Zu viel ist zu viel

05. Dezember 2016 12:30; Akt: 05.12.2016 12:30 Print

Frau landet wegen Wasser-Überdosis im Spital

Viel Wasser trinken, das ist gut für die Gesundheit – eine Binsenweisheit, die gefährliche Folgen haben kann. Das zeigt der Fall einer Britin.

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Wasser ist der perfekte Durstlöscher. Allerdings sollte es nur in Massen konsumiert werden. Das zeigt der Fall einer britischen Frau. Sie litt an einer Infektion und erinnerte sich, dass ihr Arzt ihr empfohlen hatte, viel zu trinken. Also kippte die Patientin alle 30 Minuten ein Glas – bis sie kollabierte und ins King's College Hospital gebracht werden musste. Dort retteten die Mediziner ihr das Leben. Die Patienten hatte Glück im Unglück. Im schlimmsten Fall drohen bei einer Wasser-Überdosis Koma und Tod – so wie im Fall eines Ironman-Triathleten, der 2015 den Wettkampf wegen seines hohen Wasserkonsums nicht überlebte. Doch wie viel Liter Wasser am Tag sollen es denn sein? Und wie viel Wasser ist zu viel? Dieser Frage sind australische Forscher nachgegangen. Nach ihrer Studie lautet ihr Ratschlag: Trinken Sie einfach immer dann, wenn Sie durstig sind. Demnach verfügt der menschliche Körper über einen verlässlichen Mechanismus, der verhindert, dass man zu wenig oder zu viel trinkt. Während Ersteres durch das Durstgefühl geregelt ist, bewahrt uns eine Abschwächung des Schluckreflexes davor, zu viel zu trinken, so die Forscher. Demzufolge ist nicht wichtig, wie viel wir trinken, sondern dass wir auf unseren Durst achten und ihm folgen. Und das unabhängig von der Örtlichkeit ... ... oder der verfügbaren Wasserquelle. Dabei ist es völlig unerheblich, ob man stilles oder kohlensäurehaltiges Wasser trinkt. Zwar bekommt man oft zu hören, dass die Kohlensäure im Wasser das Kalzium aus den Knochen löse und sie so brüchig werden lasse. Doch an der Behauptung ist laut Experten der Verbraucherzentrale Thüringen nichts dran. Ihnen zufolge hat mit Kohlensäure gepimptes Mineralwasser keine schädlichen Auswirkungen auf den Körper - zumindest nicht bei kerngesunden Personen. Anders sieht das bei jenen aus, die mit Magenverstimmungen kämpfen: Denn die Kohlensäure regt die Bildung von Magensaft an und fördert die Verdauung. So könnte sie die bestehenden Probleme vergrössern. Weil die Bläschen den Magen füllen, können Blähungen und Aufstossen die Folge sein. Betroffene sollten genauso wie Sportler stattdessen besser kohlensäurearmes oder stilles Wasser trinken, raten die Fachleute. Für alle gilt: Hauptsache, es wird dem Körper ausreichend Wasser zugeführt. Dass überhaupt natürliches Mineralwasser mit Bläschen angereichert wird, ist nicht nur den verschiedenen Geschmäckern geschuldet. Es sorgt auch für eine bessere Durchblutung der Mundschleimhaut, regt den Speichelfluss an ... ... und reinigt die Geschmackspapillen im Mund, wodurch wir besser schmecken können. Zudem fördert es die Aufnahme von Nährstoffen. Sprudelndes Wasser eignet sich jedoch nicht nur, um den Durst zu stillen. So findet es häufig auch in Küchen Verwendung – beispielsweise bei der Zubereitung von Saucen und Desserts. Als Zutat kann es beispielsweise Backpulver ersetzen. Dass es heute überhaupt Wasser mit Bläschen gibt, verdanken wir Johann Jacob Schweppe, der in den 1870er-Jahren das Verfahren zur industriellen Herstellung von mit Kohlensäure versetztem Mineralwasser perfektionierte.

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Ob still oder Kohlensäure haltig: Der Konsum von Wasser ist gesund und hilft auch noch beim Abnehmen. Doch wie immer gilt auch hier: Es muss Mass gehalten werden. Denn wer zu viel Wasser zu sich nimmt, riskiert schwere Gesundheitsprobleme.

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Wie trinken Sie Ihr Wasser am liebsten?
25 %
36 %
35 %
4 %
Insgesamt 18383 Teilnehmer

Wie schnell das gehen kann, zeigt ein Fall aus Grossbritannien: Dort schrammte eine Frau knapp am Tod vorbei, wie die «Daily Mail» berichtet. Die 59-Jährige litt an einer Infektion und erinnerte sich, dass ihr Arzt ihr empfohlen hatte, viel zu trinken. Deshalb kippte die Patientin alle 30 Minuten ein Glas – bis sie kollabierte und ins Spital gebracht werden musste.

Glück im Unglück

Am King's College Hospital retteten die Ärzte ihr das Leben und warnen nun vor den Gefahren einer Wasser-Vergiftung. Denn wer ununterbrochen Wasser zu sich nimmt, bringt den Natrium-Spiegel im Blut durcheinander. Dem Körper fehlen wichtige Salze, das Gehirn schwillt an. In der Folge kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Im schlimmsten Fall drohen Koma und Tod.

Wie viel Wasser zu viel ist, variiert von Person zu Person. Laut Forschern der Monash University in Melbourne ist man auf der sicheren Seite, wenn man immer nur dann trinkt, wenn der Durst sich meldet.

(heute.at/fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aladin am 05.12.2016 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Wie gross war denn das Glas?

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  • Michelle Rohner am 05.12.2016 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Genies, Hut ab.

    Der Tip der "Experten" ist super. Immer dann trinken wenn man durstig ist. Ach was? Echt? Daher gibt es diese Körper Funktion genannt Durstgefühl? Clever kombiniert. Wenn mir nun nur noch jemand erklären könnte wann es am besten ist etwas zu essen und wie viel? Muss wohl einen Experten anfragen.

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  • Hubar am 05.12.2016 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bahnbrechende Erkenntnis

    "......ist man auf der sicheren Seite, wenn man immer nur dann trinkt, wenn der Durst sich meldet." Ach so. Das ist seit alters her bekannt. Wurde im Zuge der Möglichst-Viel-Trinken-Hysterie aber als ungesund und gefährlich dargestellt. Die Folgen kann man in obigem Artikel nachlesen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Candy1980 am 05.12.2016 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das müsste man aber wissen

    das gehört eigentlich zum allgemeinwissen, dass wasser die minersalze im körper verdünnen. sportler trinken ja auch nicht nur wasser sondern eben isotonische oder natriumhaltige getränke. ich mach das im sommer so wenn ich viel schwitze, wenn ich da nur wasser trinke kippe ich aus den latschen.

  • Brausefritz am 05.12.2016 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..und bekommt...

    ...erstmal einen 2l-Tropf, wie Jeder der in die Notaufnahme kommt, bevor untersucht wird.. .

  • Mehit am 05.12.2016 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spital...

    Ist mir vor Jahren auch passiert... 7 Liter in 8 Stunden waren zu viel... Nicht lustig :-/

  • Spaniel am 05.12.2016 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bild No 8

    Nebenbei erwähnt: Bild No. 8 ist spitze!!

  • J.C. am 05.12.2016 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasserkonsum

    Es hat mal geheissen wenn man ein Durstgefühl verspürt ist es schon zu spät denn man sei dann bereits mit Wasser unterversorgt. Und man sollte mindestens 2-3 Liter Wasser am Tag trinken. Nun heisst es in diesem Artikel erst trinken wenn man Durst verspürt. Und was ist mit den älteren Menschen die ja bekanntlich ein deutlich vermindertes Durstgefühl verspüren? Tut mir leid liebe Forscher Ihre These hinkt meines Erachtens gewaltig hinterher.