Erster Eindruck

28. Juli 2014 22:37; Akt: 28.07.2014 22:37 Print

Ein grosser Mund wirkt besonders zugänglich

Ist jemand zugänglich, dominant, attraktiv? Darüber bilden sich Menschen schon beim ultrakurzen Anblick eines Gesichts eine Meinung.

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Der erste Eindruck zählt, so heisst es. Dass wir uns diesen schon nach wenigen Bruchteilen einer Sekunde machen, haben nun britische Psychologen herausgefunden. Demnach entscheiden zum grossen Teil bestimmte Gesichtsformen darüber, ob ein Betrachter einen Menschen beim ersten Eindruck als vertrauenswürdig, attraktiv oder dominant einschätzt.

Insgesamt 65 Merkmale, zum Beispiel die Breite der Augenbrauen, die Form der Mundpartie oder die Position der Wangenknochen, könnten zu 58 Prozent die Einschätzungen von Gesichtern erklären, schreiben Tom Hartley und seine Kollegen von der Universität York in Grossbritannien. Das Team veröffentlichte seine Ergebnisse in den «Proceedings of the National Academy of Sciences».

Soziale Medien

«Zu verstehen, wie erste Eindrücke von Gesichtern sich bilden, ist ein Thema von bedeutendem theoretischen und praktischem Interesse, das noch wichtiger geworden ist durch die weite Verbreitung von Porträtfotos in den sozialen Medien», schreiben die Forscher im Journal.

Sie erstellten aus verschiedenen Einschätzungen von Befragten zu einer Person, deren Bild nur 100 Millisekunden zu sehen war, drei Faktoren: Zugänglichkeit, Dominanz und Jugendlichkeit/Attraktivität. Jeder Faktor ging mit zahlreichen Gesichtsmerkmalen einher, aber die stärksten Zusammenhänge konzentrierten sich überwiegend auf wenige Gesichtspartien.

Grosser Mund

So galten diejenigen als besonders zugänglich, deren Mund am grössten und am weitesten geöffnet wahrgenommen wurde – die also am deutlichsten lächelten oder lachten. Als jugendlich und attraktiv empfunden wurden vor allem Personen mit grossen Augen, schmalen, geschwungenen Augenbrauen und einer breiten Unterlippe. Dominant wirkten Gesichter mit männlichen Zügen und relativ dunkler Haut, wobei alle Fotos europäisch aussehende Menschen zeigten.

Hartley und seine Kollegen liessen zunächst 1000 Gesichter bewerten. Die Fotos waren nicht standardisiert, sondern zeigten die Menschen in Alltagssituationen – sie waren also unterschiedlich geneigt und verschieden beleuchtet.

Attraktivität objektiv messbar

Mit Hilfe von 179 charakteristischen Punkten eines Gesichts übertrugen die Wissenschaftler jedes Gesicht in eine Computergrafik. Die Einschätzungen der Befragten setzen sie mit den Gesichtsmerkmalen in Beziehung und bildeten einen Mittelwert. So gelangten sie zu Modellbildern, mit denen sie 58 Prozent aller Einschätzungen bestimmten Merkmalen zuordnen konnten.

Diese gezeichneten Modellbilder wiederum liessen die Psychologen von weiteren Versuchsteilnehmern bewerten. Den Autoren zufolge nahmen die Befragten die Modellbilder tatsächlich in der erwarteten Weise war: Das generierte Bild eines attraktiven Menschen wurde auch als attraktiv wahrgenommen. Gleiches gelte auch für die anderen Faktoren.

«Nach unserer Kenntnis haben wir zum ersten Mal gezeigt, dass die Eigenschaften, die den ersten Eindrücken von Gesichtern unterliegen, aus sehr unterschiedlichen Alltagsfotos gewonnen werden können, auf der Basis objektiver Messungen physischer Merkmale», schreibt das Team als Fazit.

(fee/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno am 29.07.2014 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Warum ?

    Warum muss das Servicepersonal jemanden schnell einschätzen können, wie bei Bild 1 steht? Soll nicht jeder Gast gleich bedient werden?

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  • Alex am 29.07.2014 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naha

    Demnach entscheiden zum grossen Teil bestimmte Gesichtsformen darüber, ob ein Betrachter einen Menschen beim ersten Eindruck als vertrauenswürdig, attraktiv oder dominant einschätzt-aha, die Gesichtsform ist also entscheidend ob jemand attraktiv ist..ist ja mal ganz was neues -.-

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  • Ardalia am 29.07.2014 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Wenn man nur Bilder vorgesetzt bekommt, stimmt das vielleicht. Aber nach über 10 Jahren im Service bleibe ich dabei; es sind die Stimme und die Art zu reden, die über Sympathie/Antipathie etc entscheiden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Snake Dundee am 01.08.2014 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    Entweder oder!

    Hah, ich habs doch immer gesagt, Dominants und Zugänglichkeit schliessen Attraktivität aus!

  • Eine Attraktive am 30.07.2014 23:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Attraktiv ist vor allem....

    ...wer sich selbst gut findet - das strahlt man aus und das macht unwiderstehlich. In jeder Hinsicht!

  • Illum am 29.07.2014 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Und wieder ein Beweis wie oberflächlich viele Menschen sind.

  • baba am 29.07.2014 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    wir sind was wir erlebt haben

    da hat mal wohn vergessen, dass unsere Erfahrungswerte auch noch eine grosse Rolle spielen. Wir mögen meistens das womit wir in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht haben..... Dies kann sich auf Aussehen von Menschen oder auch ihre Namen beziehen. Wenn ich in der Schulzeit von jemanden namens Andreas total verarscht wurde und ich ihn nicht ausstehen konnte, werd ich mein Kind auch niemals Andreas nennen. so verhält es sich auch mit Merkmalen des Aussehens. Unsere Einstellung usw ist durch das entstanden was wir erlebt haben oder wen wir gekannt haben.

  • der Leser am 29.07.2014 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dein(e) Ges(sch)icht(e)

    Ich bin seit 30 Jahren Friseur und schätze täglich Gesichter ein. Leute, obschon wir einiges unserem Papa u d. Mama zu verdanken haben, gibts ab einem bestimmten Zeitpunkt im Leben eine Eigenverantwortung, auch für dein Aussehen. DU schreibst die Geschichte für Dein Gesicht! Es IST lesbar, glaubts mir...also kannst du nicht Gene, Nachbarn oder schwierige Kindheit vorschieben...