Ebola-Epidemie

31. Juli 2014 20:06; Akt: 31.07.2014 20:12 Print

Flughunde als Träger des Virus identifiziert

Das Ebola-Virus scheint ausser Kontrolle zu sein. Als Auslöser vermuten Forscher Flughunde. Entscheidender seien aber Faktoren wie Armut und politische Wirren in Westafrika.

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Nicht nur Ärzte und Mediziner beschäftigen sich derzeit mit Ebola. Auch Forscher sind aktiv – beispielsweise, um die Ursache für die aktuelle Epidemie in Westafrika zu finden. Entweder seien manche Flughunde in der Region schon seit langem Träger des Virus, oder ein infizierter Flughund sei aus Zentralafrika hergezogen, berichten Forscher im Fachmagazin «PLOS Neglected Tropical Diseases». Ob Tiere der Region Ebola-Erreger tatsächlich in sich tragen, werde derzeit untersucht.

Der derzeitige Ausbruch mit schon mehr als 670 Todesopfern geht auf das Zaire-Ebolavirus (Zebov) zurück, eine von fünf bekannten Arten des Erregers. Und mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 90 Prozent die gefährlichste.

Erstmals nachgewiesen wurde dieses Virus 1976 im heutigen Kongo, seither gab es mehrmals Ausbrüche in Regionen Zentralafrikas. Diese liegen aber Tausende Kilometer vom Westen des Kontinents entfernt, wo der Zaire-Ebolavirus bis vor wenigen Monaten noch nie nachgewiesen wurde.

Mensch als Träger unwahrscheinlich

Es sei unwahrscheinlich, dass ein Mensch den Erreger nach Guinea gebracht habe, schreiben Daniel Bausch von der Tulane School of Public Health and Tropical Medicine in New Orleans und Lara Schwarz von der McGill University im kanadischen Montreal. «Es gibt kaum regelmässige Handels- oder Reiserouten zwischen Zentralafrika und Guinea, und Guéckédou – das Ebola-Epizentrum, wo das Virus wahrscheinlich erstmals aufgetreten ist – liegt ganz weit abgelegen.»

Ebolaviren werden vor allem beim Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Die UNO hatte darum schon vor Wochen davor gewarnt, in der Region Flughunde und andere Wildtiere zu jagen und zu verzehren. Nach Angaben der UNO-Ernährungsorganisation FAO werden die Tiere in Westafrika getrocknet oder auch in scharfen Suppen gegessen.

Soziale und politische Umstände

Dass es überhaupt zu einer Epidemie gekommen sei, liege zum grossen Teil an den sozialen und politischen Zuständen in den betroffenen Ländern, schreiben die Autoren. Dies gelte für Ausbrüche von Ebola ebenso wie für die anderer hämorrhagischer Fieber.

«Solche Epidemien treten nicht zufällig auf – oft geschieht dies in Gebieten, in denen die Wirtschaft und das öffentliche Gesundheitswesen nach jahrzehntelangen Bürgerkriegen am Boden liegen.» Alle drei derzeit am schwersten betroffenen Länder – Guinea, Liberia und Sierra Leone – haben in der Vergangenheit unter schweren politischen Unruhen gelitten.

Armut und Unterentwicklung trieben die Menschen dazu, immer tiefer in den Wäldern zu jagen. Damit wachse das Risiko, sich bei Wildtieren zu infizieren, schreiben Bausch und Schwarz. Zudem gebe es kaum medizinische Ausrüstung und anderes Material, um die Ausbreitung einer Krankheit einzudämmen. Das fange schon bei Schutzhandschuhen, Masken, sauberen Nadeln und Desinfektionsmitteln an. Als dritter Faktor kommen demnach die mangelhaften Koordinations- und Überwachungsmechanismen der Länder hinzu.

Bausch hatte in den vergangenen Monaten sowohl Guinea als auch Sierra Leone besucht, um den Ursachen des Ausbruchs auf den Grund zu gehen. Erste Ebola-Fälle waren in Guinea im März registriert worden, rückblickend wurde darauf geschlossen, dass es schon im Dezember 2013 erste Infektionen gegeben hatte. Derzeit liegt die Sterblichkeitsrate der registrierten Fälle bei weit über 50 Prozent.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kivu am 01.08.2014 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unerforschter Urwald.

    Es gibt noch einiges im Urwald das wir noch gar nicht wissen oder kennen. Auch positives. Z.B. Heilpflanzen. Der Mensch zerstört aber alles, bis die Leute gezwungen werden Flughunde zu essen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kivu am 01.08.2014 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unerforschter Urwald.

    Es gibt noch einiges im Urwald das wir noch gar nicht wissen oder kennen. Auch positives. Z.B. Heilpflanzen. Der Mensch zerstört aber alles, bis die Leute gezwungen werden Flughunde zu essen.

    • LiBu am 01.08.2014 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Genau, und es wird erst in die Impfforschung investiert, wenn das Virus ausserhalb Afrikas angekommen ist. Und das wird es irgendwann...

    • Radikk am 01.08.2014 10:05 Report Diesen Beitrag melden

      Sie werden nicht gezwungen...

      Sie werden nicht gezwungen. Der Flughund gehört zu den Westafrikanischen Delikatessen.

    • Bangui am 01.08.2014 10:35 Report Diesen Beitrag melden

      An Raddikk. Stimmt. Ist eine

      Metapher. Gruss.

    • Westafrikaner am 01.08.2014 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Falsch!

      Wirklich? Woher weisst du das? Erstens, West Afrika ist eine Region mit etwas 16 verschiedene Länder aus verschiedenen Volkstämme mit unterschiedlischen Kultur und Küche! Ich bin ein Westafrikaner und habe weder einen Flughund gesehen noch gegesen d.h. Du müsst noch mehr in der deiner Forschungsfähigkeit investieren!

    • Jiumangi am 01.08.2014 11:07 Report Diesen Beitrag melden

      An Westafrikaner. Dann hast du

      wohl noch nie dort gelebt.

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