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02. März 2019 08:40; Akt: 02.03.2019 10:38 Print

Elon Musks Raumschiff ist unterwegs zur ISS

Am Samstag hat Spacex ein unbemanntes Raumschiff auf einen Testflug geschickt. Es soll den USA erlauben, wieder Astronauten ins All zu transportieren.

Elon Musks Firma hat eine unbemannte Raumkapsel auf einen Testflug geschickt. Es soll den USA erlauben, wieder Astronauten ins All zu transportieren.
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Auf diesem Start ruhten die Hoffnungen einer ganzen Nation. Erstmals seit 2011 hob wieder ein amerikanisches Raumschiff ab, das Astronauten ins All befördern kann. Die Crew Dragon genannte Kapsel des privaten Raumfahrtunternehmens Spacex wurde am Samstagmorgen um 8.49 Uhr Schweizer Zeit auf einer Falcon-9-Rakete in die Erdumlaufbahn befördert. Ihr Ziel ist die Internationale Raumstation ISS.

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Testflug des Spacex-Raumschiffs

Der unbemannte Testflug soll zeigen, dass das Spacex-Raumschiff Astronauten sicher zur ISS und wieder zurückbringen kann. Die Crew Dragon basiert auf dem Dragon-Frachtschiff, mit dem Elon Musks Firma seit 2012 Nachschub zur ISS fliegt.

Das Raumschiff wurde für das Commercial-Crew-Programm der US-Raumfahrtbehörde Nasa entwickelt, das den USA die Fähigkeit zurückgeben soll, selber Astronauten ins All zu schicken. Seit dem Ende des Space-Shuttle-Programms im Juli 2011 können Nasa-Astronauten die ISS nur noch mit russischen Soyus-Raumschiffen erreichen.

Ripley fliegt mit

Mitfliegen wird am Samstag neben 180 Kilo Fracht ein Dummy namens Ripley, eine Referenz an Sigourney Weavers Figur aus den «Alien»-Filmen. Er wird einen schwarz-weissen Spacex-Raumanzug tragen, wie man ihn vom Starman kennt. Diese Puppe sass am Steuer des roten Tesla, den Spacex im Februar 2018 als Ballast im Rahmen des Testflugs der neuen Falcon-Heavy-Rakete ins Weltall schoss.

Mit dem Starman hat Ripley allerdings wenig gemeinsam. Im Gegensatz zu diesem ist er mit unzähligen Sensoren bestückt. Sie sollen die Auswirkungen des Flugs in der Kapsel auf den menschlichen Körper messen. So soll sichergestellt werden, dass Raumschiff und Raumanzug sicher sind.


Erster bemannter Flug im Juli

Crew Dragon soll am Sonntag morgenbei der ISS ankommen. Im Gegensatz zur Frachtversion wird die Kapsel nicht von einem ISS-Crewmitglied mit dem Roboterarm eingefangen, sondern dockt direkt an der Raumstation an. Ein weiterer Unterschied zur Frachtversion besteht darin, dass die Solarpanels nicht ausfahrbar, sondern fest in die Aussenhülle integriert sind. Sollte es zu einem Zwischenfall beim Start kommen, verfügt die Kapsel über 8 Superdraco-Triebwerke, um die Kapsel aus dem Gefahrenbereich zu schiessen.

Dieses Notfallsystem soll im nächsten Flug getestet werden. Geht dabei alles gut, sollen im Juli die beiden Nasa-Astronauten Bob Behnken und Doug Hurley mit dem Spacex-Raumschiff ins All fliegen. Das bemannte Raumfahrtprogramm im Auftrag der Nasa bringt dem Unternehmen aus Hawthorne, Kalifornien, gemäss einem 2014 abgeschlossenen Vertrag 2,6 Milliarden Dollar ein.

Neben Spacex soll auch Boeing für die Nasa Astronauten zur ISS transportieren. Der erste Testflug ihres CST-100 Starliners ist für April vorgesehen. Boeing wird dafür die Atlas-V-Rakete der United Launch Alliance, einem Joint Venture zwischen Lockheed Martin und Boeing, verwenden.

Verfolgen Sie den Start ab 8 Uhr Schweizer Zeit im Livestream von Nasa-TV:

Oder im Livestream von Spacex:

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stevie Wonder am 01.03.2019 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Just wonder...

    Was bloss soll man mit dem Resultat dieser Umfrage anstellen? Was soll sie für Erkenntnisse bringen?

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  • Eric am 02.03.2019 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Aber...

    Da gibt es in den USA eine riesige NASA, die jährlich Unmengen an Geld verjubeln, und die bringen keine eigenen Raketen mehr auf die Beine? Der kleine Musk aber schon. Hä?

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  • S. Arkasmus am 01.03.2019 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Nostromo

    Und sobald sie wieder auf der Erde gelandet ist, hüpft einem HR Giger's Alien ins Gesicht, jaja... kennen wir... ;-D

Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzli am Fernrohr am 04.03.2019 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    gute Arbeit Jungs da oben.

  • Ändu am 02.03.2019 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann von Musk halten was man will...

    ...aber mindestens Eier hat der Kerl. Wo viele andere nur heisse Luft mit Phrasen produzieren, sind seine Raketenabgase ungleich heisser. Der hat nicht rumdiskutiert, sonder die Ärmel hochgekrempelt und seine Ideen umgesetzt. In gerade mal 15 Jahren hat er SpaceX zu einem Unternehmen geformt, dass weltweit als einzige Privatfirma und ohne die direkte Unterstützung durch Steuergelder Satelliten in das Weltall schiesst. Die bemannte Raumfahr ist also nur der logische nächste Schritt. Wohin das führen wird, wer weiss das schon?

    • Boris am 02.03.2019 14:53 Report Diesen Beitrag melden

      Das stimmt schon,

      dabei dürfen wir nicht vergessen das ein Dreiviertel des Geldes das in Weltraumfahrt gesteckt wird kommt vom Militär, das war schon immer so. Dabei spielt es keine Rolle ob jetzt Musk dahinter steht oder die Nasa.

    • Lukas am 04.03.2019 08:29 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Wunder als Kleinverdiener

      Boris in wie weit deine Aussage stimmt mag ich nicht abzuschätzen. Was ich jedoch weiß ist das die NASA ein Kleinverdiener ist im Sinne des Budget welches ihr zur Verfügung gestellt wird. Die NASA hatte für das Jahr 2018 ein Budget von gerademal 21 Milliarden. Zum Vergleich das Militär erhielt im 2018 639 Milliarden. Also wenn das Militär etwas vom Kuchen abgibt wäre das nur fair. Lieber das 30-Fache in Kriegstreiberei statt Forschung stecken..

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  • Thomas am 02.03.2019 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach Daumen hoch!

    Einfach nur genial. Im Gegensatz zu Autos kann er Raketen bauen. Genial der Schub der die privaten Firmen in diesem Markt bringen. Und die Nasa muss endlich wieder selber Astronauten ins All bringen können. Peinlich wenn man von den Russen abhängig ist und selbst die Chinesen das können.

    • Boris am 02.03.2019 13:29 Report Diesen Beitrag melden

      Abhängig sind doch alle.

      Eigentlich ist es nicht peinlich daran wenn die Amerikaner mit den Russen zusammenarbeiten würden, eine permanente Marsstation können die Amerikaner alleine sich gar nicht leisten, also werden sie in Zukunft in dieser Hinsicht ganz bestimmt mit den Russen, auch mit den Chinsesen und mit anderen Ländern zuammenspannen müssen.

    • Andrea am 02.03.2019 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Auto kann er auch bauen und was für Autos

    • Flitzpiepe am 05.03.2019 11:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Boris

      Ganz nüchtern gesehen ist eine Zusammenarbeit das einzig Sinnvolle - wäre da nicht der Kindergarten, in dem die Bienchen-Gruppe losheult weil die Frosch-Gruppe ein Legosteinchen mehr hat....

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  • Roli1966 am 02.03.2019 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spielzeug

    mit 3 das Laufrad mit 30 das Raumschiff

  • Eristovanova am 02.03.2019 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    rocket men

    Aber die USA ist schon auf dem mond gewesen.

    • Huilochen am 02.03.2019 13:09 Report Diesen Beitrag melden

      tja...

      der Russe hat diese Niederlage bis heute noch nicht verdaut, es werden aber noch ganz viele folgen.

    • Kritiker S. am 04.03.2019 08:54 Report Diesen Beitrag melden

      NASA hat grössere Ziele

      Die NASA kümmert sich nicht mehr um Versorgungsflüge für die ISS, welche nicht mehr lange in Betrieb sein wird. Dies wurde outgesourct an die Russen und private Organisationen wie zum Beispiel SpaceX. Die NASA arbeitet intensiv am SLS Trägersystem, mit welchem ab nächstes Jahr die ersten Testflüge durchgeführt werden (die Orion Kapsel wurde ja schon getestet). Dieses SLS (Space Launch System) ist für die Marsmissionen gedacht, ca. ein Viertel grösser als die damaligen Saturn V Raketen.

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