Erdähnlich

02. Mai 2016 22:14; Akt: 03.05.2016 00:00 Print

Forscher entdecken drei bewohnbare Planeten

In einem 39 Lichtjahre von der Erde entfernten Planetensystem könnten erdähnliche Voraussetzungen herrschen: gemässigte Temperaturen und flüssiges Wasser.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Auf der Suche nach ausserirdischem Leben haben Astronomen drei besonders vielversprechende Himmelskörper ins Visier genommen. In einer Entfernung von 39 Lichtjahren zur Erde entdeckte ein internationales Wissenschaftlerteam ein Planetensystem, das die richtigen Voraussetzungen für die Entstehung von Leben aufweisen könnte: gemässigte Temperaturen, flüssiges Wasser und eine erdähnliche Grösse. Die Autoren veröffentlichten ihre Studie im Fachmagazin «Nature».

Der Nachweis, ob es auf den drei Planeten ausserhalb unseres Sonnensystem tatsächlich ausserirdische Lebensformen gibt, wird noch eine ganze Weile ausstehen. Ko-Autor Julien de Wit von der US-Hochschule MIT geht aber davon aus, dass die Existenz oder Nichtexistenz von Leben dort «noch in unserer Generation» nachgewiesen werden könne. Er bezeichnete die Entdeckung als einen «Hauptgewinn in unserem Bereich».

Planeten kreisen um Zwergstern

Ihre bisherigen Erkenntnisse über das Planetentrio bewerten die Wissenschaftler als vielversprechend. Die Planeten kreisen um einen Zwergstern, der etwa ein Achtel der Grösse unserer Sonne hat, aber deutlich kühler ist. Ihre Entfernung zu dem Zentralgestirn könnte in genau jener klein bemessenen Zone liegen, die Leben denkbar macht: Sie sind von ihrer Sonne weit genug weg, um nicht alles Wasser verdampfen zu lassen – sind ihr zugleich aber nahe genug, um die richtigen Temperaturen für Wasser in flüssiger Form zu bieten.

Besonders hoffnungsvoll stimmt die Autoren, dass die drei Planeten nahe genug an der Erde seien, um sie mit bereits vorhandener Technik zu untersuchen – etwa in der Frage, ob diese Planeten eine Atmosphäre haben. Nach jetziger Einschätzung der Wissenschaftler seien die drei Planeten «potenziell bewohnbar», sagte Hauptautor Michael Gillon. Auf der Suche der Wissenschaftler nach ausserirdischem Leben eröffne die Entdeckung gänzlich neue «Jagdreviere».

Erst der Anfang

Aufgespürt haben die Wissenschaftler die Planeten mit einem vergleichsweise kleinen Teleskop, dem 60-Zentimeter-Infrarot-Gerät «Trappist» in Chile. Sie beobachteten das Zentralgestirn des Systems über Monate hinweg – und stellten fest, dass sich die Lichtabstrahlung in regelmässigen Abständen vorübergehend verringerte. Daraus schlossen sie, dass sich Planeten in einer Umlaufbahn um den Stern befinden – und die messbare Lichtabstrahlung jedes mal dann verringern, wenn sie sich zwischen Stern und Teleskop schoben.

Dem Stern gaben sie den Namen «Trappist-1». Weitere Informationen trugen sie auf der nun freigeschalteten Internetseite www.trappist.one zusammen.

Für die Astronomen war die Entdeckung wie die erfolgreiche Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Ein Planetensystem nach dem anderen hätten sie beobachtet, und «bei diesem einen hat es sich ausgezahlt», sagte de Wit. Hochgerechnet auf die gesamte Galaxis gehen die Wissenschaftler aber davon aus, dass es noch etliche solcher potenziell bewohnbaren Welten gibt.

(ij/afp)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erdbewohner am 02.05.2016 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na toll

    Ist wohl einfacher einen bewohnbaren Planeten zu finden als unsere Erde bewohnbar zu erhalten.

    einklappen einklappen
  • Captain Corck am 03.05.2016 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind schon dabei

    Die UBS vergibt schon Trapisten-Hypothecken und das Wasser darf nur Nestle vermarkten.

    einklappen einklappen
  • sabsan am 03.05.2016 00:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer sucht,der findet!

    Das sind grossartige News! Evtl würde man dort auch Materie finden die wir noch nicht kennen ;-) Super spannend.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • QonoS am 04.05.2016 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Erde

    Langt es nicht einen Planeten zu zerstören?

  • Ra am 04.05.2016 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reisserischer Titel

    Es heisst die Planeten könnten bewohnbar sein, aber wissen tut man es nicht. Trotzdem ist im Titel eindeutig von bewohnbaren Planeten dir Rede.

  • Sorry getnid am 04.05.2016 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön und gut,

    jetzt brauchen wir nur noch ein Raumschiff welches schnell genug ist dort hinzufliegen, was ich damit sagen will, bringt der Menschheit nichts wenns nicht näher dran ist.

  • Andy Honegger am 04.05.2016 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Sofort Koffer packen

    Nein - natürlich nicht meine sondern die von Glarner, Blocher, Köppel und Co. Dann schicken wir die dorthin. Mit ihrer Isolations- und Abgrenzungspolitik haben sie dort sehr viel Erfolg, da sie vermutlich unter sich bleiben. Die Schweiz darf doch auch mal einen "Export-Schlager" haben...

  • DonVal am 04.05.2016 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Pefekt

    Wenn nicht der Mars dann halt Snickers!!