Messungen

31. Januar 2016 11:36; Akt: 04.02.2016 21:17 Print

Gegend um Fukushima ist radioaktiv verseucht

Knapp fünf Jahre nach dem Super-GAU wirkt das Unglück von Fukushima noch nach: Auch in Gebieten ausserhalb der Sperrzone sind Grenzwerte massiv überschritten.

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Die Hilfsorganisation Green-Cross präsentierte in Zürich neue Messresultate. Knapp fünf Jahre nach dem Reaktorunfall in Fukushima sind auch Gebiete ausserhalb der Sperrzone noch radioaktiv verseucht. Das zeigen Messungen von Green-Cross, die am Samstag an der ETH Zürich anlässlich einer Tagung präsentiert wurden.

Der höchste Strahlungswert von 4,01 Mikrosievert pro Stunde wurde in der verlassenen Stadt Tomioka gemessen, wie die Umweltorganisation mitteilte. Laut dem Kernphysiker Stephan Robinson entspricht dies einer Jahresdosis von 35 Millisievert oder dem 35-fachen der internationalen Dosislimite für die Bevölkerung.

Aber auch ausserhalb des Sperrgebietes seien Dosisraten von bis zu 20 Millisievert pro Jahr gemessen worden, stellte der Bereichsleiter von Green-Cross fest. Die Analysen der Bodenproben zeigten zudem eine massive Überschreitung der Grenzwerte bei Alpha- und Betastrahlen. Diese seien besonders gefährlich, wenn sie über Lebensmittel in den Körper gelangten.

Risiko für Heimkehrer

Eine Rückkehr in Gebiete ausserhalb der Sperrgebiete sei auch heute noch mit Risiken verbunden. Lokale Erzeugnisse seien durch radioaktive Stoffe bedroht, die sehr langlebig und «unregelmässig wie Flecken auf einem Leopardenfell» verteilt seien.

Für die Bevölkerung bestehe die Gefahr von gesundheitlichen Spätschäden wie Krebs und genetischen Anomalien. Dies vor allem deshalb, weil die Menschen nicht hohen Strahlendosen ausgesetzt seien, aber chronisch belastet würden und das Risiko der Aufnahme von Radioaktivität durch die Nahrung hoch sei.

Laut Robinson werden Kompensationszahlungen nur im Fall von Evakuierungen geleistet. Dies gelte derzeit für die im Jahr 2011 erlassenen Sperrgebiete, jedoch nicht für andere, sichtlich belastete Gebiete wie Koriyama in der Präfektur Fukushima, aus dem zwei Proben von Green-Cross stammen.

Japan plane jedoch Anfang 2018 die Aufhebung des Evakuierungsbefehls für mehrere kontaminierte Sperrgebiet. Damit würden für 50'000 Personen die Kompensationszahlungen aufgehoben. Dies sei aus Sicht von Green-Cross nicht vertretbar, sagte Robinson.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.Gerber am 31.01.2016 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Halbwertzeit noch 8 flach gelegt

    Das geht nur noch ein paar tausend Jährchen ! Ein Klacks !

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  • Pasquale B. am 31.01.2016 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunschgrenze

    Tja Radioaktivität kennt halt keine Sperrzonen oder auch Landesgrenzen.

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  • marko 31 am 31.01.2016 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katastrophe

    Das was passiert ist tragisch

Die neusten Leser-Kommentare

  • Simon@ am 01.02.2016 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Messungen?

    20 mSv im Jahr? Soll das ein Witz sein? Das wäre das gleiche, wenn man von einem Tropfen Wodka sterben müsste. Erst ab 1000 mSv wird man Strahlenkrank! Wenn die Leute nur wüssten, was sie beim Rötgen, in den Bergen und im Flugzeug an Strahlung kassieren.

    • Oliver1893 am 02.02.2016 01:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Simon@

      wenn sie sich etwas informieren würden oder das denkzentrum einschalten würden, wüssten sie,dass es sich um einen langzeitwert handelt. msvt im jahr über lange zeit ist die zulässige höchstgrenze bei der keine beeinträhtigungen der gesundheit zu erwarten sind. bei 20 pro jahr passiert im ersten jahr vielleicht noch nichts aber uber längere zeit kann die gesundheit schaden nehmen. wie wenn sie 1 vodka pro tag ohne betrunken zu werden trinken können. und das über jahre ohne probleme. auch 20 vodka an einem tag machen noch nix ausser etwas kopfweh. aber jeden tag 20 vodka und sie haben bereits nach ein paar monaten gesundheitliche folgen.

    • Simon@ am 02.02.2016 05:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Oliver1893

      Was ist schlimmer 20 mSv pro Jahr oder Sekunde. Hier geht es um die eigentliche Dosis welche kassiert wird. Und glauben sie mir, dass ist soooooooo wenig das kein Mensch das in Ihrem Blut je nachweisen kann. Erst bei 450 mSv sind erste Bludbildveränderungen sichtbar. Der Zeitraum und der Wichtungsfaktor sind relevant.

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  • Sunflower am 01.02.2016 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zivilschutzanlagen frei?

    Mal rein hypothetisch. Falls wir wegen einem nuklearen Unfall in die Zivilschutzanlagen fliehen müssten...wären die nicht schon zu voll zurzeit - Ihr wisst warum?

    • brächi am 01.02.2016 22:29 Report Diesen Beitrag melden

      zivilschutzanlagen

      genau das habe ich mich auch schon gefragt, habe sogar für meinen Platz im Buncker bezahlt !!!

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  • Norber F. am 01.02.2016 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbst Schuld

    Die Natur holt sich zurück, was ihr einst gehörte.

  • äsä am 01.02.2016 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch

    ABER... Alle ihr Superschlauen, Fukushima ist nicht wegen eines Erdbeben zerstört worden, sondern von Riesigen Wellen. Und das kann ob ihr es goutiert oder nicht, bei uns nicht passieren. Fukushima hat nämlich schon Erdbeben stand gehalten, die bei uns in solch einer Stärke gar nicht vorkommen können.

    • Ton Ton am 01.02.2016 21:53 Report Diesen Beitrag melden

      Hier ist alles anders.

      Genau, nämlich. Und das Jahrhunderhochwasser, das das halbe Mittelland überschwemmte, kann eigentlich auch nicht passieren. Auf alle Fälle nicht in den nächsten 95 Jahren. Weil es ja nur alle hundert Jahre vorkommt. Jahrhunderthurricans häufen sich allerdings ein wenig im Gold von Mexiko. Aber klar doch: Unsere AKW sind die besten. Die laufen schon länger als alle andern und sind nicht kaputt gegangen. Beweis genug, oder?

    • Oliver1893 am 02.02.2016 01:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @äsä

      und von was wurde die welle ausgelöst? geeeenauuuuu, von nemo!! ursprung der ganzen ereignisse war das erdbeben. das ist fakt. und doch, ein solches kann in der schweiz sehr wohl vorkommen. lies mal etwas über das grosse beben von basel zum beispiel.

    • Dr.Tepco am 02.02.2016 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Oliver1893

      Außerdem wäre es wiedermal Zeit für ein richtiges Erdbeben in Europa kommt früher oder später !

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  • Ruhmhold am 01.02.2016 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Vergleich die halbe Schweiz

    Die Gegend ist klar ausgedrückt 120 Km im Radius um Fukushima. Ein Vergleich Stecken Sie den Zirkel bei Mühleberg ein, Radius ca Zürich und ziehen Sie dann einen Kreis.