Blutmond

02. Juli 2018 16:42; Akt: 26.07.2018 11:57 Print

Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts steht an

Ende Juli erwartet uns ein besonderes Spektakel am Himmel. Der Mond verfinstert sich für ganze 103 Minuten. Das wird es so schnell nicht mehr geben.

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Die Mondfinsternis vom kommenden 27. Juli wird die längste des Jahrhunderts sein. (Im Bild: Der Blutmond hinter der Moschee Camlica in Istanbul am 31. Januar 2018) Bei einer totalen Mondfinsternis steht der Mond im Kernschatten (Umbra) der Erde. Direkte Sonnenstrahlen werden von dieser blockiert. Trotzdem bleibt der Mond sichtbar, da es wegen der Lichtbrechung in der Erdatmosphäre auch im Kernschatten nicht ganz dunkel ist. Er erscheint rot, weshalb man auch von einem Blutmond spricht. Die Mondfinsternis vom 27. Juli dauert aussergewöhnlich lange (103 Minuten), da der Mond beinahe direkt die Mitte des Kernschattens durchquert. Ausserdem befindet er sich am erdfernsten Punkt des Monats. Das bedeutet, dass der Mond länger braucht, um den Schatten der Erde zu durchqueren. Die Mondfinsternis kann in vielen Teilen der Welt verfolgt werden, am besten in Ostafrika und im mittleren Osten. Kein Glück hat diesmal Nordamerika. Was uns erwartet, zeigen die folgenden Bilder der Mondfinsternis vom 28. September 2015. Die Aufnahmen stammen von Leser-Reportern aus der Schweiz. Über dem Kanton Bern gab es klare Sicht auf den verdunkelten Erdtrabanten.<br>(Foto: Res Derendinger, Leser «Tages-Anzeiger») Totale Mondfinsternis - aufgenommen in Niederscherli. Ein Leser-Reporter fotografierte den Blutmond von Selzach aus. Blutmond über Zürich. Blutmond über dem Berner Münster. «Wunderbarer Wochenstart», schreibt ein Leser-Reporter aus Widnau. Ein Leser-Reporter aus Reinach BL dokumentierte die Mondfinsternis. Der Supermond über der Kathedrale in Freiburg. So sah der Blutmond in Rifferswil aus. «Supermond vor Superauto», schreibt ein Leser-Reporter aus Schwanden bei Brienz. Der Supermond aufgenommen in Neftenbach. «Magischer Moment», schreibt ein Leser-Reporter zu diesem Bild. Eine Aufnahme aus Bülach. Noch ein Bild aus Bülach. Blick von Uitikon auf den Blutmond. «Super Sicht» in Effretikon. Der Mond um 4 Uhr über Solothurn. Dieses Bild erreichte uns aus Henggart. Blutmond über Liechtenstein. So sah der Mond über St. Gallen aus. Die Sicht aus Zug. Und nun noch einige Aufnahmen aus aller Welt: Supermond in Paris. Über den Dächern von Strassburg: Der Blutmond macht seinem Namen alle Ehre. Naturspektakel: Der Blutmond hinter der Kathedrale in Köln. Der Supermond war in der Schweiz wegen des Hochnebels nicht überall zu sehen, dafür in Österreich. In Kanada wurde der Supermond früh gesichtet. Hinter dem Empire State Building in New York beginnt der Schatten der Erde, sich vor den Mond zu schieben. Auch in Phoenix, Arizona, ist der Mond bereits halb verdeckt. In Afghanistan macht ein Mann ein Selfie mit sich und dem Mond.

Zum Thema
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Am Abend des 27. Juli lohnt sich der Blick zum Himmel. Der Vollmond wird sich blutrot präsentieren, denn es wird eine totale Mondfinsternis herrschen. Und was für eine. Während 103 Minuten wird sich der Mond im Kernschatten der Erde befinden. Eine längere totale Mondfinsternis wird es im 21. Jahrhundert nicht geben. Generell kann eine totale Mondfinsternis nicht länger als etwa 107 Minuten dauern.

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Von einer totalen Finsternis spricht man, wenn der Mond vollständig in den Kernschatten der Erde eintritt, also nicht mehr direkt von der Sonne angestrahlt wird. Weil es wegen der Lichtbrechung in der Erdatmosphäre auch im Kernschatten nicht ganz dunkel ist, bleibt der Erdtrabant trotzdem sichtbar. Dabei wird das langwellige, rote Licht wird in der Erdatmosphäre stärker gebrochen als etwa das blaue und genau in den Schattenkegel abgelenkt. Das gibt dem Mond die charakteristische rote Färbung.

Dass die Mondfinsternis diesmal so lange dauert, hat zwei Gründe. So durchquert der Mond beinahe direkt die Mitte des Kernschattens. Gleichzeitig befindet sich der Mond an diesem Datum in seinem Juli-Apogäum, also am erdfernsten Punkt in diesem Monat. Das bedeutet, dass der Mond länger braucht, um den Schatten der Erde zu durchqueren, wie Earthsky.org schreibt.

Blick nach Südosten

In den Kernschatten der Erde tritt der Mond am 27. Juli um 20.24 Uhr ein. Von dieser ersten Phase werden wir hierzulande allerdings nichts mitbekommen, da der Mond bei uns etwa um 21 Uhr aufgeht. Erst acht Minuten später geht dann die Sonne unter. Die lang andauernde sommerliche Dämmerung sorgt dafür, dass der rote Mond noch einige Zeit eher «leuchtschwach» daherkommt, wie Mondfinsternis.net schreibt. Die totale Phase dauert von 21.30 Uhr bis 23.13 Uhr und ist somit auch in der Schweiz zu beobachten. (Zeitplan siehe unten.)

Zu beachten ist, dass der Mond am 27. Juli sehr flach stehen wird. Wer den Mond in seiner vollen Pracht beobachten will, sollte sich deshalb einen Platz mit möglichst freiem Blick zum Südost-Horizont suchen. Oder gleich ins östliche Mittelmeergebiet fahren, wo die gesamte Kernschattenphase vor dunklem Nachthimmel beobachtet werden kann. Um 0.19 Uhr am 28. Juli tritt der Mond schliesslich aus dem Kernschatten aus. Ab etwa 0.54 Uhr wird man von der Finsternis nichts mehr erkennen können – und muss bis am 9. Juni 2123 warten, bis es zu einer ähnlich langen totalen Mondfinsternis kommen wird.

Der Mars als Zugabe

Als ob die Mondfinsternis für sich genommen nicht schon spektakulär genug wäre, bietet der Abend des 27. Juli noch ein weiteres Zückerchen. Da sich der Mond deutlich dunkler präsentiert, sind die restlichen Himmelskörper besser zu sehen. Das kommt besonders dem Mars zugute, der etwa 6 Grad unterhalb des Roten Mondes stehen wird, wie Mondfinsternis.net schreibt. Weil er der Sonne am Himmel gegenübersteht und der Erde deutlich näher kommt als das sonst der Fall ist, erreicht er fast seine grösste überhaupt mögliche Helligkeit und strahlt damit sogar heller als Jupiter.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick Writer am 02.07.2018 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Alle 3 Monate

    Habe das Gefühl, dass es alle drei Monate ein solches Ereignis gibt. Aber trotzdem danke für die News. :)

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  • Matthias am 02.07.2018 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freu mich zwar drauf,

    aber bei meinem Glück gibts in der Nacht sicher mega viele Wolken, so das man den Mund eh nicht sieht.

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  • John Doe 1970 am 02.07.2018 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blut(Lust)Mond

    Ich bin mal gespannt, wie viele Weltuntergangspropheten wieder auftreten. Ich, jedenfalls geniesse die Atmosphäre mit meiner Verlobten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mary J am 03.07.2018 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Spannend

    Hoffentlich ist das Wetter gut, wäre schade wenn es bedeckt wäre...

  • Realist am 03.07.2018 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Glauben die Leute wirklich was sie hier z.T. schreiben? Das stimmt mir ehrlich gesagt sehr bedenklich.

    • XBM? am 03.07.2018 10:09 Report Diesen Beitrag melden

      Logo

      Nun ja, mir wäre die Zeit zu schade, wenn ich es nicht selber glauben würde. Und ich könnte anderes erledigen.

    • Madame Blanche am 03.07.2018 15:27 Report Diesen Beitrag melden

      auch du!

      Auch Du wirst erkennen, es war nicht des Guten, das Wort unseres Vaters nicht zu erkennen, danach zu leben! Herr, erbarme dich seiner Schwäche!

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  • Tribal-Cat am 03.07.2018 05:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja..

    ...und dann ist bestimmt der Himmel wieder bedeckt! Das kennen wir ja schon zur Genüge.

  • Kenny am 03.07.2018 01:13 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viele Leute

    Dann warte ich bis 2123

  • Zelda Fan am 02.07.2018 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich sag nur...

    Zelda: Breath of the wild :-)

    • Link am 03.07.2018 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zelda Fan

      Die Nacht des Blutmonds ist erneut gekommen....

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