Da schlägts doch 13

08. Januar 2010 12:22; Akt: 08.01.2010 13:06 Print

Dom-Glocke löst Mini-Erdbeben aus

Lauter die Glocken nie klingen... So können zumindest die Kölner singen. Denn in der Domstadt wackelt sogar die Erde, wenn die Glocken erschallen, wie Wissenschaftler jetzt herausfanden.

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Wenn der Dom in Köln läutet, werden nicht nur die Gläubigen hellhörig. Selbst Erdbebenforscher stehen dann auf der Matte. Der Grund: Zu besonderen Anlässen wird im Kölner Dom die Petersglocke geläutet. Sie wird von Kölnern liebevoll «Dicker Pitter» (Dicker Peter) genannt. Sie wiegt sage und schreibe 24.000 Kilo und ist die grösste freischwingende Glocke der Welt. Zuletzt wurde sie am Dreikönigstag aktiviert. Zur Freude der Wissenschaftler der Erdbebenstation in Bensberg. Sie massen die seismografischen Auswirkungen und Bewegungen des Doms während des Glockengeläuts. Ergebnis: Der Südturm des imposanten Kirchengebäudes bewegte sich dabei um einen halben Millimeter.

Klaus-Günter Hinzen, Leiter der Erdbebenstation sagte in einem Interview des WDR-Fernsehens, dass der Kölner Dom ständig in Bewegung sei. «Wir lernen etwas über das gesamte Bewegungsverhalten des Gebäudes, nicht nur in Bezug auf Erdbeben.» Die grösste Schweizer Glocke wiegt übrigens 9940 Kilogramm und hängt im Berner Münster. Auch wenn sie nicht mal die Hälfte des «Dicken Pitters» auf die Waage bringt, sind die Rufe der Muezzins auf Minaretten in islamischen Ländern sogar gegen sie nur ein laues Lüftchen.

(oku)