Nie mehr Vorhänge

21. März 2016 22:50; Akt: 22.03.2016 09:44 Print

Fenster wird auf Knopfdruck blickdicht

Gute Nachrichten für alle, die keine Vorhänge mögen, aber Wert auf Privatsphäre legen: Die Transparenz von Fenstern soll sich bald verändern lassen.

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Das Lego-Figürli macht vor, was künftig auch für Menschen möglich sein soll: Fenster auf Knopfdruck undurchsichtig werden lassen. (Bild: David Clarke / Harvard Seas)

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Wer sich in den eigenen vier Wänden vor fremden Blicken schützen will, war bislang auf Vorhänge oder Rolladen angewiesen. Künftig könnte es noch eine weitere Alternative geben: Fensterscheiben, die sich auf Knopfdruck innert Sekunden von transparent auf undurchsichtig stellen lassen.

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Was halten Sie von den wandelbaren Fensterscheiben?
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Insgesamt 3343 Teilnehmer

Verantwortlich für die neue Generation sogenannt intelligenter Gläser sind David R. Clarke und Samuel Shian von der Eliteuniverität Harvard.

Unter Spannung ist alles anders

Die von den Materialforschern entwickelte Scheibe besteht aus einer durchsichtigen Platte – wahlweise aus Glas oder Plastik –, die zwischen transparenten Lagen von Elastomeren (elastisch verformbaren Kunststoffen) eingebettet ist. Diese sind mit einer Beschichtung aus Silber-Nanodrähten überzogen, die einzeln zu klein sind, um die Scheibe undurchsichtig zu machen.

Setzt man sie jedoch unter Spannung, rücken die Nanodrähte näher aneinander heran. Dadurch wird die Oberfläche rauer und das darauffallende Licht wird gestreut. Abhängig von der Spannung erscheint das Fenster getrübt. Der Range reicht von leicht milchig bis undurchsichtig, wie die Forscher in den «Optics Letters» schreiben.

Günstig und schnell auftragbar

Clarkes und Shians Entwicklung ist nicht die erste Form von intelligentem Glas. So werden in manchen Luxusautos beispielsweise aus Flüssigkristallen bestehende Scheiben verarbeitet (siehe Box). Doch diese Anwendungen sind äusserst kostspielig.

Anders die Harvard-Variante: «Weil unsere Methode ein physikalisches Phänomen ist und weniger auf einer chemischen Reaktion beruht, ist es ein einfacherer und potenziell günstigerer Weg, kommerziell abstimmbare Fenster zu produzieren», zitiert die Hochschule Clarke in einer Mitteilung. Die von ihm mitentwickelte Nanodrahtschicht kann relativ einfach auf das Elastomer gesprüht werden, was auch eine grossflächige Anwendung bei speziellen Architekturprojekten möglich macht.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • L. Dehner am 21.03.2016 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    1. April ist doch noch nicht

    Das muss ein Scherz sein. Das gibt es schon seit sehr vielen Jahren. Kann man ganz normal für zu Hause kaufen. Sehr beliebt bei Glasduschen oder bei Toiletten mit Glasscheiben die dann milchig werden wenn man sie von innen abschliesst. Aber auch für Raumtrenner oder ganze Fensterfronten. Das nennt sich schaltbares Glas. "MEGLA® DYNAMIC GLASS" mal Googlen. Vor 14 Jahren gab es dies sogar schon im Auto. Der Maybach hatte das als Option. Ist halt nicht billig.

    einklappen einklappen
  • Peter Hess am 21.03.2016 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ist nichts neues

    Ist nichts neues. Gibt es schon sicher 10 Jahre zu kaufen.

  • Marcel ruetsche am 21.03.2016 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Transparenz von fenstern

    alter hut, gibt es in amerika schon seit jahrenzenten, bin erstaunt das es erst jetzt in der schweiz ist, aber gut fuer die media, da koennen sie wieder was altes schreiben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Cäme am 22.03.2016 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sage-Glas

    Es ist ziemlich das selbe Prinzip wie die Sage-Gläser. Die werden in der Schweiz auch verbaut, auch wenn man sie in Amerika bestellen muss.

  • MercMech am 22.03.2016 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibs schon lange

    Die Schiebedächer von Mercedes-Benz, zum Beispiel beim SL, die sogenannten Magic Sky Control Schiebedächer lassen sich auf Knopfdruck auch undurchsichtig machen, gibts schon lange.

  • T. Echie am 22.03.2016 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Isolieren und Strom produzieren

    Wenn die Fenster auch noch isolierend sind, und Photovoltaik anbieten, wäre es ok.

  • Hugo am 22.03.2016 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Kurz lebe der Fortschritt

    so neu ist die Sache mit dem sich veränderndem Glas nicht. Gibt es ja eigentlich schon lange in Form von abdunkelbarem Glas bei Fahrzeugen (Vorbild der Idee K.I.T.T.), bin aber nicht sicher ob es das bis zur Serienreife geschafft hat. Da wäre dann noch die Gretchenfrage: wie lange wird es wohl dauern bis sich die ganze Technik von 3. Personen ausserhalb der Wohnung aktivieren (schlimmer deaktivieren) lässt? Niemals wird sowas bei mir in Frage kommen und wenn dann höchstens in verbindung mit einem klassischen, manuell bedienbaren Vorhang.

  • Peace Green am 22.03.2016 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    ...nur weiter so...

    Ich finde es gut, dass man immer mehr Gegenstände erfindet, die Strom brauchen. Dies macht die Energieziele realistischer.