Bedrohte Fischart

02. Januar 2016 13:29; Akt: 02.01.2016 13:46 Print

Einheimische Schönheit ist gefährdet

Die Äsche ist der Fisch des Jahres 2016. Doch ihr Lebensraum wird immer kleiner.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Schön, sensibel und bedroht: Die einheimische Äsche ist schlank und stromlinienförmig, der Rücken olivenbraun, die Flanken silbern mit gelben, orangen Punkten. Ihr Markenzeichen ist die farbige Rückenflosse. Dieser verdankt der Fisch den Rufnamen «Fahne» oder «Fahnenträgerin».

Doch ihr Lebensraum wird immer kleiner, warnt der Fischerei-Verband. Er hat die Äsche zum Fisch des Jahres 2016 ernannt, um auf die Bedrohung der Fischart aufmerksam zu machen. Es brauche mehr renaturierte Gewässer, sonst sterbe die Äsche ganz aus.

In der Schweiz kommt die europäische Fischart besonders häufig vor – etwa in Rhein, Aare, Rhone, Inn, Tessin oder Reuss. Doch diese Zeiten seien bald vorbei, teilte der Schweizerische Fischerei-Verband SFV mit. Denn die künstliche Veränderungen der Flüsse bedrohe die Äsche existenziell.

Flüsse sind verbaut und zu warm

Der Äschen-Rückgang hat verschiedene Gründe. Dazu gehören etwa Hindernisse in den Flüssen, welche die Wanderrouten der Äsche unterbrechen. Für die natürliche Fortpflanzung wandern Äschen nämlich bis zu 50 Kilometer, um ihre Eier auf sauberem Kiesgrund und in sauerstoffreichem Wasser zu platzieren. Ist die Route unterbrochen, kann sich der Fisch kaum noch aus eigener Kraft fortpflanzen und ist dafür auf menschliche Hilfe angewiesen.

Die Verbauung von Flüssen verkleinere zudem Flachwasserzonen, die für Larven und Jungfische «unverzichtbar» seien. Auch Kormorane, die Äschen verspeisen, und die Erwärmung der Gewässer setzen dem Fisch zu.

Wolle man die Art schützen, müssten künstlich verbaute Flüsse renaturiert und die verschiedenen Gewässer besser vernetzt werden, schreibt der Verband. Er fordert in seinem Communiqué die «konsequente Umsetzung des 2011 beschlossenen eidgenössischen Gewässerschutzgesetzes».

(ij/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Äschenfreund am 02.01.2016 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wasserkraftwerke sind toll

    Das mit Abstand grösste Problem stellen die Wasserkraftwerke dar. Einerseits wird die Geschiebedynamik der Fliessgewässer extrem beeinträchtigt und andererseits nimmt auch die Fliessgeschwindigkeit ab. Somit kommt es zu einer Verschlammung des Untergrundes. Und ohne Kiesgrund können die Äschen nicht laichen. Folglich muss diese Art anderen Arten Platz machen. Irgendwann verschwinden dann auch diese wenn durch den Schlamm nicht mehr genügend Sauerstoff vorhanden ist. Ein Hoch auf die ach so umweltfreundlichen Wasserkraftwerke!

    einklappen einklappen
  • Nemo am 03.01.2016 01:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fische im Rhein

    Schade baut der Zolli in Basel ein Ozeanium um auf die Probleme der Weltmeere aufmerksam zu machen... Denke, ein Vivarium über die lokale Flora und Fauna wäre sinnvoller... oder zumindest die vision nemo!

  • R.Lüthi am 02.01.2016 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Ürner

    Du weisst abet schon, dass "Catch and Release" in der Schweiz verboten ist. Und dies gemäss Eidg. Fischereigesetz. Da können auch Kantone mit ihren Verordnungen nicht daran rütteln.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • dw am 03.01.2016 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende Laichplätze

    Das grösste Problem ist nach meinem wissen, dass die Äschen die gezüchtet werden und als Kleinfische ausgesetzt werden sich nachher nicht mehr selber weiter pflanzen können. Daher werden diese nicht mehr in grossen Mengen ausgesetzt da es auf den gesunden Gesammtbestand keinen Einfluss hat.

  • Nemo am 03.01.2016 01:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fische im Rhein

    Schade baut der Zolli in Basel ein Ozeanium um auf die Probleme der Weltmeere aufmerksam zu machen... Denke, ein Vivarium über die lokale Flora und Fauna wäre sinnvoller... oder zumindest die vision nemo!

  • Liv v am 02.01.2016 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hormon Pille

    Was ist mit den Hormonen im Wasser von der Pille? Die könnte der Grund dafür sein. Deshalb liebe Frauen bitte nimmt die Pille nicht und lasst ihn verhüten. Euer Körper und das Trinkwasser werden es euch danken.

  • Michelle am 02.01.2016 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel zeugs im wasser

    Das nimmt mich nicht wunder, dass im wasser der weg blockiert ist, ich sehs ja schon beim kanal. Gewisse gemeinden werfen einfach alles ins wasser und auch die leute, was ich da drin schon alkes gesehen habe: velos, trottinet, bälle, kleider, scherben usw. Man könnte schon nur was erreicht werden, wenn die gemeinden und die leute aufhören würden alles darein zuschmeissen. Wegen der erwärmung des wasser kann man nicht viel tun, vielleicht kommt ja noch ne abkühlung. Es hat im winter 2015 ohnehin viel zuwenig geregnet und geschneit, vielleicht wirds noch anders.

  • R.Lüthi am 02.01.2016 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Ürner

    Du weisst abet schon, dass "Catch and Release" in der Schweiz verboten ist. Und dies gemäss Eidg. Fischereigesetz. Da können auch Kantone mit ihren Verordnungen nicht daran rütteln.

    • Til am 02.01.2016 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R.Lüthi

      Es ist dem Fischer überlassen, Fische aus ökologischen Gründen zurück zu setzen. Das Verbot gilt nicht so absolut. Was verboten ist, ist fischen zu gehen mit dem festen Vorsatz, jeden Fisch zurück zu setzen.

    • C&R am 02.01.2016 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R.Lüthi

      Sofern der Fisch biologisch wertvoll ist darf er zurückgesetzt werden. Schweizweit!

    • Ürner am 02.01.2016 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R.Lüthi

      Richtig, das ist so. Deshalb lasse ich beim nächsten mal auch keine Äsche mehr frei sondern werde mich beim Kanton und dem Bund Selbstverzeigen ;)

    • nicht mehr am 03.01.2016 00:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R.Lüthi

      das entspricht nicht mehr den neusten richtlinien! man darf ser wohl fische zurücksetzten! er darf nur nicht verletzt sein und es muss ökologisch vertretbar sein, jedoch kann das jeder auslegen wie er will... aber musst mal nachschauen...

    • Pipo am 03.01.2016 09:43 Report Diesen Beitrag melden

      Sportfischen in der Schweiz verboten

      Catch and release ist verboten. Wenn man gezielt auf Äsche fischt und sie dann zurücksetzt wird das auch zurecht bestraft. Anders ist das wenn man z.B. auf Forelle fischt und ausversehen eine Äsche mitfischt. Dann kann man sie aus oben genannten Gründen wieder zurücksetzten. Dann bitte aber auch den Fangplatz wechseln, da Äschen gerne in Schwärmen unterwegs sind. PS: Äschen verstecken sich nicht wirklich im Fluss und sind in ihrer Region vielfach gut sichtbar. Sie sind sehr scheu und vorsichtig. Die Chance ausgerechnet eine Äsche "ausversehen" zu fangen ist sehr gering.

    einklappen einklappen