Schlachtfeld gefunden

10. Dezember 2008 17:09; Akt: 10.12.2008 17:21 Print

Fund bringt Geschichtsbild ins Wanken

Archäologen haben zwischen Hannover und Göttingen ein römisches Schlachtfeld aus dem 3. Jahrhundert nach Christus entdeckt. Die Entdeckung bringe das bisherige Geschichtsbild ins Wanken, sagte der zuständige Landrat.

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Der Fund im Landkreis Northeim belege, dass die Römer auch 200 Jahre nach der Varus-Schlacht bei Kalkriese noch gross angelegte Militäraktionen im Inneren Germaniens durchgeführt hätten, sagte Landrat Michael Wickmann. Es handle sich um den Schauplatz eines Gefechts zwischen Römern und Germanen.

Es handle sich um das am besten erhaltene Schlachtfeld aus römischer Zeit, sagte Wickmann. Von dem Areal seien bisher schon 600 Fundstücke geborgen worden, vor allem Waffen und Waffenteile. Dadurch würden «faszinierende Einblicke in ein dramatisches Kampfgeschehen» ermöglicht.

Bereits vor fünf Jahren hatten Archäologen im Bundesland Niedersachsen die Spuren eines rund 2000 Jahre alten Römerlagers gefunden. Das ursprünglich mit Erdwällen, Gräben und Palisaden befestigte Areal in der Nähe von Hedemünden hatte der römische Feldherr Drusus vor rund 2000 Jahren als Versorgungs- und Marschlager für seine Legionen genutzt.

Von dort aus unternahm der Schwiegersohn des Kaisers Augustus mehrere Feldzüge gegen die Germanen Richtung Elbe. Ausser dem Hauptlager gehörten zu der Befestigungseinrichtung mehrere Nebenlager in unmittelbarer Nachbarschaft und einige kleinere militärische Stützpunkte in einigen Kilometern Entfernung.

(sda)