Weitere tote Tiere

15. August 2019 16:40; Akt: 15.08.2019 16:40 Print

Forscher in grosser Sorge um Orcas vor Kanada

von Fee Riebeling - Schon wieder sind vor Vancouver Island drei Orcas gestorben. Schuld daran ist laut Forschern einmal mehr der Mensch.

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J-17 ist tot. Das teilte das Center for Whale Research in Washington mit. Neben dem Orca-Weibchen aus der J-Herde gelten auch zwei Männchen als tot: L-84 und K-25. Sie stammen aus anderen Herden. (Im Bild: J-17 zu Lebzeiten) Das Ende hatte sich zumindest bei J-17 abgezeichnet, wie diese Luftaufnahmen zeigen. Das Weibchen magerte zusehends ab. Sein Kopf habe bereits länger eine erdnussähnliche Form gehabt, was als ein Indiz dafür gilt, dass die Fettschicht, die sogenannte Blubber, zusammengeschrumpft war, so die Experten. Die drei Orca-Herden J, K und L kommen jeweils im Sommer in die Gewässer vor Vancouver Island. Doch es werden immer weniger. Mit dem Tod von J-17 und den beiden Männchen sank die Zahl der Tiere auf 73. (Im Bild: J-17 zu Lebzeiten) Offenbar finden die Wale vor der kanadischen Küste nicht mehr genug Futter. Dazu zählt der bis zu 1,5 Meter lange und bis zu 36 Kilogramm schwere Königslachs (Oncorhynchus tshawytscha), der hier vor Vancouver Island eigentlich zu Hause ist. Doch davon gibts immer weniger. Beiden Tieren – den Walen und den Lachsen – setzt neben dem Klimawandel auch die zunehmende Verschmutzung des Meers zu. (Im Bild: Gekentertes Waltouren-Boot, 2015) Die bis zu 9,8 Meter grossen und bis zu 6,6 Tonnen schweren Orcas dürften vielen noch aus dem Film «Free Willy – Ruf der Freiheit» aus dem Jahr 1993 bekannt sein. Darin kämpfte ebenfalls ein Exemplar ums Überleben. (Im Bild: Szene aus «Free Willy – Ruf der Freiheit») Protagonist Jesse setzt alles daran, den in Gefangenschaft lebenden Schwertwal Willy vor dem Tod zu bewahren. (Im Bild: Szene aus «Free Willy – Ruf der Freiheit»)

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Im Film «Free Willy – Ruf der Freiheit» (1993) setzt Protagonist Jesse alles daran, den in Gefangenschaft lebenden Schwertwal Willy vor dem Tod zu bewahren (siehe Video unten).

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Heute sorgen sich Forscher um frei lebende Orca-Populationen. Aktuell im Fokus sind jene Killerwale, die in der Salischen See, einer Meerenge vor Vancouver, zu Hause sind: die Mitglieder der sogenannten J-Herde (siehe Box).

Eine Herde, viele Rückschläge

Bereits im letzten Jahr hatte Orca-Weibchen J-35 für Aufsehen gesorgt, als es sich nicht von seinem kurz nach der Geburt verstorbenen Kalb trennen wollte. Erst nach 17 Tagen hörte die Mutter auf, ihr Junges mithilfe von Nasenstupsern an der Oberfläche zu halten und liess es untergehen.

Orca-Mutter will totes Jungtier nicht loslassen

Kurz darauf bereitete ein weiteres Mitglied der Herde – ein Jungtier namens J-50 – Forschern Sorgen. Das drei Jahre alte Weibchen war deutlich abgemagert und schien an einer Infektion zu leiden. Mithilfe eines Langzeitantibiotikums konnten es die Wissenschaftler schliesslich retten.

Forscher verpassen Orca Pfeil mit Antibiotikum

Zahl der Wale fällt auf 73

Nun hat das Center for Whale Research in Washington erneut schlechte Nachrichten von der J-Herde vermeldet, aber auch von den anderen beiden: Zwei Männchen (L-84 und K-25) und Weibchen J-17 seien gestorben, womit die Zahl der Orca-Population vor Vancouver Island auf 73 Exemplare gesunken sei.

Verhungert

Der Tod von J-17 traf die Wal-Experten nicht ganz unerwartet. Schon vor Monaten, das hätten Luftaufnahmen von dem Weibchen gezeigt, sei es deutlich abgemagert gewesen. Sein Kopf habe da bereits eine erdnussähnliche Form gehabt, was Fachleute als ein Indiz dafür sehen, dass die Fettschicht, die sogenannte Blubber, zusammengeschrumpft war (siehe Bildstrecke). Demnach habe das Tier an Hunger gelitten.

Offenbar finden sie vor der kanadischen Küste nicht mehr genug Futter. Zur Leibspeise der Schwertwale zählt der bis zu 1,5 Meter lange und bis zu 36 Kilogramm schwere Königslachs (Oncorhynchus tshawytscha), der vor Vancouver Island eigentlich zu Hause ist. Die Fische sammeln sich hier, um die Flussläufe zu ihren Laichplätzen hinaufzuziehn. Doch sie werden im Zuge des sich wandelnden Klimas weniger.

Dazu dürfte auch die zunehmende Verschmutzung des Meeres beitragen, die ihrerseits auch den Orcas zusetzt.


Der Film «Free Willy – Ruf der Freiheit» machte eine ganze Generation mit den Orcas bekannt. (Video: Youtube/TrailerTracker)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jacky am 15.08.2019 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig...

    ....sowas macht mich nur noch traurig...unglaublich wie unserer Erde, unsere Natur tagtäglich kaputt geht...

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  • Tom am 15.08.2019 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Mr

    Und die Behörden sagen immer noch es liegt nicht am überfischen von den Oceanen. Nur weiter so die Menschen sind die nächsten

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  • Bruno am 15.08.2019 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nur das wir Lachs auf dem Teller haben!

    Im MTV kam kürzlich eine Doku, wie die Fischer zu hunderten in ihren kleinen Booten den Lachs fangen. Das geht soweit, dass sich die Fischer gegenseitig rammen. Obwohl sie ein Zeitfenster und Sperrgebiete einhalten müsse bzw. sollten wird gefischt was das Zeug hält. Vor drei Jahren, als ich in Vancouver war, wurde schon über dieses Problem demonstriert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roli am 16.08.2019 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Alles hängt zusammen

    Das ist doch gar nicht so schlimm. Wenn die Meere wärmer werden gehen die Lachse halt weiter in den Norden, die doofen Orkas werdens dann schon merken.... Aber halt...die Lachse finden so ja nicht mehr in ihre Brutgewässer...dann werden die Orcas weniger, die Bären an den Flüssen haben noch weniger zu fressen und die Wälder auch weniger Nährstoffe, somit werden auch diese schwächer, aber weil es eh wärmer wird werden die eh früher oder später abbrennen und es wird noch etwas wärmer. Ist doch gut, dann müssen die Kanadier nicht mehr in den warmen Süden für ihren Urlaub. Ironieoff

  • USI am 16.08.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Uns brauchts nucht

    Die Erde braucht das Individuum Mensch nicht. Der Natur hilfts, wenn diese Spezies verschwindet.

  • Silberdistel am 16.08.2019 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Aussterben

    Ja, Zuerst sterben viele Tiere und dann die Menschen. Das ist traurig aber wahr..

    • Ruedi O am 16.08.2019 15:11 Report Diesen Beitrag melden

      Alles relativ.

      Ja, zuerst sterben viele Tiere; das ist traurig. Und dann die Menschen; das ist gut. Dann herrscht Friede auf Erden, und Plastik und Mikroplastik werden mit der Zeit auch wieder verschwinden. Das ist wahr. Und die Silberdistel wird es sicher auch überleben. Das ist gut.

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  • Denker und Zyniker am 16.08.2019 00:13 Report Diesen Beitrag melden

    Täglich grüsst das Murmeltier...

    Tagtäglich kommen Horrormeldungen aus der Natur, der Tierwelt, unserer Gesellschaft, Krankheit, Klimawandel, absterben der Korallenriffe, aussterbende Fischbestände wegen Überfischung, Skandale, Korruption, Stürme und Überschwemmungen, von einem durch Geldgier getriebenem Gesundheitswesen, baldigen Börsen- und Immobilien Crash und von Superreichen die 99% Vermögen besitzen. Sind wir ernsthaft so abgestumpft und verblendet, um zu merken dass wir nicht so weitermachen können? Egal, ich habe keine Kinder und muss mir schon mal um deren Zukunft keine Sorgen machen. Rennt weiter, es bringt nichts.

  • Dani am 15.08.2019 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Auto vs Orca

    Geht es ums Auto, schreien alle, dass die Welt jetzt eben gerade zufällig wärmer wird. Geht es um Orcas, schimpfen alle darüber dass die Menschen aufhören sollen, die Welt kaputt zu machen. Wobei man immer nur mit dem Finger auf die anderen zeigt und ja nicht bei sich selber anfangen will. Die Chinesen sollen erst mal...