Tierforschung

17. Dezember 2008 14:20; Akt: 17.12.2008 15:47 Print

Die grosse Angst vor dem Maulwurf

Regenwürmer kriechen aus dem Boden, sobald sie Regentropfen auf die Erde fallen hören. Dies tun sie nicht aus Angst vor einer möglichen Überschwemmung, sondern aus Furcht vor dem Feind.

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Bei starken Regenfällen kriecht der Regenwurm schnell aus der Erde hervor. Doch nicht etwa ein rascher Wasseranstieg in den Wohnröhren treibt den Erdwurm aus seiner Behausung, sondern eine irrtümliche Angst vor einem seiner Fressfeinde, dem Maulwurf. Dies belegen laut netzeitung.de zwei aktuelle Studien.

Falschannahme führt zur Flucht

Danach erzeugen Regentropfen auf dem Waldboden Erschütterungen, die die Würmer falsch deuten: Sie glauben, dass ihre Fressfeinde - die Maulwürfe - herannahen und flüchten an die Oberfläche. Kanadische Wissenschaftler von der Carlton Universität in Ottawa versahen ein Stück Waldboden mit Holzpflöcken, die Tieftonschwingungen von 500 Hertz und weniger erzeugten. Solche Frequenzen sind typisch für die Geräusche eines grabenden Maulwurfs. Zahlreiche Regenwürmer fielen auf den Fehlalarm herein und kamen aus der Erde gekrochen.

Nasse Erde alleine veranlasste die Regenwürmer nicht dazu, ihr Reich zu verlassen, zeigte dagegen die Studie der Vanderbilt Universität in Nashville. Wenn er den Würmern aber einen Maulwurf zur Gesellschaft gab, der sich in ihre Richtung grub, flohen sie blitzschnell nach oben. Zu recht im Übrigen, denn der Maulwurf verfährt mit seinem Erdnachbarn nicht gerade zimperlich: Er beisst den Würmern das Kopfende ab, damit diese sich nicht mehr weiterbewegen können. Die Würmer bilden so einen lebenden Nahrungsvorrat.