. Kann man nicht lange ertragen. Ich ich oder wir wir. Scheusslich.

    • Martial2 am 22.01.2020 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bese

      Was kann man schon von Trump erwarten, dass er alle lobt und sagt von sich; "ich bin nur ein kleiner Fisch"? Nein, er ist der Beste, der Grösste, nach ihm gibt's sehr lange nichts mehr!

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  • One of the dirty dozen am 21.01.2020 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Platz

    Trump wird kaum Platz nehmen in den neuen Flugzeugen, weil er im 2024 dann bereits abgesetzt oder nicht mehr gewählt ist

    • Spaniel am 21.01.2020 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @One of the dirty dozen

      Wetten der wird wieder gewählt ?

    • Bese am 21.01.2020 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Spaniel

      Es sieht so aus,dass du die amis gut kennst. Ich würde mit dir auch nicht wetten!

    • Martial2 am 22.01.2020 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @One of the dirty dozen

      Schön wär's... Träumen kann man immer!

    • Martial2 am 22.01.2020 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Spaniel

      Wenn man die Stärke der Republikaner kennt. JA, leider wird er wieder gewählt!

    • Martial2 am 22.01.2020 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bese

      Informieren Sie sich bitte, und lesen Sie genau die Berichten über Republikaner...

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