Über 600 Jahre alt

02. November 2014 19:10; Akt: 02.11.2014 19:10 Print

Die Quarantäne wurde in Ragusa erfunden

von Fee Riebeling - Aus Angst vor Ebola schickt Nordkorea alle einreisenden Ausländer erst einmal in Quarantäne. Neu ist die Idee der befristeten Isolierung nicht.

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Schon vor über 600 Jahren sollte die Quarantäne vor der Ausbreitung von Seuchen bewahren. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Noch immer ist die aktuelle Ebola-Epidemie nicht unter Kontrolle. Seit Jahresbeginn haben sich in Westafrika mehr als 10‘000 Menschen mit Ebola angesteckt, fast 5000 starben daran. Zwar wird weltweit nach entsprechenden Gegenmitteln und Impfstoffen geforscht, aber die Angst vor einer weiteren Ausbreitung besteht weiterhin.

Das führt mitunter zu übertriebenen Reaktionen: So stellt Nordkorea aus Furcht vor dem Virus alle ankommenden Ausländer drei Wochen lang unter Quarantäne – und zwar unabhängig von ihrem Herkunftsland, wie es in einer Erklärung heisst, die in Pjönjang an Botschaften verteilt wurde.

Jahrhundertealte Tradition

So rigoros diese Sicherheitsmassnahme auch klingen mag, neu ist sie nicht. Erstmals eingesetzt wurde sie im 14. Jahrhundert in Europa, als die Pest um sich griff: Um ihre Stadt vor der tödlichen Seuche zu schützen, beschloss die Regierung der Hafenstadt Ragusa (heute Dubrovnik) im Jahr 1377 alle verdächtigen Kranken separat unterzubringen.

Damals legte man die Isolierung zunächst auf 30 Tage fest, verlängerte sie aber später um zehn Tage, weil man zur Erkenntnis gelangte, dass eine akute Krankheit 40 Tage dauere. Die Anzahl der Tage (ital. quaranta) wurde schliesslich Namensgeber für den Begriff Quarantäne.

Als solche bezeichnet man heute allgemein die Massnahmen gegen eine Einschleppung von Menschen- und Tierseuchen wie die Isolation, die genaue Beobachtung sowie eine mögliche Impfung und Desinfektion der Patienten, die unter Verdacht stehen, Seuchen auslösende Erreger in sich zu tragen. Die Zeit der Absonderung ist dabei nicht mehr an vierzig Tage gebunden, sondern hängt von der jeweiligen Krankheit ab.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H. Manser am 02.11.2014 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Quarantäne obligatorisch

    Quarantäne finde ich richtig, wenn jemand aus den Ländern von Westafrika kommt. Wenn man das Risko einer Ansteckung in Kauf nimmt, sollte man auch so fair sein, eine Quarantäne von den besagten 21Tage bei Ebola in Kauf zu nehmen.

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  • Drajl am 02.11.2014 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    true

    hab ich auch gedacht...blöde nur wenn man bloss 2 wochen gebucht hat ;)

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  • Hans am 02.11.2014 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Die Seuche wütet schon mehr als 180 Tage

    Will die sogn. Intelligenzia die Seuche wirklich unter Kontrolle bringen, oder möchte diese ihre Quarantäne Stationen in den Spitälern schulen für den Ernstfall? Ich frage mich schon lange warum dies nicht in den Herkunftsländern gemacht wird. Hätte man sofort dies dort eingeführt wäre die Seuche schon lange unter Kontrolle und nicht schon in X Ländern. Hilfe vor Ort ist viel wirksamer, Rückreise nur nach einer Quarantäne von 50 Tagen, und dies vor Ort Bitte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • E.Bola am 03.11.2014 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Gewollte verschleppung

    Früher wurde in Afrika jedes erkrankte Mitglied einer Dorfgemeinschaft ausserhalb des Dorfes in einer Hütte untergebracht.Das Dorf wurde für Fremde abgeriegelt. Nur ausgewählte durften den Erkrankten vor dem Dorf Essen bringen. Starb der Erkrankte, wurde die Hütte inkl. Verstorbenen niedergebrannt. Überlebte er, durfte er zurück in das Dorf. Alles uralt aber hocheffizient.Nicht die Krankheit ist das Problem, sondern unsere unsägliche Ignoranz. Zudem benötigen Regierungen und Pharmakonzerne immer den neusten Virenstamm als Angstmittel, Kriegswaffe, Epidemie-Lösung und somit als Geldmaschine.

  • Müller am 03.11.2014 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Nordkorea ist Vorreiter

    Keine schlechte Lösung, die das rückständige Nordkorea durchführt. Unsere auf schnellen Profit ausgelegte Wirtschaft wird das unter dem Deckmantel Diskriminierung natürlich ablehnen.

  • James am 03.11.2014 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Daumen hoch

    Die einzige richtige Lösung um die Epidemie zu kontrollieren und einzudämmen!!

  • H. Manser am 02.11.2014 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Quarantäne obligatorisch

    Quarantäne finde ich richtig, wenn jemand aus den Ländern von Westafrika kommt. Wenn man das Risko einer Ansteckung in Kauf nimmt, sollte man auch so fair sein, eine Quarantäne von den besagten 21Tage bei Ebola in Kauf zu nehmen.

    • Tyra am 03.11.2014 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ebola

      Genau meine Meinung

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  • Drajl am 02.11.2014 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    true

    hab ich auch gedacht...blöde nur wenn man bloss 2 wochen gebucht hat ;)

    • H. Mazur am 02.11.2014 21:47 Report Diesen Beitrag melden

      Urlaub?

      richtig, aber eigentlich sollte man ja gar keinen Urlaub in verseuchten Gebieten buchen. Und wer Monate in solchenLändern gewesen ist, sind 21 Tage Quarantäne auch nicht so schlimm.

    • James am 03.11.2014 16:54 Report Diesen Beitrag melden

      Artikel gelesen??

      @ H.Mazur JEDER wird in Nordkorea in Quarantäne gesteckt, egal aus welchem Land er kommt!! Das heisst auch Sie, auch wenn Sie dort nur 2 Wochen Urlaub machen wollen!

    • H. Manser am 03.11.2014 21:01 Report Diesen Beitrag melden

      Also nur Südkorea

      @ James, da haben Sie recht, also kein Urlaub in Nord - Korea buchen. Süd - Korea ist auch ganz schön.

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