So schön kann Plankton sein

13. Juni 2015 21:53; Akt: 13.06.2015 21:53 Print

Faszinierende Fundstücke aus dem Meer

Forscher haben 35'000 Plankton-Proben aus den Ozeanen gesammelt. Nun wollen sie wissen, wie die winzigen Lebewesen die Umwelt beeinflussen.

Bildstrecke im Grossformat »
Plankton sammeln, dokumentieren und quantifizieren, kurz: die Weltmeere erforschen. Darum geht es im Tara-Oceans-Projekt. Als Plankton werden jene Organismen bezeichnet, die im Wasser leben und deren Schwimmrichtung von den Wasserströmungen vorgegeben wird. Planktische Lebewesen, die sich von anderen Organismen ernähren, zählen zum sogenannten Zooplankton. Vegetarisch lebendes Plankton wird dagegen als Phytoplankton bezeichnet. Der Name stammt aus dem Griechischen und heisst so viel wie «Herumirrender». Einer dieser Herumirrenden ist ein parasitär lebender Flohkrebs der Gattung Phronima. Seine gallertartige Schale nutzt er als Schutzhülle. Im Mittelmeer zuhause ist dieser Sapphirina-Ruderfusskrebs. Auf seiner Haut sitzen winzige Plättchen, die Licht so reflektieren und brechen, dass er farbig schimmert. Im Indischen Ozean stiessen die Forscher auf die Kieselalge Lauderia annulata. Bei den grüngelben Partikeln handelt es sich um Chloroplasten. Manche Organismen sind nur zeitweise Plankton: Dieser Wurm hält sich nur zeitweise am Meeresboden auf. Für die Fortpflanzung steigt er jedoch auf und lässt sich durchs Wasser treiben. Noch keinen Namen hat hingegen dieser Geselle. Ihn fischten die Forscher aus dem Indischen Ozean. Auch winzige Medusen (Quallen) werden als Plankton bezeichnet. Die Wissenschaftler begnügten sich nicht nur damit, die verschiedenen Arten zu katalogisieren. Sie untersuchten auch die Interaktion zwischen den winzigen Organismen. Auf dieser Aufnahme versucht eine kleine Meduse einen ebenso winzigen Fisch zu fressen.

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Obwohl Plankton in Gewässern fast allgegenwärtig ist, umfasst es unzählige kaum bekannte Arten von Mikroorganismen. Denn im grossen Massstab systematisch untersucht wurde es noch nicht – bis jetzt.

Drei Jahre lang bereisten Forscher im Rahmen des Tara-Oceans-Projekts die Weltmeere, um Proben zu sammeln, die Aufschluss über die winzigsten der Lebewesen geben.

Damit ihnen auch wirklich keiner der Organismen durch die Lappen geht, hatte das Schiff Netze mit Maschengrössen zwischen 5 und 690 Mikrometern an Bord, welche die Wissenschaftler jeweils zwischen der Meeresoberfläche und einer Tiefe bis zu 1000 Metern hin- und herbewegten.

Mehr als 500'000 neue Mikroorganismen konnten so entdeckt werden. Einige der Fundstücke finden Sie in der Bildstrecke (siehe oben).


Insgesamt beteiligten sich Wissenschaftler aus 35 Ländern an dem Projekt. (Video: Youtube/Tara Expéditions)

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Taffe Lilly am 13.06.2015 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh, ich bin entzückt!

    Einfach wunderwunderwunderbar! Kein Künstler der Welt schafft solche Kunstwerke.

  • sungi am 14.06.2015 01:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    supi

    eine wohltat für meine augen, wirklich traumhaft schön. klein aber oho, sag ich da nur!

  • Annette Huber am 13.06.2015 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant.

    Ja das Meer was da noch alles rum schwimmt wo wir noch nicht gefunden haben. Ich kenn da den oder die andere, da sieht es im Kühlschrank und im Badezimmer auch so aus, undefinierbare Objekte. Liebe Freunde und Freundinnen putzen sollte ihr nicht nur einmal im Jahr. Danke :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bürger Staunt am 14.06.2015 05:54 Report Diesen Beitrag melden

    Mars oder Erde?

    Sonden für Millionen ins All senden und fremde Planeten erforschen (Rohstoffe?), aber unsere eigene Nahrungskette nicht im Griff haben und begreifen. Forschen die echt erst jetzt am Plankton rum? Mir wird übel.

    • Taffe Lilly am 14.06.2015 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Forschung kennt keine Grenzen

      Das Eine tun und das Andere nicht lassen, Plankton ist schon längst Forschungsgegenstand und dennoch immer wieder schön und überraschend!

    einklappen einklappen
  • sungi am 14.06.2015 01:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    supi

    eine wohltat für meine augen, wirklich traumhaft schön. klein aber oho, sag ich da nur!

  • Annette Huber am 13.06.2015 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant.

    Ja das Meer was da noch alles rum schwimmt wo wir noch nicht gefunden haben. Ich kenn da den oder die andere, da sieht es im Kühlschrank und im Badezimmer auch so aus, undefinierbare Objekte. Liebe Freunde und Freundinnen putzen sollte ihr nicht nur einmal im Jahr. Danke :-)

  • Taffe Lilly am 13.06.2015 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh, ich bin entzückt!

    Einfach wunderwunderwunderbar! Kein Künstler der Welt schafft solche Kunstwerke.