Welt ohne Sauerstoff

05. März 2019 21:40; Akt: 05.03.2019 22:50 Print

Forscher finden «Friedhof» im Great Blue Hole

Das grosse blaue Loch im Atlantik war bisher weitgehend unerforscht. Nun tauchte eine Gruppe von Entdeckern bis zum Grund ab.

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Der grosse Meeresforscher Jacques Cousteau machte das Great Blue Hole vor der Küste Südamerikas einst bekannt. Nun ist sein Enkel Fabien Cousteau zusammen mit dem Virgin-Gründer Richard Branson und Erika Bergman vom U-Boothersteller Aquatica Submarines zum Grund der Sinkhöhle getaucht. Das Team fertigte nach insgesamt 20 Tauchfahrten im Dezember 2018 inzwischen ein komplettes 3-D-Geländemodell der Sinkhöhle an und machten dabei einige bemerkenswerte Entdeckungen.

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Waren sie schon einmal am Great Blue Hole tauchen?

So stiessen die Forscher auf bisher unbekannte Stalaktiten, die entstanden waren, als die Sinkhöhle noch nicht überflutet war. Zu einer Zeit also, als der Meeresspiegel noch rund 150 Meter tiefer war und das verzweigte Höhlensystem auf trockenem Boden stand. Dass es im 124 Meter tiefen Great Blue Hole überhaupt Stalaktiten gibt, wusste man, seit Jaques Cousteaus Taucher 1971 ein 2,80 Meter langes Exemplar aus 50 Metern Tiefe an die Oberfläche brachten.

Null Sauerstoff im Wasser

Auf ihren Tauchfahrten entdeckten die Forscher zudem Hunderte tote Meeresschnecken. In einem Blogeintrag spricht Bergman von einem regelrechten «Meeresschneckenfriedhof». Die Forscher gehen davon aus, dass Grosse Fechterschnecken oder Einsiedlerkrebse, die in deren Schalen wohnen, dem Loch zu nahe kamen und hineinfielen. Einmal im Loch, können die Tiere wegen der steilen Wände nicht mehr herausklettern, was einem Todesurteil gleichkommt. Denn am Grund des Great Blue Hole ist das Wasser anoxisch, das heisst, es enthält keinen Sauerstoff.

Bergman geht aber davon aus, dass die Meeresschnecken nicht gefährdet sind. Denn die Schalen würden schnell von herabfallendem Sand begraben. Die Tatsache, das trotzdem so viele Schalen zu sehen sind, deute auf eine sehr grosse Population hin. Das töne ein bisschen makaber, beschreibe aber etwas Positives, schreibt Bergman in ihrem Blog. Der Grund für das Fehlen von Sauerstoff ist eine dicke Schicht von giftigem Schwefelwasserstoff in etwa 90 Metern Tiefe.

Plastikmüll am Grund

Neben viel Natur sahen die Forscher im Great Blue Hole auch eine der Schattenseiten unserer Zivilisation: Plastikmüll. «Leider sahen wir Plastikflaschen am Grund der Höhle, das ist eine echte Plage für die Meere», schrieb Richard Branson dazu. «Die wahren Monster, die das Meer bedrohen, sind der Klimawandel – und Plastik.»

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 05.03.2019 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch

    Nicht der Klimawandel und der Plastik sind die Monster, die das Meer bedrohen - sondern der Mensch.

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  • Weissinid am 05.03.2019 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    Plausibel

    Ähm, nicht der Klimawandel und Plasik. Einfach nur der Mensch

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  • fred@züri am 05.03.2019 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    Schade!

    Der Mensch, die grösste "überhebliche" Bestie der Welt, weiss wie man ALLES kaputt macht. Schade!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ferdinand am 06.03.2019 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Sie schwammen und schwammen

    tauchten und tauchten. Sie suchten und suchten. Und fanden und fanden.

  • Gio Pereu am 06.03.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht durcheinander bringen

    "als der Meeresspiegel noch rund 150 Meter tiefer war". Sorry, aber das war er nie. Aber der Grund war durch die Bewegungen der tektonischen Platten weit höher oben, über dem Meeresspiegel.

    • Zürcher Ex-Pat am 06.03.2019 14:12 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Falsch, während der letzten Eiszeit war der Meeresspiegel viel tiefer als heute. so wohne ich am Ärmelkanal aber vor etwa 25'00 Jahre konnte man nach England trockenen Fusses laufen.

    • Zürcher Ex-Pat: Vor 25'000 Jahren war am 06.03.2019 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      jedoch die vorige Heissphase am Höchsten

      dann müsste da ja auch Eisfreie Polkappen gewesen sein und alles Wasser über die Ozeane Verteilt. Der Ärmelkanal ist eine geologische Störung, wie vor Gibraltar, welches auch vor 25'ooo Jahren zu war und sich erst in jüngerer Zeit öffnete, das Mittelmeer wird nach wie von Atlantikwassern befüllt, ich bin zum Glück Religionsfrei und muss nicht jeden Saich für Wahr nehmen, den die Schriften so in sich tragen, aber das mit Moses und seinem gerade noch den Fluten entronnen sein können, dürfte ein Hinweis auf das spontane Ansteigen, durch ein aufreissen bei Gibraltar, sein.

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  • Heidi Heidnisch am 06.03.2019 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    War cool

    Hatte Bohnen gegessen und hab dort unten einen deftig fahren lassen, die Blasen die dann aufstiegen waren gigantisch schön.

  • Der Lehrer am 06.03.2019 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Geographielektion

    Das Blue Hole liegt vor Belize in Zentralamerika nicht Südamerika

  • Jola am 06.03.2019 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Kaputte Welt

    Der Mensch machr die Natur kaputt...