Verschollen

06. September 2019 09:56; Akt: 06.09.2019 09:56 Print

Forscher vermissen 800 kg schwere Messstation

von Fee Riebeling - Ein fast tonnenschweres Messgerät deutscher Forscher ist vom Meeresgrund verschwunden. Was passiert ist, ist völlig unklar.

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Wenn Wissenschaftler unter Wasser nach Gegenständen fahnden, sind das für gewöhnlich Wracks. So wie zuletzt auch bei Forschern der University of Southampton, die südöstlich von Stockholm auf eines stiessen, Anders Forscher des Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. Sie suchen etwas, was ihnen unter mysteriösen Umständen abhandengekommen ist. Verloren haben sie es in der Eckernförder Bucht. Entsprechend spielt sich der reale Krimi der Geomar-Forscher dort ab, wo andere Menschen Ferien machen und es sich gut gehen lassen. Die Forscher beklagen den Verlust eines aus zwei Teilen bestehenden rund 800 Kilogramm schweren Observatoriums für Umweltmessungen. Die 2016 ins Wasser gelassene Messstation hat am 21. August um 8.15 Uhr die Datenübertragung gestoppt und ist seither unauffindbar. Taucher haben an der Position der Messstation statt der zwei 550 und 220 Kilogramm schweren Gestelle nur noch ein abgerissenes und völlig zerfaserte Landkabel gefunden Wegen des Gewichts der Gestelle und der massiven Kabelverbindungen schliessen die Forscher Stürme, Strömungen oder Meerestiere als Ursache für das Verschwinden aus. Aber: «Wir können uns nicht vorstellen, dass Diebe gezielt das Observatorium gefunden und mit schwerem Gerät entwendet haben», so ein Sprecher des Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel. (Im Bild: Szene aus «Fluch der Karibik: The Curse of the Black Pearl», 2003) Die Forscher hoffen nun auf Hinweise aus der Öffentlichkeit: «Vielleicht hat ja jemand am Morgen des 21. August in Höhe des Campingplatzes Hökholz etwas beobachtet. Oder jemand findet Teile der Gestelle irgendwo am Strand.»

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Es klingt absolut unmöglich, ist aber tatsächlich passiert: Forscher des Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel beklagen den Verlust eines rund 800 Kilogramm schweren Observatoriums für Umweltmessungen. Dieses hatte sich seit 2016 bis zu seinem mysteriösen Verschwinden am Grund der Eckernförder Bucht in der Ostsee befunden.

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Was könnte mit der Messstation passiert sein?

Als am 21. August um 8.15 Uhr die Datenübertragung gestoppt habe, hätten er und seine Kollegen zunächst an einen Übertragungsfehler gedacht, so Hermann Bange, Koordinator der Unterwassermessstation gemäss Mitteilung. Doch dann zeigte sich: «Die Geräte waren weg.»

Die Taucher hätten an der Position der Messstation statt der zwei 550 und 220 Kilogramm schweren Gestelle nur noch ein abgerissenes und völlig zerfaserte Landkabel gefunden (siehe Bildstrecke).

Keinerlei Anhaltspunkte über den Verbleib

Die Frage, was da unten in 22 Metern Tiefe passiert sein könnte, stellt die Forscher vor ein Rätsel. Da die Gestelle mit 520 und 220 Kilogramm sehr schwer und die Kabelverbindungen äusserst massiv seien, könnten Stürme, Strömungen oder Meerestiere als Täter ausgeschlossen werden.

«Wir können uns nicht vorstellen, dass Diebe gezielt das Observatorium gefunden und mit schwerem Gerät entwendet haben», zitiert die Deutsche Presse-Agentur einen Sprecher des Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel.

Auch der Umstand, dass sich die Anlage in einem Sperrgebiet für Sportboote und Berufsschifffahrt befand, in dem auch keine Fischerboote fahren dürfen, und der genaue Standort geheim war, widersprechen der Theorie, Diebe könnten am Werk gewesen sein.

Immenser Wert

Bange und seine Kollegen hoffen nun auf Hinweise aus der Öffentlichkeit: «Vielleicht hat ja jemand am Morgen des 21. August in Höhe des Campingplatzes Hökholz etwas beobachtet. Oder jemand findet Teile der Gestelle irgendwo am Strand.» Auch die Kriminalpolizei ist eingeschaltet.

Die Messstation hat einen Wert von umgerechnet rund 325'000 Franken. «Geradezu unbezahlbar sind aber die Daten, die wir damit erheben.» Sie würden der Forschung dienen, Veränderungen in der Ostsee zu registrieren und eventuell Gegenmassnahmen zu ergreifen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fischers Fritz am 06.09.2019 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fischerei zugeschlagen

    Schleppnetze machen alles kaputt was im Weg liegt. Naturfrevel

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  • bf am 06.09.2019 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fischer waren es !

    na schleppnetze von nicht gesetzes konformen fischern

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  • George C. am 06.09.2019 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    what else

    Ich bin überzeugt der Russe wars obwohl keine Beweise vorliegen. Die Russen sind Profis in Sachen unbewiesener Taten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Walti am 07.09.2019 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Dazu brauchts nur Logik

    Die Inder habens geklaut. Sie haben gerade ihre Mondsonde verloren. Logisch brauchen die einen Ersatz.

  • Klimabetrug am 07.09.2019 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unpassende Daten

    wahrscheinlich passten nur die Daten nicht zu den gewünschten Ergebnissen der Klimaglaubensgemeinschaft des tief gefallenen Klimapapstes M.Mann. Und das darf bei denen ja wie üblich auf keinen Fall heraus kommen und bekannt werden. Findet die entsprechenden Artikel im Internet.

  • Samuel S. am 07.09.2019 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Russen waren's

    Haben wohl die Russen geklaut - haben ja dort kürzlich Manöver gemacht.

  • Fischers Fritz am 07.09.2019 00:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spekulation

    Grösseres Schiff hat per Zufall genau da geankert und das Ding mitgerissen?

  • Frechdachs :)) am 06.09.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    ...na wer hat's geklaut?

    ...nein, nicht die lieben Schweizer! ;) Und auch nicht Kapitän Nemo! :)) Jaaaaaaaaaaaaaaaaa, die Russen warn's! ...aber die beschuldigen "wir" nur, weil die sich nicht wehren können oder wollen (noch nicht). ;)