Neue Studie

15. Januar 2020 20:36; Akt: 15.01.2020 20:36 Print

Viel Sex? Für Frauen kann sich das auszahlen

Von wegen reine Veranlagung: Der Zeitpunkt, wann eine Frau in die Wechseljahre kommt, hängt auch davon ab, wie häufig sie Geschlechtsverkehr hat.

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Frauen, die verhältnismässig häufig Sex haben, dürfen sich laut einer Studie von Forscherinnen des University College London auf eine spät einsetzende Menopause einstellen. (Im Bild: Szene aus «Nymphomaniac», 2013) Wie es im Fachjournal «Royal Society Open Science» heisst, kamen die Studienteilnehmerinnen, die wöchentlich Sex hatten, deutlich später in die Wechseljahre als jene, ... ... die laut eigener Auskunft nur rund einmal im Monat sexuell aktiv waren. Bei Frauen, die noch weniger Geschlechtsverkehr hatten, setzte sich diese Tendenz weiter fort. Die Forscherinnen vermuten, dass der weibliche Körper sich offenbar an der Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis orientiert, wenn es darum geht, wie lange er in die Empfängnisbereitschaft investiert. In anderen Worten: Wenn eine Frau kaum Sex hat, ist die Chance auf eine Schwangerschaft gering. Der Körper reagiert entsprechend und fährt die Reproduktionsfähigkeit zurück – weil es ihm vorteilhafter erscheint, die Energie für die Menstruation ein- und für andere Dinge aufzusparen. Welche Rolle bei all dem der weibliche Orgasmus spielt, ist unbekannt. Fest steht dagegen, dass der Begriff den Höhepunkt des sexuellen Lustempfindens beschreibt. Das Wort selbst stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie «vor Liebesverlangen glühen». Der Gang einer Frau verrät, wie sie kommt. Das behaupten jedenfalls belgische Forscher der katholischen Universität von Louvain. Sie sind überzeugt, dass man beim Laufen erkennt, ob eine Frau zu einem vaginalen Orgasmus fähig ist oder nicht. Die ersten Erfahrungen mit dem Höhepunkt machen viele schon im Mutterleib. Besonders männliche Embryonen stimulieren und berühren auf Ultraschallbildern ihre Geschlechtsorgane. Ausserdem legen Kinder viel früher als angenommen - also vor der eigentlichen Geschlechtsreife - Hand an sich selbst. Der Orgasmus ist nicht nur das höchste der Gefühle, er macht auch noch schön. Das zumindest behauptet Neurophysiologe David Weeks vom Royal Edinburgh Hospital. Weitere positive Nebenwirkung: Der Orgasmus stärkt das Immunsystem und baut Stress ab. Denn bei sexuellen Handlungen nimmt das Stresshormon Kortisol deutlich ab, während die Konzentration der Powerhormone Adrenalin und Noradrenalin deutlich ansteigt. Ihren Höchststand erreichen sie beim Orgasmus - er kann bis zu 100 Prozent über dem Normalwert liegen. Zusätzlich verdoppelt sich die Anzahl der natürlichen Killerzellen des Immunsystems. Doch nicht immer kommt Frau zum Höhepunkt. Deswegen fakt sie ihn. Laut Forschern der Columbia Universität in New York spielt Angst vor Untreue in diesen Fällen eine grosse Rolle. So gaben die meisten Studienteilnehmerinnen an, dass sie das Interesse des Partners an der Beziehung wachhalten und ihn vom Fremdgehen abhalten wollten. Eine mögliche Ursache für Orgasmusprobleme könnte ein zu grosser Abstand zwischen Klitoris und Scheidenöffnung sein, wie US-Forscher Kim Wallen feststellte. Demnach sind weniger als 2,5 Zentimeter Abstand ein Erfolgsindikator für den weiblichen Orgasmus beim Geschlechtsverkehr. Als andere Erklärung könnten die Ergebnisse von niederländischen Forschern gewertet werden. Sie haben herausgefunden, dass Hände und Bauch einer Frau deutlich sensibler sind als ihr Genitalbereich. Schläft der Mann nach dem Sex ein, ist das nicht seine Schuld. Vielmehr wird beim männlichen Geschlecht nach dem Orgasmus das Müdigkeitshormon Prolaktin ausgeschüttet. Dass während des Höhepunkts die Zeit wie im Flug vergeht, haben Forscher der Universität Kopenhagen schon 1984 herausgefunden. Damals liessen sie Frauen schätzen, wie lange der Orgasmus gedauert hätte. Nahezu alle gaben eine gefühlte Zeitspanne von 12 Sekunden an. Die Stoppuhr, die zur Überprüfung diente, hingegen durchschnittlich 26 Sekunden. Beim Sex ist das Ejakulat durchschnittlich um 20 Prozent umfangreicher, als wenn der Mann selbst Hand anlegt ... Doch in beiden Fällen stösst der Penis das Ejakulat mit einer Geschwindigkeit von etwa 17 Kilometern pro Stunde aus. Das ist vergleichbar mit dem Tempo von Langstreckenläufern. Bei einzelnen Männern wurden sogar Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde gemessen. Orgasmen machen laut US-Sexualforscherin Beverly Whipple schmerzunempfindlich. In einer Studie hatte sie mit einem Gerät Druck auf die Finger von Frauen ausgeübt und geschaut, wie weit sie gehen konnte. Ergebnis: Beim Sex erhöht sich die Schmerzgrenze durchschnittlich um 75 Prozent. Deshalb bemerken wir Kratzer und blaue Flecken erst später. Für die einen ist Sex während der Menstruation unvorstellbar, für die anderen gibt es nichts besseres - und das aus gutem Grund. Denn weil während der Periode die Geschlechtsteile viel besser durchblutet sind, können Frauen in der Zeit häufiger und schneller zum Orgasmus kommen Nicht alle Frauen sind laut, wenn sie kommen, sondern werden ganz, ganz still. Deutlich einfacher zu interpretieren sind folgende Körperreaktionen: Ihre Pupillen erweitern sich, ihr Herz rast, die Haut wird rosig und ihre Bauchmuskeln ziehen sich rhythmisch zusammen. Auch ihre Schamlippen werden besser durchblutet und damit dunkler. Und: Ihre Klitoris ist danach übersensibel und braucht erst einmal etwas Ruhe.

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Bei Frauen, die oft sexuell aktiv sind, setzt die Menopause (siehe Box) später ein als bei Frauen, die seltener intim werden. Das berichten britische Forscherinnen im Fachjournal «Royal Society Open Science».

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Megan Arnot und Ruth Mace vom University College London hatten für die Arbeit die Daten einer US-amerikanischen Studie zum Thema Frauengesundheit ausgewertet. Die knapp 3000 Teilnehmerinnen waren zu Beginn der Studie im Schnitt 45 Jahre alt und hatten auch Auskunft zu ihrem Intimleben gegeben. Keine von ihnen hatte die Wechseljahre bereits erreicht.

Auch medizinische Daten wie der Östrogenspiegel oder das Gewicht der Probandinnen flossen in die statistische Auswertung ein.

Eindeutige Tendenz

Wie Mace und Arnot berichten, erreichten die Frauen mit durchschnittlich 52 Jahren die Wechseljahre. Allerdings gab es deutliche Unterschiede: So kamen die Teilnehmerinnen, die wöchentlich Sex hatten, deutlich später in die Wechseljahre als jene, die laut eigener Auskunft nur rund einmal im Monat sexuell aktiv waren. Bei Frauen, die noch weniger Geschlechtsverkehr hatten, setzte sich diese Tendenz weiter fort, heisst es in der Studie.

Die blosse Anwesenheit eines Partners im Haushalt spielte der Studie zufolge dagegen keine Rolle.

Logischer Schluss des Körpers?

Doch warum hat regelmässiger Geschlechtsverkehr solche Auswirkungen? Die Forscherinnen vermuten, dass der weibliche Körper sich offenbar an der Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis orientiert, wenn es darum geht, wie lange er in die Empfängnisbereitschaft investiert.

Mit anderen Worten: Wenn eine Frau kaum Sex hat, ist die Chance auf eine Schwangerschaft gering. Der Körper reagiert entsprechend und fährt die Reproduktionsfähigkeit zurück – weil es ihm vorteilhafter erscheint, die Energie für die Menstruation ein- und für andere Dinge aufzusparen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Xsasan am 15.01.2020 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig Information

    Was heisst "deutlich später"? Monate? Jahre? Wieviele? Jetzt bin ich genauso schlau wie vorher. Viel zu wenig Information, um damit mit meiner Frau zu debattieren ;)

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  • Scorpius am 15.01.2020 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Sex wird überbewertet

    Woah! Wäre ich eine Frau gewesen, wäre schon mit 30 Schluss gewesen!? Mein Sexualleben hat nie für einen Bestseller gereicht . Gebe ich gerne zu. Aber sogar heute noch, nach der Scheidung einer jahrelanger Beziehung die mehr als ein Viertel Jahrhunderte dauerte, erinnere ich mich gerne an meine Ex. Sex? Völlig überbewertend! Wisst ihr, was nach so langer Zeit Zählt? Es ist einzig und alleine das Gefühl der innigen Geborgenheit. Eine Sinngebung, die den persönlichen Egoismus übersteigt. DAS ist liebe. Nichts davon will ich je missen.

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  • Dr Med. Frau am 15.01.2020 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Papier ist geduldig

    Schon lange nicht mehr so einen Unsinn gehört

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani B. am 16.01.2020 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Korrelation?

    Jetzt muss man nur noch erforschen, was Ursache und Wirkung ist.

  • alfmir am 16.01.2020 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    ..tausendfach bewährt....

    Wenn du keinen Sex mehr möchtest, musst du einfach heiraten..!

    • Eraser01 am 16.01.2020 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @alfmir

      richtig, aber nur dann, wenn noch 2 Kinder im Haus sind

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  • Maria am 16.01.2020 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    trifft zu bei mir

    ich bin fast 60 habe viel sex und immernoch meine mens. geniesse es viel mehr als früher und mein neuer partner ebenfalls. ich liebe sex....

    • Eraser01 am 16.01.2020 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maria

      Wenn man zuviel Sex hat kann es mit dem gleichen Partner langweilig werden ausser man wechselt den Partner.

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  • Milena am 16.01.2020 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Sexmüde

    Mein Mann hat die Midlife Crisis und ist sehr zickig geworden. Wie lange dauert so eine Zeit ? Er schwitzt auch übermässig während dem Sex.

  • Mi grusets scho am 16.01.2020 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher konnte ich noch sagen

    ca.. all Schaltjahr. Bin ja auch selber Schuld könnte ja auch irgendeine nehmen so wie alle anderen auch. Nein danke! Behaltet Euch selbst.