Klimaforschung

15. März 2011 11:59; Akt: 15.03.2011 11:59 Print

Die Ozonschicht verabschiedet sich

Die Ozonschicht über der Arktis wird rasant dünner. Da die entsprechenden Luftmassen südwärts driften, ist auch in Europa mit höheren Belastungen durch UV-Strahlen zu rechnen.

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Es empfiehlt sich je länger, je mehr, an schönen Tagen nur mit Sonnencreme auf der Haut ins Freie zu gehen. (Bild: Colourbox.com)

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In diesem Winter sei über der Arktis etwa ein Drittel des Ozons in der gesamten Atmosphäre zerstört worden, sagte der Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven am Montag. Die Ozonschicht schützt die Erde vor ultravioletten Strahlen der Sonne.

Das könne auch über Deutschland zu einer höheren Belastung durch ultraviolette Strahlen führen. «Deswegen sollte man im Frühjahr auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten», rät Rex. Der Ozon-Abbau über der Arktis hat laut Rex Anfang Februar begonnen und wird noch etwa zwei Wochen andauern.

Rekordschwund

Ein vergleichbares Phänomen sei in den vergangenen Jahren zwar mehrfach beobachtet worden, habe aber noch nie ein Ausmass wie jetzt erreicht. Auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erwartet in den kommenden Wochen einen Rekord-Ozonschwund, ausgelöst durch einen stabilen Polarwirbel in der Atmosphäre über dem Nordpol.

Auslöser für das Schwinden der Ozon-Schicht sind Abbauprodukte von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), die sich in Verbindung mit grosser Kälte zu ozonzerstörenden Substanzen entwickeln. In der Ozon- Schicht über der Arktis herrschen zur Zeit ungewöhnlich tiefe Temperaturen vor.

Langlebige Chemikalien

FCKW sind seit mehr als 20 Jahren weltweit verboten. Der Abbau der als Treibgas und Kühlmittel eingesetzten Chemikalien in der Atmosphäre dauert allerdings Jahrzehnte. Langfristig, ab der zweiten Jahrhunderthälfte, werde sich die Ozonschicht erholen, sagte Rex.

Der Abbau in der Arktis sei aktuell stärker als die Veränderungen in der Antarktis, wo sie bereits zu einem grossen Ozon-Loch in der Atmosphäre geführt haben. Weil der Ozongehalt über der Arktis höher sei als über Antarktis, könne man im Norden noch nicht von einem Loch sprechen.

(sda)