Sturzsensor

03. Februar 2011 19:32; Akt: 03.02.2011 19:36 Print

Fernüberwachung für Senioren

von Silvan Heuberger - Die Schweizer werden immer älter – und wollen bis ins hohe Alter unabhängig bleiben. Wie sie in den eigenen vier Wänden sicher wohnen können, erforscht das iHomeLab.

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Im Alter allein zu wohnen, ist nicht ungefährlich: Bei einem Sturz müssen Betagte oft so lange hilflos am Boden ausharren, bis jemand sie findet. Nun haben Experten des Forschungslabors für Gebäudeintelligenz iHomeLab der Hochschule Luzern eine Lösung entwickelt: einen Sensor, den die Betagten an einem Armband tragen. Bei einem Sturz funkt er die Position der am Boden liegenden Person an einen Zentralrechner, der sofort per SMS Nachbarn oder Angehörige benachrichtigt und im Notfall gleich die Spitex oder sogar die Ambulanz anfordert. Damit es keinen falschen Alarm gibt, wenn sich die betagte Person hinlegt, misst der Sturzsensor nicht nur die Höhe, sondern auch die Beschleunigung.

Noch hat das System Lücken, denn wer beispielsweise beim Aussteigen aus der Badewanne ausrutscht, trägt keinen Sensor. Dieter von Arx, Betriebsleiter des iHomeLab, hat bereits eine Lösung im Kopf: «Hier könnte ein druckempfindlicher Teppich helfen, der im Bad oder im ganzen Haus ausgelegt wird.» Ebenfalls noch Zukunftsmusik sind Sensoren, die Körperfunktionen wie den Herzrhythmus überwachen. So könnten sich Rettungssanitäter noch vor dem Ausrücken ein Bild über den Zustand des Patienten machen.

Aber wollen sich ältere Personen tatsächlich mit Sensoren ausrüsten lassen? Dieter von Arx ist zuversichtlich: «Heute ist es vielleicht noch schwierig. Aber die kommende Generation von Seniorinnen und Senioren wird technikversierter sein.» Angst vor Überwachung rund um die Uhr brauchen die Betagten nicht zu haben: Das System schaltet sich nämlich erst ein, wenn der Sturzsensor einen Vorfall meldet. Und dank einfachen Bedienoberflächen, grossen Icons und klarer Handhabung sollen die neuen Geräte für alle leicht verständlich sein.