Exosuit

24. Juni 2014 08:36; Akt: 24.06.2014 08:36 Print

Ein Taucheranzug wie ein U-Boot

Um ein über 2000 Jahre altes Schiffswrack zu erkunden, setzen Forscher auf einen neuartigen Taucheranzug, der Menschen in ungeahnte Tiefen bringen soll.

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In der Ägäis liegt seit vorchristlicher Zeit ein Wrack, in dem Forscher eine Fülle von Bronze- und Marmorstatuen und antike wissenschaftliche Instrumente vermuten. Ein Hightech-Anzug soll es nun möglich machen, diese Schätze zu bergen. Die Mission zum sogenannten Antikythera-Wrack soll in der zweiten Jahreshälfte starten.

Das Schiff sank etwa im Jahr 50 vor Christus und war 1900 zufällig von Schwammtauchern vor der griechischen Insel Andikythira entdeckt worden. Neben Statuen, Gold und Juwelen bargen die griechischen Taucher damals auch eine mysteriöse Apparatur, die den Namen Mechanismus von Antikythera erhielt. Forscher halten das Gerät für den ältesten Computer der Welt. Mit ihm soll es möglich gewesen sein, Sonnenfinsternisse, Mondphasen und andere astronomische Ereignisse zu berechnen.

Tauchen bis 300 Meter

Seither war es ruhig geworden um das Wrack, das lediglich 1976 von Jacques Cousteau noch einmal besucht worden war. Dank eines neuartigen Taucheranzugs hoffen die Forscher nun, dem Wrack weitere Schätze und Geheimnisse entlocken zu können. Ihre Geheimwaffe ist zwei Meter hoch, 240 Kilo schwer und mit 1,6 PS starken Schubdüsen ausgerüstet.

Dieser Metallanzug soll Taucher sicher bis in 300 Meter Tiefe bringen können. Obwohl das Antikythera-Wrack lediglich 120 Meter unter der Meeresoberfläche liegt, wäre es mit herkömmlichen Anzügen unerreichbar. Brendan Foley, Meeresarchäologe am Woods Hole Oceanographic Institute im US-Bundestaat Massachusetts und Co-Leiter der Antikythera-Mission, glaubt, dass es dank dem sogenannten Exosuit möglich sein wird, unglaubliche Artefakte aus dem mit einer dicken Schicht Sand bedeckten Wrack zutage zu fördern.

«Es ist wahrscheinlich, dass in diesem Sediment Dinge verborgen sind, die wir uns gar nicht vorstellen können», sagte er zu «Live Science». «Es ist eine dieser Sachen, die dich mitten in der Nacht aufwachen lassen. Diese Artefakte hat seit den Zeiten Cäsars niemand mehr gesehen.»


Michael Lombardi vom Amerikanischen Naturhisorischen Museum über den Exosuit. (Video: Youtube/Scientific American)


Bevor der Exosuit bei der Antikythera-Mission zum Einsatz kommt, wollen Forscher im Juli selbstleuchtende Meerestiere untersuchen. (Video: Youtube/American Museum of Natural History)

(jcg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Techniker am 24.06.2014 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Technisch gesehen...

    .... IST es ein U-Boot. Genauso wie ein Raumanzug ein Raumschiff ist. - Es ist lediglich jeweils die minimalistischste Form dessen. - Ein Ein-Mann-U-Boot wenn man so will.

  • Pilot am 24.06.2014 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Terraner

    Sieht aus wie ein Starcraft-Terraner :)

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  • urs bucher am 24.06.2014 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    keine neu erfindung

    Der Exosuit ist alles andere als DIE Erfindung, aller höchstens als Weiterentwicklung des Newtsuit von Dr. R. T. Phil Nuyttenaus dem Jahre 1987 zu betrachten. Dies betrifft ebenso die Tauchtiefe, diese war 1987 ebenfalls bei 300m. Dank der Weiterentwicklung kann im Vergleich zum Newtsuit nun wesentlich feinmotorischer gearbeitet werden und damit auch bei archäologischen Ausgrabungen einsetzbar. Alleine hat dies nichts mit der Tauchtiefe zu tun, 120 meter sind auch mit normalen Anzügen erreichbar. Stellt sich höchstens die Frage der Aufenthaltsdauer - und das ist das grosse Problem!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani B. am 02.07.2014 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mechanismus von Antikythera...

    ...ist eine bemerkenswerte Apparatur. Er ist aber eine Rechenmaschine, kein Computer, denn er ist nicht programmgesteuert. Kein Wissenschafter nennt ihn Computer, nur von Däniken tut es.

  • Bibber am 25.06.2014 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun...

    jedenfalls nichts für Platzängstliche!!

  • A.J. am 24.06.2014 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    "Exosuit"

    Seltsamer Name - wer trägt schon seinen Anzug innen? Soll wohl bloss an den Begriff "Exoskelett" erinnern... "Crustasuit" hätte ich passender gefunden!

    • Hans B. Griffe am 25.06.2014 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      *seufz*

      Wozu studieren wir Ingenieure und Naturwissenschaftler eigentlich noch, Hinz und Kunz wissen ohnehin alles besser... Sie Schlauberger sollten solche Begriffe vielleicht erst nachschlagen, BEVOR Sie versuchen, mit "Fachwissen" zu glänzen!

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  • Kapitän nemo am 24.06.2014 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    blublub

    aha 1900 konnte mann noch runter tauchen und heute braucht man einen anzug??? intressant

    • maffessanti am 24.06.2014 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      sie glauben tatsächlich..

      ..dass man vor 100 Jahren 300 Meter tief tauchen konnte? Inzeressant.

    • Der Techniker am 24.06.2014 15:50 Report Diesen Beitrag melden

      Damals wohl ebenfalls...

      ... mit den Tauchanzügen jener Zeit - Was doch recht abenteuerlich war, denn es ist nicht sonderlich witzig wenn in der Tiefe der Tauchanzug versagt - bei den damaligen Anzügen wurde in diesem Fall der komplette Körper in den Helm "gedrückt" bzw. gesaugt (Druckunterschied) wenn die Luft aus dem Anzug entwich, da der Helm das einzig "harte" an diesen Tauchanzügen war und somit nicht durch den Wasserdruck zermatscht wurde. - Gab also eine ziemlich unschöne Sauerei wenns schief lief...

    • 1d1ot am 25.06.2014 17:09 Report Diesen Beitrag melden

      Es sind "nur" 120 Meter

      nur so nebenbei. Es steht auch nicht wie. zB Taucherglocke? Es steht auch nicht wie erfolgreich... vielleicht sind ja 90% gestorben und irgendwann war es zu Risikoreich... aber egal, ich schaue es mir dann im Winter auf ZDF Info in der Wiederholung an (SRF würde sowas ja nicht bringen).

    • Dani B am 28.06.2014 10:55 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte genau lesen!

      Etwas genauer lesen... Das Wrack liegt auf 120m Tiefe - und die damaligen "Tauchanzüge", welche von den Schwammsammlern getragen wurden, sind durchaus für diese Tiefe tauglich - allerdings mit einem entsprechenden Risiko. :-)

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  • Der Techniker am 24.06.2014 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Technisch gesehen...

    .... IST es ein U-Boot. Genauso wie ein Raumanzug ein Raumschiff ist. - Es ist lediglich jeweils die minimalistischste Form dessen. - Ein Ein-Mann-U-Boot wenn man so will.