Grabungen gestartet

16. August 2016 12:09; Akt: 16.08.2016 18:16 Print

Finden Schatzsucher den Nazi-Zug?

Die Spannung steigt: Die Grabungen nach dem Nazi-Zug haben begonnen. Die Hobby-Historiker wollen schnell Ergebnisse liefern.

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Piotr Koper und Andreas Richter sind felsenfest davon überzeugt: In einem Tunnelsystem zwischen Breslau (Wroclaw) und Walbrzych steht ein Zug. Ein Zug, den die abrückenden Nazis gegen Ende des Zweiten Weltkriegs dort vergraben haben. Bis am Donnerstag wollen sie erste Ergebnisse präsentieren, wie Koper dem polnischen Sender TVP sagte.

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Werden die Forscher den Nazi-Zug finden?
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Seit Freitag ist das deutsch-polnische Team daran, die Grabung vorzubereiten. «Wir haben eine Absperrung errichtet und mit dem Entfernen von Gestrüpp und der Einebnung des Geländes begonnen», sagte Sprecher Andrzej Gaik vergangenen Freitag vor Journalisten.


Zwei Hobby-Schatzsucher sind überzeugt: Sie werden ihren Nazi-Goldzug voller Raubkunst und Gold finden. (Video: Reuters)

Am Dienstagmorgen sind nun die Bagger zu den Grabungsarbeiten am Bahnkilometer 65 angerückt. Über den Fortschritt der Arbeiten will die Gruppe auf ihrer Website informieren.

«Keine Nadel im Heuhaufen»

Experten der Bergbauakademie in Krakau hatten nach einer Untersuchung des Gebiets im Dezember ausgeschlossen, dass ein Zug unter der Erde versteckt ist. Die Existenz eines unterirdischen Tunnels schlossen sie hingegen angesichts von Anomalien im Gebiet nicht aus.

«Der Zug ist keine Nadel im Heuhaufen – wenn er da ist, werden wir ihn finden», sagte Gaik der Nachrichtenagentur AFP. «Wenn wir einen Tunnel finden, ist das auch ein Erfolg. Der Zug ist vielleicht im Tunnel versteckt.»

In Polen halten sich seit Jahrzehnten hartnäckig Gerüchte um zwei verschwundene Nazi-Züge voller Gold, Schmuck und Kunstwerke. Die Amateurforscher dämpfen allerdings entsprechende Erwartungen. Auf einer der Videopräsentationen des Grabungsprojekts sagte die deutsche Pressesprecherin der Gruppe, Christel Focken: «In Wirklichkeit ist es ein Zug, der – so viel wir wissen – mit Panzern beladen ist.»


Die Schatzsucher stellen mit viel Enthusiasmus ihr Projekt vor. (Video: Youtube/XYZ Spółka Cywilna)

Plötzlich im Fokus der ganzen Welt

Die Amateurforscher wollen nun drei jeweils rund hundert Meter lange Stollen in eine Tiefe von sechs Metern in die Erde treiben. Etwa 60 Arbeiter sind vor Ort im Einsatz. Insgesamt sollen die Grabungen bei Bahnkilometer 65 zehn Tage dauern.

In Walbrzych freut man sich derweil über die weltweite Aufmerksamkeit. Anna Zabska vom Kulturverein auf dem alten Zechengelände erklärte der ARD: «Das Goldfieber hat längst die ganze Welt erobert. Natürlich profitieren wir davon. Journalisten aus aller Herren Länder kommen zu uns – aus Europa, den USA, vor kurzem war sogar Al Jazeera hier. Fast jeden Tag geben wir Interviews zu dem Thema.»

Der Ort profitiert dank der Legende vom Goldzug auch von gestiegenen Touristenzahlen. Das könnte sich aber schnell wieder ändern, glaubt der Fernsehjournalist Marek Przybylik: «Ich denke, dass viele Bewohner dort hoffen, dass der Goldzug gar nicht gefunden wird. Denn solange er verborgen bleibt, wird er die Fantasie der Menschen viel mehr anregen als ein paar unter der Erde gefundene Goldbarren.»


Auch für Informationen auf Englisch ist Pressesprecherin Christel Focke zuständig. (Video: Youtube/XYZ Spółka Cywilna)

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Übermensch am 16.08.2016 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Cool :D Viel Glück!

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  • Mo68 am 16.08.2016 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    viel Glück

    Das berühmte Bernsteinzimmer wurde auch noch nicht gefunden. Also man darf gespannt sein.

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  • Wilhelm Tell am 16.08.2016 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es bleibt spannend

    Vielleicht ist dort wirklich ein Transportweg mit Panzern. Wäre doch eine tolle Sache, wenn man dort noch komplette Panther- und/oder Tiger Kampftag finden würde! Milotärhystorisch eine interessante Sache.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Noa T. am 19.08.2016 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Amis haben abgezügelt

    Haben die Amis sicherlich bereits abgezügelt wie vielen Kunstwerke aus Museen usw.

  • King of Ordnung am 17.08.2016 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    War da ein Erdbeben?

    Wie hat das Wort "WZBRONIONY" vor dem Erdbeben ausgesehen? Oder hatte der Drucker ein Treiber Problem?

    • Language Expert am 17.08.2016 18:12 Report Diesen Beitrag melden

      Queen of Porzadek

      Alles in Ordnung. Wstep wzbroniony = Eintritt verboten

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  • Cybot am 17.08.2016 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Auch ohne Gold

    Nur schon der Fund eines leeren Zugs wäre spannend. Man wird ja sehen, ob sie was finden...

  • Heisenberg am 16.08.2016 23:26 Report Diesen Beitrag melden

    Im Dritten Reich

    waren etliche Wissenschaftler mit Forschungen beschäftigt, von welchen die Alliierten nach Kriegsende profitierten./Kernforschung Raketentechnik etc: Was wenn in dem Zug gar kein Gold sondern Tonnen von Antimaterie versteckt sind. Ob dann die Schuld für den Unfall Cern angelastet wird!

    • Pablo am 19.08.2016 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      DUMBS

      In wirklichkeit wurde alles schon in sicherheit gebracht. Mit dem Weltweiten Tunnelnetz das es nicht nur in den USA sondern auch in Europa bis nach China gibt. Und andersherum, die Alliierten und Russen haben nach Kriegende alles weggebracht was zu haben war. Es gibt nichts mehr, ausser ein paar alte Schaltmodule in irgend einem Stollen. But dream on.

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  • M.G. am 16.08.2016 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wer weiß was noch vorhanden ist

    Denn bei Kriegsende haben sich alle, Deutsche, Russen, Briten, Franzosen und Amerikaner bei jeder Gelegenheit selbst bedient. Die haben alle geklaut wie die Raben. Vor in paar Jahren tauchte ein kostbares Evangeliar auf dem Antikmarkt auf. Es war Teil des Quedlinburger Domschatzes der 1945 aus einem von US-Soldaten bewachten Stollen verschwunden war. Die Ermittlungen endeten beim Schließfach einer texanischen Bank. Dort hatten die Nachkommen es US-Offiziers die 12 unschätzbar wertvollen Teile eingelagert. Dieser Offizier war damals Kunststudent, erkannte den Wert und stahl den Schatz.