Saurier im Wallis

03. Juli 2013 22:10; Akt: 03.07.2013 22:10 Print

Folgen Sie den Ur-Echsen auf Schritt und Tritt

Einst wandelten hier die Vorfahren der Dinosaurier. Heute kann der Wanderer ihren Fährten auf 2400 Meter Höhe in den Walliser Alpen nachgehen und den Forschern bei der Arbeit über die Schulter schauen.

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Rund 240 Millionen Jahre alte Spuren von Urechsen (Archosaurier). (Bild: www.nmb.bs.ch/Ch. A. Meyer) (Bild: Christian A. Meyer)

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Unvorstellbare 240 Millionen Jahre alt sind die versteinerten Fährten von Reptilien, denen die Fundstelle Vieux Emosson (Gemeinde Finhaut) in den Walliser Alpen ihre Berühmtheit verdankt. Wer gut zu Fuss ist und den Aufstieg auf 2400 Meter über Meer nicht scheut, kann die Forschungsarbeiten im Gelände hautnah mitverfolgen: Vom 4. bis 18. August lässt sich ein internationales Forscherteam unter der Leitung der beiden Naturhistorischen Museen Basel und Genf bei der wissenschaftlichen Arbeit beobachten.

Die Besucher haben dabei die Möglichkeit, neue Fundstellen zu besichtigen, die erst letztes Jahr vom Basler Forschungsteam in der Gegend entdeckt worden sind. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass diese neu entdeckten Fährten von Reptilien hinterlassen wurden, die wesentlich älter als die Dinosaurier sind.

Trittsiegel der Dinovorfahren

In der Mitteltrias (247 bis 235 Millionen Jahre v.u.Z.) waren die Alpen noch nicht aufgefaltet und der Superkontinent Pangaea war noch nicht auseinandergebrochen. Damals befand sich an dieser Stelle, die in den Subtropen lag, eine riesige Flussebene. Im weichen Sand hinterliessen die Archosaurier, die Vorfahren der Dinosaurier, ihre Fussstapfen, die danach versteinerten.

Diese so genannten Trittsiegel werden von den Wissenschaftlern exakt vermessen, um vorhandene Fährten zu erkennen. Sie möchten zudem herausfinden, welche Spezies die Fährten erzeugt hat. Und schliesslich soll die Umwelt vor rund 240 Millionen Jahren rekonstruiert werden.

Bewährte Zusammenarbeit

Die Genfer und Basler Paläontologen arbeiten im Rahmen des Archosaurier Projekts Emosson (EAT) zusammen. Wissenschaftler aus Deutschland, England und den USA ergänzen das Team. Die Sommerexkursion auf rund 2400 Meter Höhe über Meer ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Naturhistorischen Museum Genf, der Gemeinde Finhaut und dem Kanton Wallis. Diese Kooperation gibt es bereits seit zehn Jahren.

(dhr)