ETH-Studie

08. September 2011 20:01; Akt: 08.09.2011 20:06 Print

Ein Atom-Ausstieg ist möglich

von Martina Huber - Der Ausstieg aus der Atomenergie bis ins Jahr 2050 ist technisch möglich und wirtschaftlich verkraftbar. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der ETH Zürich.

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Solaranlage und AKW in trauter Zweisamkeit: Bald passé? (Bild: Keystone)

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Eine Schweiz ohne Atomstrom: Das ist seit Mai erklärtes Ziel des Bundesrates. Nun zeigt eine Gruppe von Forschern des Energy Science Center der ETH Zürich, dass eine Zukunft ohne Kernkraft technologisch möglich ist und dass die Wirtschaft auch beim Verzicht auf Atomenergie dauerhaft wachsen kann. «Dazu müssen wir aber jetzt anfangen, langfristig zu planen», sagt Göran Andersson, einer der Verfasser der Studie. Um ab 2050 ganz auf Kernkraft verzichten zu können, sind laut den Forschern folgende Schritte nötig:

- Erneuerbare Energien müssen viel stärker genutzt werden – insbesondere Solarenergie, Biomasse und Erdwärme. Wasserkraft lässt sich nicht mehr stark ausbauen, soll aber die Hälfte des Energiebedarfs abdecken.

- Gaskombikraftwerke sollen erneuerbare Energien ergänzen. Damit die Schweiz ihre Klimaziele dennoch erreicht, müssen diese Kraftwerke das bei der Verbrennung von Erdgas freigesetzte CO2 rückgewinnen und im Erdreich einlagern. Diese Technologie muss noch entwickelt werden.

- Das Stromnetz muss flexibler werden: Da Wind und Sonne unregelmässig anfallen, wird der Strom in den Leitungen künftig nicht mehr so konstant fliessen wie heute. Das stellt besondere Anforderungen ans Netz. Und: Es muss auch Möglichkeiten geben, Energie kurz- und langfristig zu speichern.

Andersson ist optimistisch, dass die Schweiz den Ausstieg schafft: «Wenn es Bedarf an Technologien gibt, gibt es immer auch clevere Leute, die sie entwickeln.» Jetzt liege der Ball bei der Politik, die Rahmenbedingungen optimal zu gestalten.