Daten werden publik

16. Februar 2020 11:54; Akt: 16.02.2020 17:49 Print

Du kannst jetzt bei der Suche nach Aliens helfen

Forscher benötigen bei der Suche nach ausserirdischem Leben Hilfe. Deshalb wurden Daten von der Milchstrasse nun öffentlich zugänglich gemacht.

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Sind wir allein im Universum? Auf der Suche nach ausserirdischen Zivilisationen haben Forscher nach eigenen Angaben den bislang grössten Lauschangriff auf unsere Heimatgalaxie unternommen.

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Fast zwei Petabyte an Beobachtungsdaten der Milchstrasse hat die privat finanzierte Initiative «Breakthrough Listen» nun öffentlich zugänglich gemacht, wie die an der Suche nach extraterrestrischer Intelligenz (SETI) beteiligte Universität von Kalifornien in Berkeley berichtet. Das Projekt wurde am Freitag (Ortszeit) auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) in Seattle vorgestellt.

Zwei Milliarden Megabyte

Zwei Petabyte sind rund zwei Milliarden Megabyte, das entspricht etwa einer Billion Seiten Text. «Das ist die grösste Veröffentlichung von SETI-Daten in der Geschichte», betonte «Breakthrough Listen»-Chefwissenschaftler Andrew Siemion von der Universität von Kalifornien. Die Daten stammen vor allem vom Parkes-Radioteleskop in Australien und vom Green-Bank-Radioteleskop in den USA. Sie hatten in den vergangenen vier Jahren die von Sternen dicht bevölkerte Scheibe der Milchstrasse nach möglichen Funksignalen ausserirdischer Zivilisationen abgehorcht.

Bei der Auswertung geht es darum, Signale zu ermitteln, die sich vom natürlichen astrophysikalischen Hintergrundrauschen abheben, andererseits aber auch nicht von irdischen Quellen wie etwa Satelliten stammen können. Für diese Herkulesaufgabe hofft die Initiative auf die Hilfe von anderen Forschern wie etwa Experten für Maschinenlernen und künstliche Intelligenz. wie Siemion erläuterte. Auch Bürger können sich beteiligen: Ein Teil der Daten kann über das Bürgerforschernetzwerk SETI@Home der Universität von Kalifornien auf heimischen PCs analysiert werden.

Supercomputer im Einsatz

Allerdings seien die Datenmengen so riesig, dass sie sich nicht alle direkt über das Internet senden liessen, erklärte Siemion. Stattdessen würden die Rohdaten mit Hilfe von Supercomputern verkleinert, wobei die Empfindlichkeit für ein möglichst breites Spektrum von Signalen erhalten bleibe.

Die Beobachtungen dienten nicht allein zum Aufspüren ausserirdischer Rundfunksender oder anderer künstlicher Signale, betonten die Wissenschaftler. Sie seien auch eine Goldmine für die Suche nach natürlichen astronomischen Phänomenen, die sich im Bereich der Radiowellen bemerkbar machen.

Rätselhafteste Beobachtungen

So habe eine Analyse vor etwas mehr als einem Jahr mehr als 70 Radiopulse von einem sich wiederholenden sogenannten Fast Radio Burst (FRB; kurzer Radioblitz) aufgespürt. Die zufällig auftretenden FRB gehören derzeit zu den rätselhaftesten Beobachtungen im Kosmos. Sie sind natürlichen Ursprungs, aber ihre genaue Ursache ist noch nicht geklärt. Astronomen sind daher auf möglichst viele Beobachtungen angewiesen.

«Breakthrough Listen» ist eine der vom russischen Unternehmer Juri Milner gegründeten und privat finanzierten Forschungsinitiativen. «Für die gesamte Menschheitsgeschichte hatten wir eine begrenzte Datenmenge, um nach Leben jenseits der Erde zu suchen. Daher konnten wir nur spekulieren», erläuterte Milner in der Mitteilung der Universität. «Jetzt, wo wir eine grosse Menge Daten bekommen, können wir echte Wissenschaft betreiben, und indem wir diese Daten für die allgemeine Öffentlichkeit verfügbar machen, kann das jeder, der die Antwort auf diese tiefgreifende Frage wissen möchte.»

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roberto am 16.02.2020 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Drehen um, wenn sie klug sind.

    Wenn es intelligente Wesen sind, dann machen sie um die Erde einen grossen Bogen..

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  • EvE Online am 16.02.2020 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    SETI@home 20 jährig

    SETI@home gibt es seit dem 17. Mai 1999... In EvE Online gibt es Mikro Spiele in denen Spieler Lichtmuster realer Daten auswerten um mögliche Planeten zu identifizieren und so der Wissenschaft zu helfen. Nur mal so

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  • SchwerInOrdnung am 16.02.2020 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel bringen würde es uns nicht

    Wenn man mit einem Teleskop in die Sterne schaut, sieht man die Vergangenheit. Falls wir Leben entdecken würden in 65 Millionen Lichtjahren Entfernung würde dies uns nicht viel bringen ausser dass alle Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen. Über die Gegenwart der aktuellen Sterne weiss kein Mensch bescheid.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PEpe Alvarez am 26.02.2020 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    GOTT

    Gott hat nicht so ein grosses Universum,für uns allein geschaft !

  • Mann Oh Mann us Zürich am 22.02.2020 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Licht in einem Jahr.

    Der Lehrer fragt in der Schule, was ist ein Lichtjahr. Der obergescheite Peter, immer wachsam steht auf und sagt. Herr Lehrer, das ist die Stromrechner für das Licht in einem Jahr.

  • Mann oh Mann us Zürich am 22.02.2020 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Seti ETI und Co

    Ich habe schon 1995 am Seti Projekt teilgenommen und bin heute immer noch dabei, heisst aber neu BOINC und wird von der Berkeley University überwacht.

  • asdf am 19.02.2020 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    aufgepasst bei SETI@home

    könnte mir denken dass da ein Trojaner mit drin ist der Daten von privaten Rechnern an NSA/CIA weitergibt

    • Mann oh Mann us Zürich am 22.02.2020 08:05 Report Diesen Beitrag melden

      beim Virenschutz nicht sparen.

      @asdf: Da musst du besorgt sein mit der richtigen Einstellung am Virenscanner und Firewall passiert da nichts. Habe heute Morgen gerade den Bericht von TrendMicro erhalten, dass alle meine MAC systeme sauber sind. Man sollte beim Virenschutz und der Sicherheit nicht sparen. Ich denke TrendMicro ist die einzige Firma welcher man vertrauen kann. Arbeite seit ca. 2000 mit dieser SW. und halte diese immer auf dem neusten Stand.

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  • Alfred A. am 18.02.2020 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    Dann geht sie mal suchen

    Dass ausgerechnet jetzt, ausgerechnet in unserer Galaxie, ausgerechnet mit der nötigen Sendeleistung, ausgerechnet mit der richtigen Frequenz, ausgerechnet in unsere Richtung jemand ein Hallo sendet ist beliebig unwahrscheinlich. Und das ist gut so.