Gigantische Sonneneruption

17. Februar 2011 19:08; Akt: 17.02.2011 19:08 Print

Ein Teilchen-Orkan erreicht die Erde

Die stärkste Sonneneruption seit vier Jahren könnte in den nächsten Tagen zu Störungen in Stromnetzen und bei der Satellitennavigation führen.

storybild

Sonneneruption: Solare Teilchenschleuder

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eine Sonneneruption der höchsten Stärkeklasse ereignete sich laut der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA in der Nacht auf Dienstag. Durch Stürme auf der Sonne werden dabei geladene Partikel ins All und auch Richtung Erde geschleudert. Das kann zum Ausfall des Radioempfangs und zu lang anhaltenden Strahlenstürmen führen, wie die NASA mitteilte.

Der grossen Eruption vom Dienstag waren laut den Forschern mehrere kleinere Ausbrüche vorangegangen. Drei Partikelladungen seien auf dem Weg zur Erde. Der Sonnensturm, der eine Geschwindigkeit von 900 Kilometern pro Sekunde erreicht, hat laut den Angaben in der Nacht auf Donnerstag mitteleuropäischer Zeit die Nähe der Erde erreicht.

Gefahr für GPS

Geomagnetische Stürme dauern Forschern zufolge in der Regel zwischen 24 und 48 Stunden - einige können demnach aber auch mehrere Tage währen. Im Süden Chinas störte der Sturm bereits Radioübertragungen, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag unter Berufung auf den Meteorologischen Dienst Chinas berichtete.

Gefährdet sind auch die 20 000 Kilometer von der Erde entfernt im All kreisenden Satelliten des Navigationssystems GPS, von dem Luft- und Schifffahrt abhängig sind. Auch Stromnetze können lahmgelegt werden. So führte 1973 eine Sonneneruption zu einem Stromausfall in der kanadischen Provinz Quebec - sechs Millionen Menschen sassen im Dunkeln.

Spektakuläre Polarlichter

Sonnenstürme haben aber auch eine faszinierende Seite: Als Folge des Sturms rechnete der Britische Geologische Dienst mit spektakulären Polarlichtern am Nachthimmel - selbst über dem vergleichsweise weit südlich gelegenen Grossbritannien.

Polarlichter entstehen durch die Verformung des Erdmagnetfelds während eines Sonnensturms. Die geladenen Teilchen des Sonnenwinds strömen an den Feldlinien entlang zu den Erdpolen, wo sie Lichtbänder oder -bögen in verschiedenen Farben hervorrufen.

(sda)