Rote Haut und Brandblasen

22. Juni 2017 17:42; Akt: 22.06.2017 17:42 Print

Dieser Sonnenbrand tut schon beim Hinsehen weh

Bei der aktuellen Wetterlage auf Sonnencreme zu verzichten, kann böse enden. Das erfuhr der Schotte Greg Binnie am eigenen Leib. Nun warnt er andere.

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Autsch! Weil er vergessen hat, Sonnencreme aufzutragen, leidet Greg Binnie aus Edinburgh Höllenqualen. Denn die Sonne hatte seine Haut nicht nur krebsrot gefärbt, sondern auch Brandblasen verursacht. Die Diagnose des Arztes lautete: Verbrennungen zweiten Grades. Um andere Menschen vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren, appelliert Greg Binnie via Twitter: «Das ist mein voller Ernst, benutzt Sonnencreme. Ich habe Verbrennungen zweiten Grades nach einem Arbeitstag im Freien. Ich leide verdammt noch mal Höllenqualen.» Im Interview mit der BBC versucht er sein Leiden in Worte zu fassen: «Es ist schwer, den Schmerz zu beschreiben. Es fühlt sich an, als ob durch meine Haut ein Riss ginge, der gleichzeitig pulsiert.» Was der Sonnenbrand mit der Haut anstellt, wie Sie ihn verhindern und was hilft, wenn es zu spät ist, erfahren Sie im weiteren Verlauf der Bildstrecke. Ein Sonnenbrand entwickelt sich: Etwa sechs Stunden nach Beginn eines zu langen Sonnenbads spüren Betroffene den Sonnenbrand. Am heftigsten ist er nach 24 bis 36 Stunden. Unsere Haut verfügt über zwei Systeme, die sie gegen UV-Strahlung schützen: Bräunung und Lichtschwiele. Beide werden durch den Kontakt mit UV-A und UV-B aktiviert. Bei intensiver Bestrahlung erhöht sich die Zellteilung der Haut und die oberste Schicht, die Hornschicht, verdickt sich. Je dicker diese Lichtschwiele ist, desto grösser ist der Schutz. Darauf verlassen sollte man sich aber nicht. Deshalb raten Dermatologen dazu, sich etwa eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad einzucremen und anschliessend das Prozedere alle zwei bis drei Stunden zu wiederholen. Die erste auf UV-Filterstoffen basierende Sonnencreme wurde im Jahr 1933 von Delial auf den Markt gebracht. Grund: Während Anfang des 20. Jahrhunderts braune Haut noch als Zeichen niederen Standes galt, hatte die immer knapper werdende Bademode das Thema Sonnenbrand in den Fokus gerückt. Heute wählt man den Sonnenschutz nach seinem Lichtschutzfaktor aus. Der Begriff entstand lange nach der ersten Sonnencreme: 1956 führte der Strahlenphysiker Rudolf Schulze zunächst den Begriff «Schutzfaktor des Lichtschutzmittels» ein. 1962 prägte Franz Greiter von Piz Buin den Ausdruck Lichtschutzfaktor. Der Lichtschutzfaktor verrät, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut durch die Creme verlängert. Ein heller Hauttyp kann zum Beispiel mit einer Eigenschutzzeit von zehn Minuten mit Schutzfaktor 25 auch 25-mal länger an die Sonne, also 250 Minuten. Allerdings handelt es sich dabei um einen theoretischen Wert. Schweiss und Wasser reduzieren die Dauer des Schutzes. Macht sich der Sonnenbrand noch während des Sonnenbads bemerkbar, heisst die oberste Regel: Raus aus der Sonne und ein schattiges Plätzchen suchen. Aber Vorsicht: Rund 50 Prozent der UV-Strahlen erreichen einen auch da. Deshalb sollte man den Körper zusätzlich mit Kleidung schützen. Das ganze Ausmass eines Sonnenbrands macht sich erst nach ein paar Stunden bemerkbar. Schon beim kleinsten Anzeichen von geröteter Haut hilft es, sie zu unterstützen. Rasche Linderung bringen Hydrocortison-Lotionen und -Gels, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Bei leichtem Sonnenbrand ohne Bläschenbildung helfen kühle Duschen und Umschläge. Beides hilft, die übermässige Hitze der Haut zu lindern. Ist die Dusche besetzt, kann man auch ein Geschirrtuch in Buttermilch, Milch oder Joghurt tränken und das Ganze für 10 bis 20 Minuten auf den Sonnenbrand legen. Auch das wirkt Wunder. Egal, wie stark der Sonnenbrand ist: Sie sollten viel trinken. Das kurbelt nicht nur den Regenerationsprozess der Haut an, sondern wirkt auch dem Flüssigkeitsverlust im Körper entgegen und unterstützt den Kreislauf, der auch unter der Verbrennung leidet. Kommen zu dem Brennen noch Schmerzen hinzu, können entzündungshemmende Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen helfen. Kindern mit Rötungen sollten Eltern jedoch nie einfach Medikamente geben, sondern immer zuerst Rücksprache mit dem Kinderarzt nehmen. Finger weg von fetthaltigen Bodylotions. Diese bilden einen Film auf der Haut, der die Heilung einschränken kann. Zudem reizen sie die verbrannte Haut und können zu Hitzestau führen. Besser sind ausgewiesene After-Sun-Produkte, die kühlen, Feuchtigkeit spenden und den Regenerationsprozess der Haut anregen. Auch wenn alles verheilt ist, ist die Gefahr nicht gebannt. Die UV-Schäden betreffen vor allem die Basalmembran der Haut, wo sich neue Hautzellen bilden. Bei einem Sonnenbrand kann es sein, dass die Reparatursysteme des Erbguts die Fehlerbeseitigung nicht zu 100 Prozent bewältigen, was zu Hautkrebs führen kann. Pro Jahr erkranken hierzulande etwa 2450 Menschen an einem malignen Melanom, dem schwarzen Hautkrebs. Das sind rund 6 Prozent aller Krebserkrankungen. Damit gehört das Melanom zu den häufigsten Krebsarten. Das zeigt: Ausreichender Sonnenschutz ist wichtig. Ob man dabei so weit gehen möchte wie diese beiden Damen, ist jedem selbst überlassen.

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Krebsrote Haut, Brandblasen und Verbrennungen zweiten Grades – damit musste sich Greg Binnie aus Schottland nach einem Aufenthalt in der Sonne herumschlagen.

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Der Grund: Der Gärtner aus Edinburgh hatte einen Tag lang – dazu noch im ärmellosen T-Shirt – im Freien gearbeitet und laut eigener Aussage vergessen, sich vorher mit Sonnencreme einzuschmieren.

Warnung vor den Höllenqualen

Binnie weiss, dass er sich damit nichts Gutes getan hat. Deshalb appelliert er auf Twitter nun an andere, es ihm bloss nicht gleichzutun. «Das ist mein voller Ernst, benutzt Sonnencreme! Ich habe Verbrennungen zweiten Grades nach einem Arbeitstag im Freien. Ich leide verdammt noch mal Höllenqualen.»

Dazu postet der 20-Jährige drei Bilder, die seine verbrannten Schultern zeigen:


Seine Message scheint anzukommen: Innerhalb weniger Tage wurde der Tweet 42'000-mal geteilt und mehrere 1000-mal kommentiert. Die einen wünschen Binnie einfach nur gute Besserung, andere raten ihm, zum Arzt zu gehen, und weisen darauf hin, wie gefährlich derartige Verbrennungen sind. Schliesslich können sie zu Hautkrebs führen (siehe Box).

Wie Sie sich mit einfachen Mitteln vor derartigen «Höllenqualen» schützen und was Sie tun können, wenn Sie sich trotz aller Vorsicht verbrennen, erfahren Sie in der Bildstrecke.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom Marty am 22.06.2017 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Erstes Mal?

    Mir kommt es so vor, als hätte diese Person zum ersten Mal die Sonne gesehen und jetzt ist er völlig perplext, was der Sonnenschein alles so anrichten kann.

  • Norman Bates am 22.06.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoppla!

    Das scheint ein sehr intelligenter Mann zu sein.

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  • Alex am 22.06.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten?

    1. Das sollte man nun wirklich wissen das man sich eincremen sollte & 2. Kann sich der liebe Herr nicht einschätzen oder hat er keinen Tastsinn mehr, sowas merkt man doch!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Spartaner am 22.06.2017 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Kann hier jemand ein natürliche Sonnencreme empfehlen ohne Chemischezusatzstofe?

  • TheLegend24 am 22.06.2017 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weg von der sonne

    Akzeptiert doch einfach, dass unsere Haut nicht dunkel genug ist um diese Sonnenstrahlen lange genug standzuhalten. Nicht noch Sonnencreme verwenden und das Gewässer verschmutzen.

  • Dani_87 am 22.06.2017 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sommer, Sonne, Sonnenschein

    Und da soll noch einer sagen, in Schottland scheine die Sonne nicht.

  • moleman am 22.06.2017 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finger weg von Milch und co.

    Was soll denn immer der Tipp, sich Milch oder Yoghurt auf den Sonnenbrand zu schmieren? Wer sich verletzt hat, tunkt ja auch nicht die offene Wunde in ein glas Milch. Der Sonnenbrand mag keine sichtbare Verletzung vorweisen, aber die Gefahr vor Entzündung ist dennoch da

  • SonjaA am 22.06.2017 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schmerzen

    Hatte ich als Kind, nicht gerade so schlimm aber auch mit Blasen, wenn die dann aufgingen und es kalt den Rücken hinunterlief, ein schreckliches Gefühl! Ist wahrscheinlich der Preis, wenn man blond ist und nicht hören will, trotz Warnung über mittag in der Badi rumrennt.