Sensationsfund

28. November 2014 10:55; Akt: 28.11.2014 13:36 Print

Erstausgabe von Shakespeare entdeckt

Bei Recherchen für eine Ausstellung stiess ein französischer Bibliothekar auf eine ganz besondere Shakespeare-Ausgabe. Sie könnte ganz neue Erkenntnisse bringen.

In den Regalen einer nordfranzösischen Bibliothek lagerte ein wahrer Schatz. (Video: Reuters)
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Ein historischer Shakespeare-Band, der 1623 und damit nur sieben Jahre nach dem Tod des englischen Dramatikers veröffentlicht wurde, ist in einer nordfranzösischen Bibliothek aufgetaucht.

Es handelt sich um das zweite in Frankreich gefundene Exemplar der First Folio genannten Sammlung von Shakespeares Theaterstücken. Das sagte der Bibliothekar Rémy Cordonnier am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Weltweit sind damit 231 Exemplare bekannt. Gefunden wurde das wertvolle Buch in der Bibliothek der nahe Calais am Ärmelkanal gelegenen Stadt Saint-Omer.

Bis zu fünf Millionen Euro wert

Cordonnier bereitete eine Ausstellung über englischer Literatur vor, als er einen Shakespeare-Band untersuchte, der auf das 18. Jahrhundert datiert worden war. Doch der Historiker begann, an der Datierung zu zweifeln. «Mir kam der Gedanke, dass es sich um ein bislang nicht identifiziertes First Folio handeln könnte», sagte Cordonnier. Der Shakespeare-Spezialist Eric Rasmussen von der University of Nevada bestätigte dies schliesslich.

«Die First Folios haben einen Wert zwischen zweieinhalb und fünf Millionen Euro», sagte die Leiterin der Bibliothek von Saint-Omer, Françoise Ducroquet. «Unsere Ausgabe hat einen geringeren Wert.» Laut Cordonnier ist das Buch zwar in einem «guten Zustand», es fehlen aber rund dreissig Seiten, darunter die erste. Ohnehin ist das Buch in staatlichem Besitz und unverkäuflich.

Wichtig für die Forschung

Weil Originalschriften des Dichters nicht bekannt sind, sind diese frühen Kopien für die Forschung von zentraler Bedeutung. «Die Erstausgabe seines Gesamtwerkes ist für uns die beste Möglichkeit, Shakespeares Originaltexte zu erforschen», so Cordonnier.

Saint-Omer war im Mittelalter eine Hafenstadt mit einem regen Handel und kulturellem Austausch. Die Stadt sei «lange Zeit die letzte katholische Bastion in der Region gewesen», erläuterte Cordonnier. «Viele englische Katholiken, die von den Anglikanern verfolgt wurden, haben hier Zuflucht gefunden.» Das Shakespeare-Buch sei womöglich von Engländern in die Stadt gebracht worden.

In der Bibliothek von Saint-Omer werden zahlreiche historische Bücher und Manuskripte aufbewahrt, unter anderem eine Gutenberg-Bibel.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.G. am 28.11.2014 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wer war William Shakespeare

    Der Fund hilft aber nicht die wichtigste Frage zu klären: War der Autor wirklich jener William Shakespeare aus Straford oder verbarg sich John de Vere, 17. Earl of Oxford hinter einem Pseudonym.

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  • Studiosus am 28.11.2014 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Zeit vergeht

    Ob unseren digitalen Bibliotheken in 400 Jahren auch noch lesbar sein werden?

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  • Jonny Boy am 29.11.2014 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Shakespeare was Love

    Shakespeare hat zwar nie wirklich existiert, aber egal. Schön wenn es Menschen gibt dies doch glauben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • kurt am 30.11.2014 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sry, aber bibliotheken bringen nix

    seit der erfindung des buchdrucks und der damit verbundenen massenhaften verbreitung von wissen hat sich im wesentlichen nur eines verbessert: die perfide art mit immer weniger aufwand immer mehr menschen zu töten. und die menschheit hat nichts aus ihren dokumentierten taten gelernt. also wozu noch bücher lagern?

  • Jonny Boy am 29.11.2014 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Shakespeare was Love

    Shakespeare hat zwar nie wirklich existiert, aber egal. Schön wenn es Menschen gibt dies doch glauben.

    • U. Schmitter am 29.11.2014 20:19 Report Diesen Beitrag melden

      Blödsinn!

      Es gab William Shakespeare. Diverse Quellen und Kirchenbücher geben darüber Auskunft. Was in den letzten Jahren jedoch bezweifelt wird, ist, dass er die Theaterstücke geschrieben hat. Man nimmt an, dass sie nur unter seinem Namen herausgegeben worden sind. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass Shakespeare gelebt hat.

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  • Studiosus am 28.11.2014 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Zeit vergeht

    Ob unseren digitalen Bibliotheken in 400 Jahren auch noch lesbar sein werden?

    • nifnof am 29.11.2014 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      leider nein

      Forscher gehen davon aus dass unsere Speichermedien bis dahin nicht mehr funktionieren und falls doch, wir nicht mehr über die benötigten Abspielmöglichkeiten verfügen. Deshalb haben sie heute schon begonnen, unser Wissen( für Notfälle) wieder auf Papier zu bringen und zu lagern.

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  • M.G. am 28.11.2014 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wer war William Shakespeare

    Der Fund hilft aber nicht die wichtigste Frage zu klären: War der Autor wirklich jener William Shakespeare aus Straford oder verbarg sich John de Vere, 17. Earl of Oxford hinter einem Pseudonym.

    • Constantine am 29.11.2014 00:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sir.Francis Bacon

      Steht ebenfalls in Verdacht. Und es ranken sich noch viel mehr Geheimnisse um diese Person.

    • Sweet am 29.11.2014 19:49 Report Diesen Beitrag melden

      Humbug

      Süss wie manche Menschen doch auf den Verschwörungstheorie-Zug aufspringen nur um gescheiter und gebildeter zu wirken. Obwohl man weiss, dass es totaler Humbug ist. Süss.

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  • Marcus V. McCarran am 28.11.2014 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    To be or not to be

    Vielleicht genau so ein Fake wie damals die "Hitler-Tagebücher"? Wer weiss...? "Sein oder nicht sein?" , das ist hier die Frage.