Spermien

23. März 2019 14:53; Akt: 23.03.2019 14:53 Print

Ein starker Schwanz ist das A und O

Auf dem Weg zur weiblichen Eizelle liefern sich rund 55 Millionen Spermien ein Rennen. Nur die Samenzellen mit der richtigen Ausstattung haben eine Chance.

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Kaum im weiblichen Unterleib angekommen, beginnt für rund 55 Millionen Spermien nach ungeschütztem Sex das Rennen zum Ei. Britische Forscher zeigen nun, dass nur jene Samenzellen mit besonders robusten Geisseln eine Chance haben, die Schleimbarriere vor dem Gebärmutterhals zu durchbrechen. Das ist jedoch nicht das einzige Spannende, wie die nächsten Bilder beweisen. Sperma besteht zu 91,8 Prozent aus Wasser. Weiter enthält es Proteine, Enzyme, Elektrolyte, verschiedene Hormone und Pheromone sowie Zink, Magnesium und Calcium. Es ist mit einem pH-Wert zwischen 7 und 7,8 leicht basisch, was die Samenzellen vor der sauren Umgebung der Vagina schützt. Nicht zu verwechseln sind Sperma und Lusttropfen. Bei Letzterem handelt es sich um ein Sekret, das dazu dient, Urin-Reste in der Harnröhre zu neutralisieren und die Gleitfähigkeit der Eichel zu verbessern. Dennoch können in ihm Spermien enthalten sein. Heisst: Eine Frau kann dadurch bereits schwanger werden. Es gibt noch einen weiteren Unterschied zwischen Sperma und Lusttropfen: Zu Ersterem gibt es ein Kochbuch, zum zweiten jedoch nicht. «Natural Harvest. A collection of semen-based recipes» von Paul «Fotie» Photenhauer ist 2008 erschienen. Im Schnitt beträgt die Menge eines menschlichen Samenergusses 2 bis 6 Milliliter, wobei 1 Milliliter durchschnittlich 20 bis 150 Millionen Spermien enthält. Das sind 0,5 Prozent des gesamten Ejakulats - der Rest ist Samenflüssigkeit. Viel und regelmässiger Sex verbessert die Qualität der Spermien. Das haben Forscher des Soroka Universtity Hospital nachgewiesen. Laut ihrer Studie bewirkt häufiges Kopulieren, dass die Spermien des Mannes beweglicher werden - was bei Kinderwunsch essenziell ist. Ebenfalls positiv auf die Beweglichkeit von Spermien wirkt sich Kaffeekonsum aus. Laut Wissenschaftlern der Universität Sao Paulo machen schon drei Tassen pro Tag einen Unterschied aus. Ganz anders sieht es bei Vegetariern und Veganern aus: Wissenschaftler der Loma Linda University Medical School in Kalifornien haben Hinweise darauf gefunden, dass deren Fruchtbarkeit unter ihrer Ernährung leidet. Die Spermien von Fleischessern sind wesentlich aktiver. . Ihrer Studie zufolge werden die Spermien durch das Rauchen von Cannabis kleiner und entwickeln mehr Fehlbildungen. (Im Bild: Promi-Kiffer Snoop Dogg) Auf dem Weg zur Eizelle der Frau liefern sich die Spermien des Mannes ein regelrechtes Wettschwimmen. Doch nicht alle haben die gleichen Chancen, wie spanische Forscher nun herausgefunden haben. Demnach sind die ersten Tropfen besser in Form als der Rest. . Forscher der State University of New York in Albany haben gezeigt, dass Sperma gegen Depressionen hilft. Der stimmungsaufhellende Effekt geht auf die im Ejakulat vorhandenen Hormone Testosteron und Östrogen zurück. Geschluckt werden muss das Sperma dafür übrigens nicht. Die Hormone werden auch durch die Schleimhäute in der Vagina aufgenommen. Auch Schwangeren kann Sperma helfen. Laut dem US-Biopsychologen Gordon G. Gallup lässt der Samen des biologischen Vaters die werdenden Mütter weniger anfällig für lästige Symptome wie morgendliche Übelkeit werden. Sperma-Allergiker sollten darauf jedoch verzichten. Denn bei einer leichten Form kann es beim Kontakt mit der Samenflüssigkeit zu Ausschlag am ganzen Körper, Schwellungen und Rötungen kommen. Ist die Allergie stärker, leiden die Betroffenen zusätzlich unter Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Im schlimmsten Fall droht ein anaphylaktischer Schock. Bei älteren Männern ist bei Kinderwunsch offenbar Vorsicht geboten. Gemäss Forschern des Karolinska Instituts gibt es einen Zusammenhang zwischen bipolarer Störung und dem Alter des Vaters: Nachwuchs, der von Männern über 55 Jahren gezeugt wurde, hat ein 1,37 Mal höheres Risiko zu erkranken, als Kinder, deren Väter bei der Befruchtung zwischen 20 und 24 Jahre alt waren. (Im Bild: Bruce Willis mit Tochter Mabel Ray) berichtete.

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Bei ungeschütztem Sex gelangen rund 55 Millionen Spermien in den weiblichen Unterleib. Diese liefern sich dann ein hürdenreiches Wettrennen zur Eizelle. Unter anderem gilt es für sie, die Schleimschlicht vor dem Gebärmutterhals zu überwinden.

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Wer das Rennen macht, darüber entscheidet vor allem die Beschaffenheit der Spermienschwänze, auch Geisseln genannt: Nur die mit einer widerstandsfähigen Aussenschicht haben genug Kraft, um die zähe Hürde zu durchbrechen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der Universitäten von York und Oxford.

Für die im «Journal of the Royal Society Interface» publizierte Arbeit haben Hermes Gadêlha und Eamonn A. Gaffney in einem ersten Schritt die Samenzellen von Menschen und anderen Säugetieren analysiert, bei denen die Befruchtung im Innern des Körpers stattfindet. Dann verglichen sie die Ergebnisse mit denen von Seeigeln, die ihr Sperma zur sogenannten äusseren Befruchtung ins Wasser geben.

Neue Hoffnung für Kinderlose


Dabei zeigte sich, dass die Seeigelspermien nichts gegen zähe Flüssigkeit wie der Schleimbarriere vor dem Gebärmutterhals ausrichten können. Sie kapitulieren davor. Das verdeutliche, so die Forscher, wie wichtig die widerstandsfähige Aussenschicht der Geisseln für die menschliche Befruchtung ist.

Die neuen Erkenntnisse könnten künftig die Auswahl von Spermien in Fruchtbarkeitskliniken beeinflussen und so die Chancen auf Nachwuchs erhöhen, hoffen die Forscher.

Nur Spermien mit verstärkter Geissel können es schaffen. (Video: Youtube / Hermes Gadelha)

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simon am 23.03.2019 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Wieder einmal ein sehr gewagter Titel :-)

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  • A1989 am 23.03.2019 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweideutig

    Die Überschrift könnte man auch anders verstehen das war bestimmt keine Absicht;)

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  • der Doktor auf dem Traktor am 23.03.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Zufall

    Der Titel des Artikel wurde wohl bewusst zweideutig gewählt.... jä also, aber

Die neusten Leser-Kommentare

  • Blerim am 23.03.2019 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Samen

    Wenn man denkt das wir alle von unseren Hoden von unsere vater stammen.

    • EmanuelX am 25.03.2019 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Blerim

      Etwas widersprüchlich!

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  • Linie am 23.03.2019 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darum habe ich es geschafft

    Genau wegen dem habe ich es geschafft.

  • Verunsicherter am 23.03.2019 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ahhh ja?

    Und ich hab gedacht es kommt auf gute Technik an :-)

    • Banana jody am 23.03.2019 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Verunsicherter

      auch

    • marko 34 am 23.03.2019 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Verunsicherter

      Schrecklich

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  • Albenga am 23.03.2019 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Also wenn ich mich auf der Welt so umschaue bezweifle ich diesen Artikel.

  • BS am 23.03.2019 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Lottogewinner

    Und die Chance im Schweizer Lotto zu gewinnen liegt bei 1 zu 31 Millionen. Wir haben alle schon einmal im Lotto gewonnen.