USA

30. November 2019 21:19; Akt: 01.12.2019 00:53 Print

Polizei testet Roboterhund – Bürgerrechtler besorgt

Spot Mini, der Roboterhund von Boston Dynamics, hilft der Polizei. Gar keine Freunde daran haben Bürgerrechtsgruppen.

Erstaunlich wendig: Die Polizei testet den Einsatz von Robotern. Video: Tamedia
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Die Massachusetts State Police hat von August bis November einen Roboter der Firma Boston Dynamics getestet. Ein Polizeisprecher sagte, dass der hundeähnliche Roboter wie die anderen Roboter der Abteilung zur mobilen Fernüberwachung verwendet worden sei. Er lieferte den Beamten Bilder von verdächtigen Objekten. Und er kam an potenziell gefährlichen Orten zum Einsatz. Der Roboter ist mit einer lichtstarken 360-Grad-Kamera und einem Greifarm ausgerüstet.

Bürgerrechtler sind besorgt. Sie fragen sich, ob die Roboterprogramme der Polizei genügend beaufsichtigt werden. Der testweise Einsatz des Roboters beim Bombenkommando kam dank der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union of Massachusetts an die Öffentlichkeit. Sie verlangte von der Polizei die Herausgabe der Aufzeichnungen über die Tests und legte sie dem in Boston ansässigen Radiosender WBUR vor. Genaue Details über die Einsätze fehlten jedoch.

Spot darf nicht bewaffnet werden

Spot ist laut der Herstellerfirma Boston Dynamics ein Universal-Roboter mit einer offenen API (Programmierschnittstelle). Dadurch können Kunden Spot mit einer eigenen Software anpassen. Boston Dynamics will den Roboter laut Vizepräsident Michael Perry nicht bewaffnen. Perry sagte, dass die Mietverträge eine Klausel enthalten würden, die vorschreibe, dass der Roboter nicht in einer Weise verwendet werden dürfe, die «Menschen körperlich schädigen oder einschüchtern» würde.

Hersteller will Roboter nicht bewaffnen

Das ist laut Perry einer der Gründe, warum sich das Unternehmen für Leasingverträge entscheidet statt für einen Verkauf. Boston Dynamics möchte kontrollieren, welche Unternehmen Zugang zu Spot erhalten.

Die Polizei von Massachusetts betont, dass sie noch nie einen Roboter bewaffnet hat. Es gab aber schon mindestens einen Fall, in dem ein Roboter in den USA getötet hat. 2016 benutzte die Polizei von Dallas einen mit Sprengstoff bewaffneten Bombenbergungsroboter, um einen Scharfschützen zu töten. Der Mann hatte fünf Polizisten getötet.

Die Bürgerrechtsbewegung ACLU fordert mehr Transparenz und fordert Richtlinien für den Einsatz von Polizeirobotern. Es müsse definiert werden, wie und wann Roboter eingesetzt werden dürfen.

(jad)