Das Auto ist out

01. Mai 2013 10:03; Akt: 01.05.2013 11:06 Print

Die Romands steigen auf ÖV um

In den 1990er Jahren war das Auto noch erste Wahl bei den Pendlern der Westschweiz. Das hat sich stark geändert. Immer mehr Menschen nutzen den Zug oder das Velo für den Weg zur Arbeit.

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In den Agglomerationen der Westschweiz steigen Pendler vermehrt vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel um. (Bild: Keystone)

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Wodurch wird die Wahl des Verkehrsmittels bestimmt? Um dies herauszufinden haben Forscher der ETH Lausanne (EPFL) und der Universität Genf die drei Grossagglomerationen Genf, Lausanne und Bern sowie die mittelgrosse Stadt Yverdon-les-Bains (VD) unter die Lupe genommen. Auf der Grundlage einer Umfrage bei 2500 motorisierten Berufstätigen ermittelten sie die wichtigsten Entwicklungen der letzten 15 bis 20 Jahre, wie die EPFL zur Studie schreibt.

Wichtigste Erkenntnis: Vor rund 15 Jahren nahm man vor allem das Auto, hin und wieder den Bus und am Sonntag das Fahrrad. Mittlerweile nutzen immer mehr Berufstätige die Bahn und die städtischen Verkehrsbetriebe für den Weg zur Arbeit und buchen ein Auto für den Sonntag.

Generell stellten die Forscher fest, dass sich die Wahl des Fortbewegungsmittels stark diversifiziert hat. So besitzen heute die meisten ein Abonnement für den öffentlichen Verkehr und ein Zweirad, ob motorisiert oder nicht.

Die Unterschiede zwischen den Agglomerationen sind teilweise allerdings erheblich. In Bern besitzen 81 Prozent der Befragten ein Abo für den öffentlichen Verkehr, während dieser Anteil in Lausanne nur 55 Prozent und in Genf und Yverdon-les-Bains 48 Prozent beträgt.

Image des öffentlichen Verkehrs verbessert

Das geänderte Verhalten lässt sich einerseits mit der allgemeinen Verkehrszunahme, einem beschränkten Parkplatzangebot und einem verbesserten Angebot im öffentlichen Verkehr erklären.

Auf der anderen Seite hängt der Wandel laut der Studie auch damit zusammen, dass sich die Wahrnehmung der Verkehrsmittel stark geändert hat. Das früher noch faszinierende Auto werde heute eher als luftverschmutzendes Objekt gesehen.

In Lausanne erhöhte sich das positive Image der öffentlichen Verkehrsbetriebe beispielsweise von 30 auf 61 Prozent. Für diesen Beliebtheitsschub verantwortlich waren hauptsächlich der Bau der Metro M2 und das verbesserte S-Bahn-Angebot, wie Christian Liaudat, Verantwortlicher für Mobilitätsplanung beim Kanton Waadt, erklärt.

(jcg/sda)