Code-Knacker

14. April 2015 11:09; Akt: 14.04.2015 11:50 Print

Für 1 Million Notizbuch von Mathe-Genie versteigert

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete der Brite Alan Turing an einer Maschine zur Dechiffrierung der Enigma – und hat so viele Leben gerettet. Jetzt werden geheime Papiere versteigert.

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Ein lange verschollenes Notizbuch des britischen Mathematikers und Code-Knackers Alan Turing ist in New York für mehr als eine Million Dollar versteigert worden. Es enthält Aufzeichnungen über Grundlagen der Mathematik und der Computerwissenschaft.

Das Mitte der 40er-Jahre entstandene 56-seitige Manuskript ging am Montag nach zweiminütiger Auktion für 1,025 Millionen Dollar an einen anonymen Bieter, wie das Auktionshaus Bonhams mitteilte.

Turing entschlüsselte im Zweiten Weltkrieg für die britische Armee die Nazi-Verschlüsselungsmaschine Enigma. Eine voll funktionsfähige Original-Enigma aus dem Jahr 1944 kam bei der Versteigerung in New York für 269'000 Dollar unter den Hammer, deutlich mehr als erwartet worden war.

«Weltkrieg um zwei Jahre verkürzt»

Turings Leben ist Gegenstand der Filmbiographie «The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben», die mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. «Wir haben keine Vorstellung davon, wie viele Leben er gerettet hat. Schätzungen zufolge hat er den Weltkrieg um zwei Jahre verkürzt», sagte Cassandra Hatton von Bonhams' Wissenschaftsabteilung.

Der homosexuelle Turing wurde 1952 wegen «unsittlicher» Handlungen verurteilt und unterzog sich einer chemischen Kastration. Zwei Jahre später nahm er sich im Alter von 41 Jahren das Leben. Erst 2013 wurde Turing durch Königin Elizabeth II. posthum begnadigt.

Das jetzt versteigerte Notizbuch gehört zu einer Reihe von Unterlagen, die Turing einem befreundeten Mathematiker vermacht hatte. Dieser hütete die Papiere bis zu seinem Tod. Turings Biograph Andrew Hodges betonte, das Notizbuch habe besonderen Wert, da Turing sehr geizig mit Worten gewesen sei.

Trailer zu Imitation Game

(Video: YouTube/vipmagazin)

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • OdinX am 14.04.2015 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Math-Genie?

    Ist der Ausdruck "Math-Genie" euer ernst? Ich dachte immer dass Journalisten wenigstens ein bisschen stolz darauf sind, die deutsche Sprache besser zu beherrschen als der Durchschnitt, aber da lag ich wohl falsch.

  • Bernhard W., Meilen am 14.04.2015 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Na, ja ...

    Schlecht, schlecht: "Während dem ersten Weltkrieg", anstatt: "Während des zweiten Weltkrieges [...]" Oder - einfach und richtig - "Im zweiten Weltkrieg"

  • Rolf Raess am 14.04.2015 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Enigma in der Schweizerarmee bis 1960

    Ich hatte schon damals in der Fliegerfunker-RS gedacht, die Schweizerarmee hinke immer ungefähr einen Krieg hinten nach was bis heute gilt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bryan Schmid am 15.04.2015 00:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "während" - Kasus

    mehr und mehr wird das "während" auch vom Dativ begleitet. Obwohl dies wie du angedeutet hast falsch ist und "während" den Genitiv-Fall verlangt, hat sich der Dativ bei "während" schon langsam eingefunden in der deutschen Sprache.. Dies kannst du auch bei anderen Wörtern finden.

  • Mark am 14.04.2015 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig...

    Bedenkt auch, was ihm die Gesellschaft angetan hat und stellt euch vielleicht mal vor, wo wir heute wären, hätten ihn die damaligen britischen Gesetzesmühlen nicht umgebracht. Und das alles warum? Hätte er jemanden umgebracht, hätte man ihn dafür bestraft und er hätte seine Arbeit wohl sogar fortsetzen können. Aber er liebte nur einen Mann...

  • Fleuree am 14.04.2015 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weder noch

    Genau geschrieben wird es so: Zweiter Weltkrieg oder Erster Weltkrieg Also beide Wörter werden gross geschrieben. Das habe ich noch von der Schule.

  • M.G. am 14.04.2015 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Shark

    Alan Turing unterstand nicht der Armee sondern dem MI6. Der unterhielt Bletchley Park. Turings wichtigste Arbeit war die Überwindung des Shark-Blackouts. Mit Shark bezeichnete man die U-Boot-Verschlüsselung die ab 1942 mit einer neuen 4-Walzen-Enigma erfolgte und nicht mehr mit der 3-Walzen-Maschine. Turing fand die Lösung. Er ging davon aus das mit 4-Walzen-Geräten auch mit 3-Walzen-Enigmas kommuniziert werden müsste, die Funktion der 4. Walze also irgendwie überbrückt wird. Nach 6 Monaten harter Arbeit brachte Turing Blechtley Park wieder ins Spiel. Sonst wären die Briten verhungert.

  • Rolf Raess am 14.04.2015 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Enigma in der Schweizerarmee bis 1960

    Ich hatte schon damals in der Fliegerfunker-RS gedacht, die Schweizerarmee hinke immer ungefähr einen Krieg hinten nach was bis heute gilt!

    • Clawfinger am 14.04.2015 14:49 Report Diesen Beitrag melden

      es wird Regen geben.

      ist doch egal, zu jenem Zeitpunkt waren ja nur noch die Sowjets die Feinde. Ich weiss nicht, ob die Enigma auch geknackt oder erobert haben? Na wer weiss, vielleicht waren die Nazis nur der Kiesel den man brauchte, um eine Lawine gegen die Sowjets loszutreten. Es ist nun mal einfach so, dass es zu jener Zeit (zwischen dem ersten und Zweiten WK) sehr viele kommunistische Parteien in Europa gab. Und von denen wurden ja auch so einige deportiert.

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