Gigantischer Friedhof

23. Dezember 2014 22:49; Akt: 23.12.2014 22:49 Print

Forscher finden Grab mit bis zu 1 Million Mumien

Sie sprechen von einem Sensationsfund: Südlich von Kairo haben Forscher 1700 Mumien ausgegraben. Sie schätzen, dass an dem Ort noch deutlich mehr vergraben sind.

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In der Wüste südlich von Kairo sind Forscher auf ein Massengrab mit möglicherweise mehr als einer Million Mumien gestossen. Bisher hat das Team um Kerry Muhlestein von der Brigham Young Universität im US-Bundesstaat Utah 1700 der rund 1500 Jahre alten Leichname ausgegraben, die allesamt in bis zu 23 Meter tiefen Kalkstein-Schächten lagerten.

«Der Friedhof ist dicht besiedelt», sagt Muhlstein gegenüber der Wissenschafts-Site «LiveSience». Seit 30 Jahren gräbt sein Team an der als Fag el-Gamous bekannten Stelle. Auf eine fünf mal fünf Meter grosse und mindestens zwei Meter tiefe Parzelle kommen dort durchschnittlich 40 Mumien. Insgesamt ist das Areal rund 300 Hektar gross.

«Mathematisch betrachtet, liegen auf dem Friedhof über eine Million Mumien», so der Projektleiter weiter. Ob dem wirklich so ist, müssten aber erst weitere Untersuchungen zeigen.

Gegenteilige Meinungen

Yousef Khalifa, Direktor von Ägyptens nationalem Denkmalamt, hält das laut «Al Arabiya News» für falsch. Zwar befänden sich auf dem historischen Friedhof sehr viele Skelette. Aber die Zahl von einer Million Mumien ist seiner Meinung nach zu hoch gegriffen. Khalifa geht von einigen Tausend Mumien aus.

Während die Klärung dieses Forscherstreits noch in einiger Ferne liegt, gilt etwas Anderes bereits als gesichert: Die Leichname wurden zu einer Zeit beerdigt, in der Ägypten vom Römischen und später vom Byzantinischen Reich beherrscht wurde. Anders als bei vielen anderen Funden in Ägypten, handelt es sich hier um ein Massengrab, in dem normale Bürger bestattet wurden und keine Mitglieder von Königsfamilien.

Noch vieles unklar

Offen ist hingegen, wie es zu der grossen Zahl von Mumien kommen konnte. So sei ein nahegelegenes Dorf, das zur selben Zeit existiert habe, zu klein gewesen, um einen so grossen Friedhof zu benötigen, so Kerry Muhlstein.

Ebenfalls unklar ist noch, warum die sterblichen Überreste damals nach ihren Haarfarben sortiert wurden. So sind die Blonden in einer, Brünette in einer anderen Ecke begraben. Auch die Rothaarigen haben einen Platz für sich.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. Nice am 24.12.2014 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun...

    ... und muss die ganze Million Mumien ausgebuddelt werden um in irgend welchen Kartonschachteln in einem Museumskeller dahinzugammeln...?! Erde drüber und ruhen lassen...' Leichenschänder....

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  • Jack Roth am 24.12.2014 04:32 Report Diesen Beitrag melden

    lAsst die Toten in Ruhe

    Wohl noch nie was von Rest in Peace gehört, was ? Ich wünsche allen Seelen eine Schöne Weihnacht !

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  • Joachim Gerner am 24.12.2014 01:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FRIEDHOFKUNDE

    Eine sehr vielversprechende Entdeckung! Rothaarige Menschen dürften in Ägypten, zumindest damals, wohl eher Seltenheitswert gehabt haben. Die Zahl von einer Million Bestatteten erscheint mir prima vista etwas hoch gegriffen, angesichts des doch eher dünn besiedelten Gebietes (damals, d.h., vor rund 1500 Jahren). Zum Vergleich: Auf dem Wiener Zentralfriedhof ruhen seit ca. 1879 rund fünf Millionen Verstorbene, Wien ist und war schon damals eine sehr grosse Stadt und zudem, bis 1918, Zentrum eines sehr grossen Reiches.

Die neusten Leser-Kommentare

  • johnny am 24.12.2014 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unnötige grabschändung

    meiner meinung nach ist das grabschändung.. und sollte verboten werden.. den frieden stören und es dann forschung nennen..

  • nacho am 24.12.2014 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    übertriebene totenruhe

    ist das euer ernst? totenruhe? rest in peace?...lasst die doch machen...wenn wir tot sind, sind wir tot. man sollte alles brauchbare von uns entnehmen und dann kremieren...friedhöfe sind platzverschwendung

    • The Man who am 24.12.2014 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Bei einer 0815 Urne gefüllt mit einem halben Scheufelchen Asche wie sie heute Mode sind, käme es wohl nicht darauf an. In diesem Fall allerdings wurden die Toten nicht nur sorgsamst präpariert sondern auch sehr aufwändig bestattet. Und obschon ich unterstütze herauszufinden was es zu wissen gibt, glaube ich nicht das dies der Plan der Alten Ägypter war das wir sie jetzt ausbudeln und an ihnen herumschnipseln.

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  • michael küng am 24.12.2014 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    wenn, dann mit sinn

    Die verbotene archälogie ist einiges interessanter

  • Josef Goor am 24.12.2014 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leichenschänder?

    Wenn ich hier auf einem Friedhof grabe, werde ich mit Recht als Leichenschänder verurteilt. "Forscher" aber, die das in einem anderen Land tun, erhalten dafür sicher noch staatliche Gelder. Wo ist da der Unterschied?

    • Witzbold am 24.12.2014 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Lösung

      Du musst im Ausland deiner Tätigkeit nachgehen.

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  • allan am 24.12.2014 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    hä...

    wieso wird über ein sensationsfund gesprochen, wenn an der stelle schon seit 30 jahren gebuddelt und mumien gefunden werden? ist ja nicht so, dass neues entdeckt wurde. oder verstehe ich was falsch

    • The Man who am 24.12.2014 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sensationell

      Spannend dürfte bei dem Fund nicht nur die Anzahl an Mumien sondern auch die Trennung zwischen Haar und Hautfarbe sein, dies könnte ein weiterer Hinweis sein das den Alten Hochkulturen mehr über Gene und Wissenschaft wussten als wir bereit sind ihnen zuzugestehen. Zu dem Thema ist Sakarra ein echtes Rätsel. Mischwesen, Riesen, Klone eine Göttliche Priester Kaste und wen es sich nur auf Ägypten beschränken würde, aber solche Funde werden Weltweit gemacht. Unsere Vergangenheit war vielleicht ein bisschen anders als wir denken.

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