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20. Mai 2012 23:52; Akt: 20.05.2012 23:52 Print

Die Erde gestochen bunt

Der russische Wettersatellit «Elektro-L» schiesst mit einer hochauflösenden Kamera die bisher schärfsten Bilder unseres Planeten – und bringt auch noch frische Farbe ins Spiel.

Die nördliche Hemisphäre in Aktion. Quelle: YouTube/yesterday2221
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«Elektro-L» ist quasi ein Neuer in unserem Orbit: Der russische Wettersatellit ist erst seit Januar 2011 im All und nach «Meteor-M-1» erst der zweite Weltraum-Wetterfrosch aus Moskau, der funktioniert. «Elektro-L» steht für Russlands Bestreben nach Unabhängigkeit: Bis dato musste auf Daten der Amerikaner und Europäer zurückgegriffen werden. Der Satellit fliegt in einem geostationären Orbit zwischen 35 000 und 40 000 Kilometer Höhe um die Erde und macht alle 30 Minuten ein Foto. Seine Kamera hat eine Auflösung von 121 Megapixel. Zum Vergleich: Das «iPhone 4S» macht acht Megapixel «scharfe» Bilder.

Die Fotos von «Elektro-L» werden in drei sichtbaren Wellenlängen (rot, grün und blau) und Infrarotbereich erstellt. Ein Pixel entspricht einem Kilometer Länge im sichtbaren Wellenbereich und vier Kilometern im Infrarot-bereich: Ein genaueres, ganzheitlicheres Foto der Erde gibt es bis dato nicht. Ein Video zeigt russische Schnappschüsse von sechs aufeinanderfolgenden Tagen: Das Infrarotlicht wird in dem Clip orange dargestellt: An diesen Stellen ist besonders viel Vegetation. Das Licht der Sonne und von anderen Sternen wurde abgedunkelt, um die Linse der Kamera nicht zu zerstören.


Die nördliche Halbkugel auf einen Blick. Quelle. YouTube/yesterday2221


Wolken nähern sich Italien. Quelle: YouTube/yesterday2221


Der Himmel über der Türkei. Quelle. YouTube/yesterday2221

(phi)