Geschichte

21. April 2009 15:54; Akt: 21.04.2009 16:04 Print

Digitale Bibliothek der Menschheit

Im Internet gibt es eine neue Bibliothek, in der zahlreiche der ältesten und bedeutendsten Bücher und Dokumente kostenlos zugänglich sind.

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Die Weltbildungsorganisation UNESCO schaltete am Dienstag ihre World Digital Library (WDL) frei, an der sich Bibliotheken von allen Kontinenten beteiligen. In der Onlinebibliothek finden sich auf einen Klick neben Büchern auch kulturhistorisch bedeutende Landkarten und Fotos.

Knapp 1200 Objekte

Der Start nimmt sich mit 1170 Objekten noch äusserst bescheiden aus. «Aber unser Ziel ist auch nicht, mit der europäischen Onlinebibliothek Europeana oder mit Google oder Wikipedia zu konkurrieren», sagte James Billington bei der Vorstellung des Projektes in der UNESCO-Zentrale in Paris. Billington von der Bibilothek des US-Kongresses gehört zu den Mitinitiatoren der WDL. «Unsere Mission ist es, die weltweit verstreuten Werke von fundamentaler Bedeutung zusammenzubringen.» Und vor allem die Jugend zum Lesen zu bringen und für andere Kulturen zu begeistern.

Nicht auf Deutsch

Die Werke, die man sich Seite für Seite in gestochener Schärfe ansehen kann, werden in sieben Sprachen erläutert: Arabisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch, Chinesisch und Spanisch. Unter den Objekten: Eine Landkarte der Neuen Welt von 1562; die einzige erhaltene Kopie des ersten auf den Philippinen entstandenen Buchs, die Übersetzung der Äsop-Fabeln von Heinrich Steinhöwel von 1479 oder Bilder von chinesischen Wunderknochen.

Warten auf Beiträge aus Deutschland

Bislang sind 32 Bibliotheken beteiligt, unter anderem aus dem Irak, Ägypten, aus Südafrika oder der Karibik. Ein deutsches Institut konnte noch nicht für die Mitarbeit gewonnen werden. «Wir warten auf eine Antwort», sagte Billington. Über die angestrebte Zahl der Beiträge, die einmal in der WDL versammelt werden sollen, wollte er noch keine Angabe machen. «Es ist ein offener Prozess.» Das Erinnerungsprojekt der Kongress-Bibliothek sei das Modell. Dort sind seit 1990 elf Millionen geschichtsbezogene Beiträge online gestellt worden.

Aber die Quantität steht ohnehin nicht im Fokus der UNESCO-Bibliothek. Es geht um die Kulturvermittlung, deswegen werden nur Stücke von grosser Bedeutung aufgenommen. In Themen gruppiert und erläutert laden sie zum Eintauchen in die Zivilisationen ein. Das Buch steht im Vordergrund. «Wir bieten einen Einstieg zum Lesen in der audiovisuellen Welt», sagte Billington.

(ap)