80'000 pro Milliliter

30. Dezember 2015 07:25; Akt: 30.12.2015 07:29 Print

Ein Glas Hahnenwasser hat 10 Millionen Bakterien

Egal, wie sauber es ist: Keimfrei ist Trinkwasser nie! Denn in den Wasserleitungen hausen Millionen Bakterien.

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Viele Menschen trinken regelmässig Hahnenwasser. Kein Wunder, schliesslich geniesst das Nass aus der Leitung hierzulande einen guten Ruf. Allerdings: Ganz so rein, wie viele meinen, ist es dann doch nicht. Denn in den Wasserleitungen tummeln sich Millionen Bakterien, von denen man bis vor kurzem noch nichts wusste.

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Die Mikroorganismen entdeckt haben Forscher der schwedischen Lund Universität, als sie die Ablagerungen in sechs Rohren und Wasserzählern untersuchten. Um herauszufinden, um welche Bakterien es sich genau handelt, unterzogen sie die Kleinstlebewesen einer DNA-Analyse.

Pro Glas rund 10 Millionen Bakterien

Dabei identifizierte das Team um Mikrobiologin Catherine Paul jede Menge zuvor Unbekannte: «Es ist, als wenn man nun statt einer funzeligen Taschenlampe plötzlich den Lichtschalter findet, der den gesamten Raum erhellt», so Paul in einer Mitteilung. «Ein zuvor komplett unbekanntes Ökosystem hat sich uns enthüllt.»

Pro Milliliter Trinkwasser entdeckten sie etwa 80'000 Mikroben, hochgerechnet auf ein Glas Hahnenwasser macht das rund zehn Millionen. Insgesamt sind es etwa 1000 verschiedene Bakterienarten, die sich beim Öffnen des Wasserhahns aus den Ablagerungen in den Rohren lösen, rechnen die Forscher.

Bakterien mit Spezialauftrag

Trotz der riesigen Zahl Rohr-Bewohner sehen Paul und ihre Kollegen keinen Grund zur Sorge: «Wir gehen davon aus, dass es sich hier vorwiegend um ‹gute› Bakterien handelt, die helfen, das Wasser zu reinigen und es gegen schädliche Keime schützen.» So wie beispielsweise die sogenannten Sphingomonadaceae (Mikroben), die in Böden und Gewässern organische Schadstoffe abbauen. Die Forscher sehen Parallelen zu den Mikroben, die auf der menschlichen Haut und im Darm zu Hause sind: Sie sorgen dafür, dass wir gesund bleiben.

Die Zusammensetzung der Mikrobengemeinschaft sagt einiges über den Zustand des Wassers aus, heisst es im Fachjournal «Microbes and Environment». So entdeckten die Forscher in einer Wasserleitung mit stark eisenhaltigem und rostigem Wasser eine andere Konstellation als in klarem Wasser. Das zeigt: Die Analyse der Bakterien könnte mit dazu beitragen, gefährliche Verunreinigungen zu erkennen.


In einem Glas Wasser sind laut den schwedischen Forschern rund zehn Millionen Mikroorganismen enthalten. (Video: Youtube/LundUniversity)

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carola Petri am 30.12.2015 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    1. Wahl!

    Immerhin besser als Wasser aus Plastikflaschen. Was hier für Schadstoffe ins Wasser abgegeben werden, ist ja heute mittlerweile bekannt. Und das Trinkwasser wird ja auch strenger kontrolliert, als Flaschenwasser. Hahnenwasser ist für mich immer noch die erste Wahl!

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  • Susle am 30.12.2015 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist normal

    Ja, das ist normal. Sowas lernt man in der Schule - Biologie heisst das Fach. Schon mal ein Gramm frische Erde gegessen? Da stecken sogar mehr Bakterien drin. Wer denkt, irgendwo in der Natur sei es keimfrei, hat wohl noch nie darüber nach gedacht.

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  • Calmdown am 30.12.2015 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ui nein..

    Man hat Bakterien gefunden! Wir werden alle sterben! Oder auch nicht. Hahnenwasser ist immer noch besser, als das Zeugs aus der PET-Flasche, das dann Plastikrückstände drin hat und ebenfalls schnell Bakterien anhäuft, nachdem es offen ist. Aber bestimmt keine Guten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Sanitär ihr wasserfachmann am 31.12.2015 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Die EMPA-Testssagt das Genteil.

    Man könnte ja auch einmal das Auslaufmundstück am Hahn auswechseln und schon ist die Wasserqualität wieder besser. (zudem ist das in Schweden, wo Oberflächengewässer, Sehen als Trinkwasser verwendet werden.) was ich sowieso nicht verstehe.

  • Tankpunch am 31.12.2015 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Dieses ganze Rumgeheule geht mir langsam auf die Nerven, hier Bakterien, da Bakterien... Sie waren schon immer überall, nur weil sie das jetzt rausfanden muss nicht jeder so tun als würde er sich durch Konsumieren dieses Wassers vergiften.

  • Ich am 31.12.2015 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Na und? Anscheinend ist es ja nicht schädlich. Aber ein paar übervorsichtige Mütter sind jetzt wohl gerade dabei Duschen und Wasserhahnen zu demontieren.....

  • Anna Ida am 31.12.2015 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    na und...?

    wir hatten früher ausschließlich Hahnenwasser und alle haben es überlebt, wahrscheinlich sogar besser

  • Rene von Rautenkranz am 31.12.2015 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Hahneburger ist immer noch das beste!

    Ich nehme an dieser Artikel wurde von der Wasser Industry, sprich Nester und Konsortien gesponsert!! Shame on you!