«Die Fliege gehört mir!»

31. März 2014 17:19; Akt: 31.03.2014 17:19 Print

Fledermäuse reservieren sich Beute durch Rufe

Sind männliche Fledermäuse auf der Jagd, stossen sie andere Ultraschall-Rufe aus als sonst. Damit halten sie ihre Konkurrenten auf Abstand.

storybild

Die Männchen der Grossen Braunen Fledermaus stossen bei der Jagd spezielle Rufe aus. (Bild: Bat Lab/University of Maryland)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei Fledermaus-Männchen entscheiden nicht die Grösse oder die Schnelligkeit über das Jagdglück. Sie sichern sich ihre Beute durch spezielle Rufe. Ein Forscherteam der Universität Maryland im amerikanischen College Park hat festgestellt, dass die Männchen der Grossen Braunen Fledermaus (Eptesicus fuscus) ihre Artgenossen bei der Futtersuche akustisch auf Abstand halten. Je öfter die Männchen riefen, desto eher konnten sie schliesslich die Beute schnappen.

Jedes Tier besitzt einen eigenen Jagdruf, schreiben die Forscher um Genevieve Spanjer Wright im Fachmagazin «Current Biology». An diesem können die Konkurrenten erkennen, wer ein Insekt anvisiert hat. Die Rufe bestehen aus drei bis vier Tönen und enden mit einem Brummen. Zudem sind sie länger und tiefer als jene Töne, welche die Tiere aussenden, um sich zu orientieren.

Weibchen sind geselliger

Auf die Laute aufmerksam wurden die Wissenschaftler, als sie die Tonbandaufnahmen von zwei Fledermäusen auf der Beutesuche analysierten. Um ihren Fund zu überprüfen, liessen sie anschliessend männliche und weibliche Tiere unterschiedlicher Arten alleine oder paarweise Mehlwurm-Köder jagen und werteten die Rufe und Flugrouten der Tiere aus. Dabei stellte sich heraus, dass nur die Männchen der Grossen Braunen Fledermaus durch Rufe klarmachen, welches Insekt sie anpeilen.

Warum die Weibchen keine Ansprüche anmelden, wissen die Forscher nicht. Ein Grund könnte sein, dass sich Weibchen ihre Schlafplätze mit anderen Fledermäusen teilen und daher möglicherweise eher mit vertrauten Tieren jagen. Männchen hingegen schlafen häufig allein oder in viel kleineren Junggesellen-Kolonien und sind oft mit Artgenossen auf Futtersuche, die sie weniger gut kennen.

Auch bei einigen anderen Tierarten, die in Gruppen jagen, sei es üblich, mit Schreien auf Beute aufmerksam zu machen, schreiben die Forscher. Bei den Fledermäusen sei die Absicht aber genau umgekehrt: Statt andere anzulocken, wollen sie mit ihren Lauten die Konkurrenz fernhalten.

(fee)