Kleine Hufeisennase

16. Dezember 2010 11:25; Akt: 16.12.2010 13:11 Print

Fliegengewicht-Fledermaus neu entdeckt

Die kleine Hufeisennase ist im Luzerner Entlebuch wieder entdeckt worden. Es ist der erste Nachweis für die nur fünf Gramm wiegende Fledermaus im Kanton seit 1988.

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Eine kleine Hufeisennase. (Bild: Eckehard Schulz)

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Die nur 4 Zentimeter lange Fledermaus mit einer Spannweite von 25 Zentimetern wurde an der Kleinen Emme vom akustischen Aufnahmegerät eines lokalen Fledermausschützers erfasst, wie der Kanton Luzern am Donnerstag mitteilte.

Das Aufnahmegerät zeigte eine Frequenz von 103,8 Kilohertz an - die höchste Frequenz, mit der von den heimischen Fledermausarten nur die kleine Hufeisennase ruft. Bei Untersuchungen von Gebäuden fanden sich unter 38'000 aufgezeichneten weitere 19 Sequenzen.

Obwohl kein Quartier gefunden wurde, ist der Nachweis damit erbracht, dass mehrere Tiere unterwegs sind, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Vermutlich handelt es sich um einen winzigen Restbestand der Fledermausart im Entlebuch, der sich nun erholt.

Noch immer vom Aussterben bedroht

Dass die winzigen Fledermäuse aus dem 20 Kilometer entfernten Obwalden eingewandert sind, gilt als unwahrscheinlich. Sie fliegen nicht höher als Kronen grosser Bäume. Normalerweise jagen sie aber auf einer Flughöhe von einem halben Meter über dem Boden in schwirrendem Flug kleine Käfer, Fliegen und Nachtfalter.

Die kleine Hufeisennase war bis vor 50 Jahren in der Schweiz weit verbreitet. Schuld am Rückgang der Art ist gemäss der Stiftung Fledermausschutz (SSF) der Einsatz des Insektizids DDT bis in die frühen 1970er-Jahre. Seither wächst die Population langsam wieder. Die Fledermausart ist aber weiterhin schweizweit vom Aussterben bedroht.

(sda)