Landung auf Ryugu

01. Oktober 2018 21:31; Akt: 01.10.2018 21:31 Print

Europas Mascot-Lander ist bereit für den Asteroiden

280 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, soll am Mittwoch ein Roboter auf einem Asteroiden landen. Anschliessend bleiben ihm nur wenige Stunden.

So soll Mascot auf dem Asteroiden landen und arbeiten. (Video: DLR)
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Der Countdown für den hüpfenden Asteroidenlander Mascot läuft: Am frühen Mittwochmorgen soll sich das schuhkartongrosse Forschungsgerät von der japanischen Raumsonde Hayabusa 2 trennen. Wenige Minuten später soll es auf dem Asteroiden Ryugu aufsetzen, von dessen Oberfläche kürzlich erste Bilder veröffentlicht worden sind (siehe Video unten).

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Der nur 30 mal 30 mal 20 Zentimeter grosse Lander soll nach der Landung mindestens 16 Stunden lang Daten über Ryugu sammeln, wie das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Montag mitteilte. Einige Stunden nach der Landung und ersten Messungen werden die Wissenschaftler im Kontrollzentrum in Köln entscheiden, ob die Landeeinheit per eingebautem Schwungarm zu einer weiteren Messstelle hüpft.

Hoffnung auf sanfte Landung

Hayabusa 2 hatte mit Mascot und weiteren Geräten an Bord Ende Juni den Asteroiden Ryugu erreicht, der nach einem unter Wasser liegenden Schloss aus der japanischen Mythologie benannt ist. Hayabusa 2 – japanisch «Falke» – wird Ryugu insgesamt eineinhalb Jahre lang aus unmittelbarer Nähe beobachten. Entwickelt und gebaut wurde Mascot (Mobile Asteroid Surface Scout) vom DLR in enger Kooperation mit der französischen Raumfahrtagentur Cnes.

«Wir sind gespannt, ob Mascot wie geplant und vielfach erprobt sanft aus seiner Verankerung gelöst wird», erklärte Projektleiterin Tra-Mi Ho vom DLR mit Blick auf die Abtrennung des Landers von der Muttersonde, die am Mittwoch um 3.58 Uhr Schweizer Zeit stattfinden soll. «Der sanfte Abstieg ist entscheidend, weil Mascot sonst wegen der geringen Gravitation wie ein Gummiball vom Asteroiden zurückspringen und im All verloren gehen würde.»

Daten für Asteroiden-Verteidigung

Durch die Mission wollen die Wissenschaftler mehr über erdnahe Asteroiden und ihre Beschaffenheit erfahren. Erforscht werden soll unter anderem, ob das Wasser auf der Erde in Teilen auch von Asteroiden stammen könnte. Ausserdem wollen die Forscher laut DLR genaue Informationen über die Zusammensetzung eines potenziell für die Erde gefährlichen Asteroiden sammeln, um Abwehrmöglichkeiten zu entwickeln.

Zu den Höhepunkt der Mission zählt die Entnahme von Oberflächenmaterial des Asteroiden, der einen Durchmesser von 950 Metern aufweist. Die so gewonnenen Asteroidenproben soll Hayabusa 2 dann 2020 zur Erde bringen.


So sieht es auf Ryugu aus. (Quelle: Jaxa)


Anlässlich der Landung am Mittwochmorgen wird das DLR einen Livestream anbieten. (Video: DLR)

(jcg/sda)