Gesundheitsgefahr

19. November 2018 20:58; Akt: 19.11.2018 20:58 Print

Essen Sie besser keine essbaren Blüten

Sie zieren kunstvoll angerichtete Menüs und gelten als geniessbar. Eine Studie aus Dänemark belegt das Gegenteil. Die verantwortlichen Forscher warnen.

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Schön sehen sie ja aus. Aber beim Verzehr scheiden sich die Geister. Während die einen sie geschmackvoll finden, sind sie anderen zu fad und legen sie zur Seite. Das zu tun, raten auch Forscher des Lebensmittelinstituts der Dänischen Technischen Universität – allerdings aus einem anderen Grund.

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Wie denken Sie über essbare Blüten?

In ihrer Übersichtsstudie analysierte das Team um Mikael Mandrup Egebjerg 23 Pflanzen, die in der Küche oft verwendet werden. In 14 Sorten fanden die Wissenschaftler potenziell giftige Substanzen, wie es im Fachjournal «Food and Chemical Toxicology» heisst.

Unschöne Nebenwirkungen

So hätten Studien gezeigt, dass das in Schafgarbe enthaltene Thujon in hohen Dosen etwa das Hodengewebe von Mäusen und Ratten schädigt. Die in Borretschblüten und Natternköpfen enthaltene Pyrrolizidinalkaloide greifen dagegen die Leber an und können Krebs erzeugen. Und auch das beliebte Waldmeisterkraut attackiert die Leber.

Auch die Wilden Stiefmütterchen sind offenbar nicht ohne. Zwar hatte die European Medicine Agency sie im Jahr 2010 als Heilkraut eingestuft, gleichzeitig aber auch betont, dass sie Kindern und Jugendlichen besser nicht serviert werden sollten.

Besser Vorsicht walten lassen

Die Forscher weisen darauf hin, dass wie bei so vielem auch hier die Dosis das Gift mache. Deshalb sollten Erwachsene pro Tag nicht mehr als wenige Gramm essen.

Zwar bleibe man so unter den empfohlenen Höchstwerten, so Egebjerg. Allerdings wisse man noch zu wenig darüber, ob, und wenn ja, welchen Schaden die toxischen Substanzen über längere Zeit konsumiert im menschlichen Körper anrichten. Am sichersten fahren also diejenigen, die die Blüten einfach zur Seite schieben.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas F am 19.11.2018 21:56 Report Diesen Beitrag melden

    Mengen? Wahrscheinlichkeit?

    Was heisst "in hohen Dosen"? Diese Blüten kommen bei jedem Menschen höchstens ein paar Mal in Kleinstmengen als Dekoration auf den Teller. Es ist wahrscheinlich wie damals bei den Zimtsternen: Wenn ich 15 kg Borretschblüten in einer Woche esse, handle ich mir mit einem Risiko von einem halben Prozent in den nächsten 30 Jahren einen Krebs ein. Hirnrissig! Dabei ist das Risiko, morgen auf dem Fussgängerstreifen von einem Dieselauto vergiftet zu werden, 1000 mal grösser!

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  • Hekate am 19.11.2018 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    Thujon

    Aha, aber der Frass vom Mac und Burgerking geht dann wohl klar? Natürlich ist das alles Dosisabhängig, wie im Artikel steht, genauso wie Fast Food. Thujon in kleinen Mengen ist aber Leber und Gallen stimulierend und kann bei Erkältungen helfen. Macht euch selber schlau.

  • Muss bleiben am 19.11.2018 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rucolablüten

    Traumhaft feiner Knoblauchhauch auf Tomaten/Mozarella und äusserst attraktiv.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ich liebe diese Blüten am 21.11.2018 00:38 Report Diesen Beitrag melden

    für mein Leben gerne

    Eine Blume findet bei mir immer Beachtung, ob essbar oder nicht. Was mich nicht umbringt, macht mich stark. Heute wissen doch die meisten, dass alles über essbare Blütendeko im google nachgelesen werden kann. Ich bin Ästhet und liebe die schön angerichteten Teller. Der junge Löwenzahn ist im Frühjahr als Salat empfehlenswert. Der vor kurzem an der Algarve gesammelte Meerfenchel dient im Winter als Vitaminspender erster Güte und schmeckt eingelegt hervorragend.

  • Prince am 20.11.2018 22:32 Report Diesen Beitrag melden

    Die Dämonisierung

    der Natur - einer höheren Ebene von der der Mensch abstammt, geht munter weiter. Und nun meinen gewissen Menschen, sie könnten die Natur erklären, bevormunden, ausbeuten, bestimmen, manipulieren, diffamieren usw. Wie dumm, wobei das Manipulieren schon ganz gut funktioniert...

  • Heidi Heidnisch am 20.11.2018 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Orientalische Medizin

    Gerade in Ayurveda und TCM verwischen die Grenzen zwischen Medizin und Nahrung, nach dem Grundsatz: Richtige Ernährung ist Medizin. Gerade in Indien, Thailand und China sind Gewürze ebenso Heilmittel wie Kräuter und Blumen.

  • Roland Weisskopf am 20.11.2018 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Dummheit ist lernbar

    Ich freue mich jetzt schon auf die kommende Bärlauch-Saison. Dann gibts bei mir wieder Spargelragout mit Bärlauchknospen aus dem Wok. Ich werde wohl eher von einem Blitz oder Meteoriten erschlagen, als von einer essbaren Blüte ins jenseits befördert. Wir haben schon länger zuviele Forscher, die ich nicht mehr Wissenschaftler nennen mag. Der grosse Teil geht bei mir nur noch als Dummheitsschaftler durch, u.a. auch wegen solchen Berichten, die statt auf evidenzbasierten Fakten auf irgendwelchen Annahmen und Vermutungen basieren und mutmasslich von irgend einer Interessenlobby gekauft sind.

  • pika am 20.11.2018 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    die Menge macht's!

    In hohen Dosen und potenziell........ aaargh! Wer eine Muskatnuss ganz isst stirbt auch daran. Salz ist in hohen Dosen auch tödlich und Wasser übrigens auch! Normaler Menschenverstand ist für mich die goldene Mitte! Von allem ein bisschen und ob ich mal Krebs habe weil ich mal geraucht habe, weil ich mal ein Kleidungsstück anhatte mit behandelter Farbe oder von was auch immer - es ist das Leben und das ist tödlich!