ETH Zürich

03. Februar 2017 15:52; Akt: 03.02.2017 15:52 Print

Fischer bekommen den Klimawandel zu spüren

von Andrea Söldi - Wenn die Erde wärmer wird, sterben in den Tropen viele Fische aus. Das hat Folgen für uns.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn wir weiterhin so viel Auto fahren, fliegen und mit Öl heizen wie heute, werden wir bald weniger Fisch essen. Denn die Klimaerwärmung dezimiert die Fischbestände, wie Forscher der ETH Zürich zusammen mit kanadischen Partnern herausgefunden haben.

Umfrage
Glauben Sie an den Klimawandel?
77 %
18 %
5 %
Insgesamt 20257 Teilnehmer

«Fische reagieren schon auf kleine Temperaturunterschiede sehr empfindlich», sagt Umweltphysiker Thomas Frölicher. Viele Arten wandern bei höheren Temperaturen in Richtung der beiden Pole – auch weil wärmeres Wasser weniger Sauerstoff enthält.

Des einen Freud, des anderen Leid

Besonders bedroht sind tropische Regionen: Dort würden die Bestände um die Hälfte schrumpfen, wenn die Temperatur auf der Erde um 3,5 Grad Celsius steigt. Dies wird bei ungebremstem Ausstoss an Klimagasen bis Ende des Jahrhunderts der Fall sein.

«Für die Bevölkerung am Äquator wäre das dramatisch», sagt Frölicher. In Ländern wie Indonesien oder Ghana ist Fisch eine wichtige Nahrungsquelle. Profitieren könnten dagegen Fischer weit im Norden und Süden. Wenn das Eis an den Polen schmilzt, gelangt mehr Licht und Wärme in den Ozean, was Pflanzenplankton zum Wachsen bringt.

Kohlenstoffdioxid-Ausstoss einschränken

Mit dem üppigen Futter vermehren sich auch die Fische. «Doch das etwas grössere Angebot in Polarnähe kann den Verlust in den Tropen längst nicht wettmachen», sagt Umweltphysiker Frölicher. Somit dürfte Fisch auch auf unseren Tellern rarer werden. Zum Beispiel der hierzulande beliebte Blauflossen-Thunfisch, der bereits wegen der Überfischung vom Aussterben bedroht ist.

Zusätzlich werden dessen Bestände pro Grad Erderwärmung um acht Prozent schrumpfen, sagt Thomas Frölicher voraus. «Ein Grund mehr, unseren Kohlenstoffdioxid-Ausstoss einzuschränken.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin am 03.02.2017 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Geburtenkontrolle

    Das ist die einzige Lösung. Der Parasit namens Mensch muss wieder auf eine Zahl zurück, welche Umweltverträglich ist. Dies in ALLEN Ländern, nicht nur bei uns.

    einklappen einklappen
  • A.Surrer am 03.02.2017 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    aha, Klimawandel...

    was geht in euern "vollmüllten Köpfen ab"? Das Klima wird während den letzten 20 Millionen Jahren immer in einem Wandel gewesen sein, somit dürfte es gemäss dieser Logik heute gar keine Fische mehr geben, doch es gibt noch immer Fische! Meiner Ansicht nach sollte dieser Bericht nicht unter "Klimawandel" laufen sondern unter "knappe Ressourcen auf unsere Welt", das wäre ehrlicher. Wieso sind viele Fischer in Somalia ins Piraten-Geschäft eingestiegen? Weil internationale Schiffe ALLE Fische vor der Somalischen Küste wegfischen, die haben grössere und auch bessere Schiffe.

    einklappen einklappen
  • w8 am 03.02.2017 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na wehr hat die Studie denn bezahlt ?

    wenn wir weiter so viel Fisch essen werden wir sowieso bald nicht mehr genug Fische im Meer haben. Und bevor wir versuchen die Welt und das Klima durch Verzicht auf Autofahren zu retten. Wäre ein Umdenken im Bereich Massentierhaltung viel effektiver. Und nein ich bin kein vegi Esser sehr gern ein Steak.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fredu am 06.02.2017 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage falsch!

    die Frage sollte lauten, was glauben sie, woher der Klimawandel kommt - nicht OB er existriert...!

  • Olaf.Th. am 06.02.2017 05:04 Report Diesen Beitrag melden

    eine Tierart geht eine andere kommt

    So lange die Erde besteht wandelt sich schon das Klima, ob mit oder ohne Menschen, sich heute hinzustellen und zu behaupten der Mensch ist schuld, ist eine sehr gewinnträchtige unbewiesene Geschäftsidee. Da könnte man auch behauten, Erdbeben Vulkanausbrüche oder Sonnenstürme wären menschgemacht. Es würden sich sicher auch Wissenschaftler finden, die dies bestätigen. 85% in der Erdgeschichte waren die Pole Eis frei, wir sind also jetzt in einer Ausnahmezeit, weit weg von normalen Klimaverhältnissen. Wer legt eigentlich fest das Klimaerwärmung immer negativ ist ?

    • John Doe am 06.02.2017 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      wer profitiert?

      Das wird sich zeigen, wenn die ersten paar millionen Menschen verhungert sind.... OK, für die Erde ist es besser....

    einklappen einklappen
  • Alibi_Business_Systems am 05.02.2017 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ETHZ

    ETH Zürich ... Jetten & Reisen überall in der Welt rum und erzählen ihre Theorien & Messungen

  • Nationless am 05.02.2017 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na jetzt werden wir die Welt retten?

    Und jetzt?! Will sich dieser Forscher an den meist grün Ideologisch verblendeten Zürcher Gemeinderat wenden um die Stadt Zürich autofrei zu erklären und sämtlichen Fleisch und Fischverkauf per Dekret zu verbieten oder durch ein Obolus zu verteuern? Würde es denn was nützen wenn über Zürich ein Auto, Fleisch und Fischbann verhängt würde? Es würde der Umwelt kein bisschen helfen. Denn da wird durch die Verdrängung noch mehr Autokilometer zurückgelegt und mehr Geflogen. Zweitens ich werde weiterhin Fleisch essen, nur würde ich das Fleisch dann ausserhalb Zürichs kaufen.

  • wildh am 04.02.2017 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    überfischt

    Das ist nicht der Klimawandel sondern die Meere sind überfischt alle Fischen die Preise sind Gut. Industriefischerei!!

    • Krebsli am 05.02.2017 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @wildh

      Das denke ich auch, wenn bei der Grossfischerei der gesamte Fang im Netz an die Fangquote angerechnet würde wäre auch schon geholfen. Aber es wird ja der ganze Beifang="Abfall" ins Meer zurückgekippt. Statt dass man daraus Fischfutter für die Fischzucht herstellt, geht man hin und holt Riesenmengen " minderwertige" und zu kleine Tiere aus den Meeren. Diese Beifang-Entsorgung gehört einfach verboten.

    • Andreas Dietrich am 06.02.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht nur Beifang!

      @Krebsli; Nicht nur Beifang wird ins Meer gekippt, sondern auch der ganze Fang zum Teil. Wenn eine Fischtrawler-Crew merkt, dass hochwertiger teurerer Fisch gefangen werden kann, aber die Laderäume schon mit billigerem Fisch voll sind, wird die ganze Ladung ins Meer gepumpt. Und diese vergeudeten Fische werden NICHT an die Fangquoten angerechnet, was heisst, es werden mehr Fische gefangen, als in den "offiziellen" Fangstatistiken verzeichnet sind!

    einklappen einklappen