Multiresistente Keime

16. Oktober 2019 15:14; Akt: 16.10.2019 15:14 Print

Füttert Hunde nicht mit Rohfleisch!

In jedem zweiten Rohfleisch-Hundefutter stecken multiresistente Keime – und damit auch in den Tieren. Auch für die Halter besteht Gefahr, sagen Schweizer Forscher.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es klingt eigentlich nach artgerechter Ernährung: Ein Mix aus rohem Fleisch, Schlachtnebenprodukten, Knochen und etwas Obst oder Gemüse landet unter dem Namen «Barf» (biologically appropriate raw food) im Futternapf. Dass das Akronym zugleich der englische Begriff für Erbrechen ist, dürfte ungewollter Zufall sein – der aber treffender sein könnte, als Anhänger der Fütterungsmethode für Heimtiere vermuten.

Umfrage
Servieren Sie Ihrem Hund Barf-Menus?

Dass das Rohfleisch-Futter Krankheitserreger beinhalten und verbreiten könnte, wurde bereits vermutet. Nun zeigen Forschende der Universität Zürich, dass es zudem eine Quelle multiresistenter Bakterien ist, die auch für den Menschen gefährlich werden können. Davon berichten die Forschenden um Roger Stephan von der Universität Zürich im Fachblatt «Royal Society Open Science».

Resistente Keime im Futter

Die Wissenschaftler untersuchten 51 Rohfleisch-Futterproben von verschiedenen Anbietern in der Schweiz, wie die Uni Zürich in einer Mitteilung festhielt. Über die Hälfte der Proben (61 Prozent) enthielt Bakterien, die gegen Breitband-Antibiotika resistent sind.

73 Prozent der Futterproben überschritten den Richtwert für Enterobakterien. Zwei Proben enthielten Salmonellen, zwei antibiotikareistente Escherichia-coli-Bakterienstämme. Letztere trugen ein Resistenz-Gen, das sich auf andere Bakterien übertragen kann und eine Resistenz gegen das Reserveantibiotikum Colistin vermittelt.

«Dass wir bei über 60 Prozent der Proben ESBL-bildende Bakterien gefunden haben, ist wirklich erschreckend», liess sich Studienautorin Magdalena Nüesch-Inderbinen in der Mitteilung zitieren. «Darunter waren auch einige Escherichia-coli-Typen, die bei Menschen und Tieren Infektionen auslösen können.»

Hygiene und Vorsicht nötig

Die Forschenden sehen in der Fütterungsmethode einen bedeutenden Risikofaktor für die Übertragung antibiotikaresistenter Keime. Tierbesitzer kommen zum einen bei der Zubereitung des Futters mit den Bakterien in Berührung. Zum anderen ist die Übertragung auch durch engen Kontakt zwischen Haustier und Menschen im gleichen Haushalt möglich.

Die Wissenschaftler plädieren daher für strikte Hygiene bei der Zubereitung des Futters. «Die Tierhalter sollten sich des Risikos bewusst sein, dass ihr Tier vielleicht multiresistente Bakterien in sich trägt und diese verbreiten kann», so Nüesch-Inderbinen. In einer früheren Studie hatten die Forschenden bereits festgestellt, dass Bakterienstämme, die gegen Breitband-Antibiotika immun sind, bei Hunden und Katzen weit verbreitet sind.

(fee/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 16.10.2019 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Auftraggeber der studie

    Ist wohl pedigree pal? Die wahrheit ist doch, dass die futterproduzenten statt zucker zu reduzieren einfach ein diabetes futter zum doppelten preis rausbringen! Das ist nur ein beispiel von vielen... würden sie ihren kinder nur ausschliesslich fertig fast food anbieten? Und auch mit der aufteilung bin ich nicht einverstanden. Barfen ust die ausnahme, die mehrheit macht sich diesen aufwand nicht!

    einklappen einklappen
  • Familie Barf am 16.10.2019 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Multiresistenzen überall

    Nicht nur Hundebesitzer sollten sich bewusst sein, dass der Hund oder sie selbst diese Erreger in sich tragen. Träger dieser Keime sind auch "Nicht-Hundebesitzer" und "Nichttierbesitzer". Diese Keime sind bereits vielfach in der Bevölkerung vorhanden und durch übermässige Antibiotikagaben menschgezüchtet. Und vielleicht sollte die Dame auch mal das Essen von den Menschen untersuchen. Auch da wurden bereits vielfach solche Keime nachgewiesen. Auch in Rohkost und Salaten. Also lasst mich meinen Hund füttern, wie ich will. Ich schreibe auch niemanden vor vegan oder sonstige zu essen.

    einklappen einklappen
  • Trix am 16.10.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte mehr Details

    Von wem sind die untersuchten Proben? Welche Alternativen gibt es? Soll man das Rohfleisch erhitzen? Wenn ja, auf wieviel Grad?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • E. W. am 17.10.2019 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gut

    Ich halte bei Hunden und Katzen von Rohfütterung nichts. Da unsere Katze 2003 Katzenwahnsinn bekommen hatte und der Hund im gleichen Jahr Hundewahnsinn. Beide mussten deswegen eingeschläfert werden. Deshalb halte ich davon nichts. Meine Grossmutter hatte diese Tiere immer roh gefüttert

  • G. am 17.10.2019 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute studie, vom Bund unterstitzt

    Gute studie, teilweise vom Bund finanziert. Schau docu einfach die Studie nach online, alle haben zugriff

  • Remy am 17.10.2019 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nur im Barf?

    Wenn es ja im Fleisch vorhanden ist, dann auch in dem welches der Mensch isst. Und wenn wir es dann blutig oder gar Roh essen ( Tartar etc) ? Somit wären ja Millionen Menschen damit verseucht oder ? Ich barfe meinen Hund fröhlich weiter. Smile

    • E. W. am 17.10.2019 18:48 Report Diesen Beitrag melden

      En Guete

      Ich esse kein rohes Fleisch und Fisch. Ihnen dabei en Guete

    einklappen einklappen
  • Rolihündeler am 17.10.2019 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Artikel lesen hilft

    Statt gldich nach dem Titel in die Tasten zu hauen und seinen Frust rauslassen. Es geht hier um handelsübliche, sprich kaufbare, Barfmenus, nicht um die selbstzusammengestellten Zuhause. Wenn ich mir hier aber einige Kommentare durchlese, tun mir einige Hunde leid. Zuckerrüben? --> karies Und bitte lasst auch die Vergleiche mit dem Wolf, der funktioniert ganz anders als unsere Hunde. Nicht gegartes oder vorverdautes Gemüse kostet den Hundeorganismus extrem viel energie, weil er es nicht so gut verdauen kann. schaut ech nur maal an, was nach dem fressen von gras noch hinten rauskommt. Es ging in der Studie nicht darum, dass Hunde weniger lang leben, sondern darum, dass man damit öfter konfrontiert ist als man denkt. und wer jetzt anfängt alles zu desinfizieren: Fail die sind schon resistent. was spricht dagegen, dem hund das fleisch und gemüse kurz anzdünsten/braten?

  • Vani am 17.10.2019 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    nöö

    dieser beitrag ist totaler schwachsinn.. Habt ihr wirklich das gefühl das trockenfutter gut ist? Bitte Bitte liebe freunde.. liesst doch selbst die zusammensetzung vom futter durch! Ihr werdet überrascht sein was alles drin ist

    • Mama60 am 17.10.2019 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vani

      Ja steht meistens ganz kleingeschrieben auf der Rückseite der Packung. Was auf der Vorderseite angepriesen wird muss nicht unbedingt in grosser Menge im Futter sein.

    einklappen einklappen