Kein Witz

26. Februar 2019 21:51; Akt: 26.02.2019 21:51 Print

Die Mars-Mission braucht einen Clown in der Crew

Bei der Mars-Mission gibt es viele offene Fragen. Zumindest eine ist jetzt aber geklärt: Nämlich die, wie die Mannschaft zusammengesetzt sein sollte.

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Der Mars ist der erklärte nächste Schritt für die bemannte Raumfahrt, doch bis es so weit ist, gibt es noch einige wichtige Aspekte zu klären. Unter anderem, wie die Crew zusammengesetzt sein sollte, damit sie die Herausforderungen der Mission meistern kann. Eine erste Antwort darauf haben Forscher der Northwestern University im US-Bundesstaat Illinois nun mithilfe von Scheinmissionen gefunden. Demnach braucht es einen kreativen Kopf, dem Probleme nichts ausmachen, der die Stimmung auflockert und der in heiklen Situationen die Gruppe wieder zusammenbringt. Kurz: Es braucht einen Clown mit besonderen Fähigkeiten – quasi einen zweiten Guy Laliberte. Der Mitbegründer des Cirque du Soleil flog 2009 als Weltraumtourist mit roter Nase zur Internationalen Raumstation ISS und sorgte dort für gute Stimmung. Doch bevor ein Mensch diese Szenerie mit eigenen Augen sehen kann, gilt es auch noch die folgenden Aspekte zu klären. So ist noch immer offen, ob sich im All Lebensmittel produzieren lassen. Fest steht bislang nur: Einfach wird es nicht, denn der Mars-Boden enthält eine Vielzahl chemischer Verbindungen, die auf die meisten irdischen Organismen toxisch wirken. (Im Bild: Szene aus dem Film «Der Marsianer – Rettet Mark Watney», 2015) Deshalb haben Forscher der University of Central Florida nun ein standardisiertes Verfahren entwickelt, mit dem sich Mars-Erde künstlich erzeugen lässt. Diese nutzt das Team um Physiker Dan Britt nicht nur selbst, sondern verkauft sie auch. Das Angebot kommt offenbar an: Laut Angaben der Hochschule sind bereits 30 Bestellungen eingegangen. Darunter auch eine der Nasa, die eine halbe Tonne für das Kennedy Space Center bestellt hat. Die Formel der Forscher basiert auf der chemischen Zusammensetzung der Mars-Böden, die der Mars-Rover Curiosity analysiert hat. (Im Bild: ein Selbstporträt von Curiosity) Neben den Möglichkeiten der Lebensmittelbeschaffung im All sind noch viele weitere Fragen offen. Viele haben mit der lange Dauer der Reise zu tun. Von der Erde bis zum Mars würde der Flug mit der heutigen Technik zwischen sechs und acht Monaten dauern. (Im Bild: Curiosity auf dem Weg zum Mars, 2011) Zu den grösseren Schwierigkeiten zählt die , der die Astronauten im Weltall ausgesetzt sind. Laut Oliver Ullrich, Leiter des Space Hub an der Universität Zürich, führt das zu einem höheren Krebsrisiko oder ... ... im schlimmsten Fall zum Tod. Und das innert kürzester Zeit. Bei kürzeren All-Aufenthalten falle dies weniger stark ins Gewicht. Und auch auf der ISS sei die Gefahr deutlich geringer, weil die Raumstation durch das Magnetfeld der Erde gegen die Strahlung abgeschirmt ist. Diesen Schutz gibt es auf dem Weg zum Mars nicht. Während der Reise und des Aufenthalts wären die Astronauten der kosmischen Strahlung schutzlos ausgeliefert. Entsprechend suchen die Nasa und andere Organisationen nach Materialien, die die Strahlen aufhalten. (Im Bild: Szene aus «Red Planet», 2000) Doch die kosmische Strahlung bereitet der Nasa auch noch aus einem anderen Grund Bauchschmerzen: In einer Studie mit Mäusen zeigte sich nämlich, dass sie das empfindliche Magen-Darm-Gewebe schädigt, was die Nährstoffaufnahme behindern und ebenfalls Krebs auslösen kann. Neben der Strahlung wirft auch die Fragen auf. Zwar ist bekannt, dass sie Muskel- und Knochengewebe schwinden lässt, weshalb Astronauten während ihrer Einsätze regelmässig dagegen antrainieren müssen ... (Im Bild: Nasa-Astronautin Karen Nyberg beim Joggen im All) ... Aber niemand kann sagen, wie gross das Ausmass des Schwunds bei Mars-Reisenden wäre. Schliesslich würden sich diese weit über ein Jahr in der Schwerelosigkeit aufhalten. Den bisherigen Rekord für den Aufenthalt in der Schwerelosigeit hält der Kosmonaut Waleri Poljakow mit 437 Tagen (Im Bild: Szene aus dem Film «Der Marsianer – Rettet Mark Watney», 2015) Doch nicht nur der durch die Schwerelosigkeit ausgelöste Muskel- und Gewebeschwund ist problematisch, wie das Team um Oliver Ullrich (Bild) bei Parabelflügen herausgefunden hat. Dabei zeigte sich, dass schon nach wenigen Sekunden wichtige molekulare Funktionen im Körper gestört werden. Beispielsweise wird die Freisetzung von Sauerstoffradikalen in Fresszellen beeinträchtigt. «Dabei handelt sich um einen Zellprozess, der eigentlich der Abwehr von Bakterien dient», sagt Oliver Ullrich. Finde der nicht statt, Eine weitere grosse Herausforderung stellen auch dieauf dem Mars dar, die von minus 133 Grad Kälte bis 27 Grad Celsius Wärme reichen können. Auch die kann aus Sicht von Experten Probleme bereiten: Wann immer mehrere Menschen über einen langen Zeitraum auf engstem Raum zusammen sind, ist mit Schwierigkeiten zu rechnen, so die Nasa. Deshalb ... (Im Bild: Szene aus «Approaching the Unknown», 2016) ... arbeite man an Methoden zur Überwachung der Besatzung, mit denen sich Risikofaktoren frühzeitig Auch die immense Distanz zur Erde und das Wissen, dass man nicht einfach dorthin zurückkomme, würde den Astronauten zusetzen. Denn auch die Kommunikation zum Heimatplaneten ist nur mit einer rund 20-minütigen Verzögerung möglich. (Im Bild: der Mond und die Erde, l. vom Mars aus gesehen) Ebenfalls offen ist die Frage, ob – und wenn: wie – die Besatzung wieder zur Erde zurückkehren kann. (Im Bild: die Wiedereintrittskapsel des chinesischen Satelliten Shenzhou-9 bei der Landung in der Mongolei, 2012)

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Die Mars-Mission ist in mehrerer Hinsicht eine Herausforderung. So ist beispielsweise immer noch unklar, ob der menschliche Organismus überhaupt den Hinflug übersteht. Immerhin dauert allein dieser rund sechs bis acht Monate. Und das auch nur bei idealen Bedingungen.

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Auch die gesundheitlichen Auswirkungen der hochenergetischen Strahlung im Weltall sind noch nicht gänzlich geklärt. Studien mit Mäusen haben gezeigt, dass sie dem Gehirn schadet und kognitive Fähigkeiten vermindert. Zudem ist von einem fünf Prozent höheren Krebsrisiko für die Astronauten die Rede.

Scheinmission mit echten Herausforderungen

Forscher der Northwestern University im US-Bundesstaat Illinois haben nun immerhin geklärt, welche Figur in einem Team nicht fehlen sollte, damit es die Herausforderungen der Mission meistern kann.

Dafür schickte das Team um den Psychologen Noshir Contractor eine Gruppe von Astronauten auf sogenannte Scheinmissionen. Diese fanden zwar auf der Erde statt, aber die Bedingungen waren so, wie sie auch im Weltall vorzufinden wären – inklusive Isolation, Schlafentzug und speziell entwickelter Aufgaben.

Auch die Kommunikation mit der Aussenwelt fand ihm Rahmen der Studie deutlich verzögert statt, wie es in einer Mitteilung heisst.

Teamwork ist das A und O

Ergebnis: «Kreatives Denken und Problemlösen sind genau die Dinge, die auf einer Mars-Mission wirklich wichtig sein werden», erklärt Contractors Kollegin Leslie DeChurch während der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science. Ebenso wichtig werde es sein, dass ein Teammitglied die Stimmung auflockern, seine Mitstreiter zum Lachen bringen und in heiklen Situationen die Gruppe wieder zusammenbringen könne. Ein Clown mit besonderen Fähigkeiten, wie TheGuardian.com schreibt.

Rollenverteilung entscheidend

Auch Jeffrey Johnson, Anthropologe an der University of Florida, ist davon überzeugt, dass es einen Spassvogel an Bord braucht: «Es ist wichtig, dass da jemand ist, der den anderen hilft, miteinander auszukommen, damit sie ihre Arbeit machen können. Es ist entscheidend für die Mission.»

Johnson weiss, wovon er spricht, schliesslich hat er vier Jahre lang Forscherteams in der Antarktis studiert. In dieser Zeit hat er neben dem zuverlässigen Unterhalter noch weitere wichtige Rollen identifiziert, die ein Team voranbringen: Anführer, Geschichtenerzähler, Freund, Berater und Vermittler.

Im November 2018 schickte die Nasa-Sonde InSight erste Bilder vom Mars. (Video: Tamedia/Storyful/Nasa)

Wie es auf dem Mars tönt, zeigt dieses Video, das InSight vom Roten Planeten geschickt hat. Setzen Sie am besten Kopfhörer auf. (Video: Nasa / Jet Propulsion Laboratory)

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lars s am 26.02.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bewerbe mich:

    Was hat der Mars mit dem Berliner Flughafen gemeinsam? In etwa 30 Jahren sollen die ersten Menschen dort landen.

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  • Herr Max Bünzli Live am 27.02.2019 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Clown hin oder Her

    da muss auch eine Domina mit zum Mars.

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  • Zu6991 am 26.02.2019 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Das kann man sich sparen denn wenn wir auf der Erde so weitermachen sieht die auch schon bald aus wie der Mars.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tante Auguri am 28.02.2019 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    was soll diese Rumfliegerei?

    Bleibt mal schön auf dem Boden und isst den Teller aus.

  • jtm33 am 27.02.2019 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sorry aber es geht nicht auf

    die sollen erst mal zeigen, dass das mit dem mond vor 50 jahren auch echt war und zurück dort hin. seit 47 jahren war kein mensch mehr weiter als low earth orbit.. technisch sind wir der zeit von damals massiv überlegen.. und dennoch setzt russland zbsp. ihre mond mission auf 2030 an.. space ist für den menschen die büchse welche die strasse runter getreten wird.

  • Markus Hess am 27.02.2019 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Auf Mars

    Wie wärs, wenn man Greta Thunfisch mitschicken würde?

    • Dr. Hinri am 28.02.2019 10:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Markus Hess

      Nein, die Ökobilanz stimmt ja nicht.

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  • Herr Max Bünzli Live am 27.02.2019 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Clown hin oder Her

    da muss auch eine Domina mit zum Mars.

    • Zocketti am 28.02.2019 10:40 Report Diesen Beitrag melden

      @MBL

      Zur Aufheiterung der Crew zwischendurch... wer liebt schon nicht um Gnade winselnde Clowns?!

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  • Noah am 27.02.2019 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht mit der Wahl!

    Clowns sind doch meist eher depressive Leute, so sagt man! Also Vorsicht mir der Auswahl! :-)