London

27. Februar 2020 15:16; Akt: 27.02.2020 15:16 Print

Geheimgang in britischem Parlament entdeckt

Bei Renovierungsarbeiten im britischen Parlament in London ist ein längst vergessener Durchgang aus dem 17. Jahrhundert wiederentdeckt worden.

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Der Palace of Westminster, Sitz des britischen Parlaments in London, hat schon viele Jahre auf dem Buckel und ist immer wieder für eine Überraschung gut – nicht nur politisch. So wurde nun bei Renovierungsarbeiten ein längst vergessener Durchgang aus dem 17. Jahrhundert wiederentdeckt. Laut Regierungsexperten ist der Gang für die Krönungsfeier von König Charles II. im Jahr 1661 gebaut worden. (Im Bild: Charles II.) Ihnen zufolge wurde der geheimnisvolle Weg seit mehr als 70 Jahren nicht mehr betreten. (Im Bild: Lindsay Hoyle, Sprecher des britischen Unterhauses, beim Betreten des lange vergessenen Gangs) Der Durchgang mit hölzernen Deckenbalken aus der Zeit seiner Entstehung habe sich hinter einer kleinen Holztür befunden, erklärten Historiker. Er führte demnach aus der Westminster Hall heraus, ... (Im Bild: historische Aufnahme von Westminster Hall) ... dem einzigen Parlamentsgebäude, das einen verheerenden Brand im Jahr 1834 ... (Im Bild: Gemälde «The Palace of Westminster on Fire, 1834») ... überlebt hatte. (Im Bild: Gemälde «The Palace of Westminster, viewed from the Thames after the fire») Dieser Plan aus dem Jahr 1834 zeigt, wie die Gebäude vor dem Feuer angelegt waren. «Es ist unglaublich, dass dieser Gang im Laufe der Jahrhunderte von so vielen wichtigen Personen benutzt wurde», sagte Hoyle über die Entdeckung. So sollen der berühmte Chronist von Charles II., Samuel Pepys, und der formell erste Premierminister Grossbritanniens, Robert Walpole (Bild), den Gang genutzt haben.

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Der Gang sei für die Krönungsfeier von König Charles II. im Jahr 1661 gebaut worden, erklärten Regierungsbeamte am Mittwoch. Ihnen zufolge wurde der geheimnisvolle Weg seit mehr als 70 Jahren nicht mehr betreten.

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Der Durchgang mit hölzernen Deckenbalken aus der Zeit seiner Entstehung habe sich hinter einer kleinen Holztür befunden, von der die meisten Menschen wohl angenommen hätten, dass sich dahinter ein Stromkasten verberge, erklärten Historiker. Er führte demnach aus der Westminster Hall heraus, dem einzigen Parlamentsgebäude, das einen verheerenden Brand im Jahr 1834 überlebt hatte.

«Fan von Ould Ale»

Nachdem der Gang 1807 zugemauert worden sei, sei er im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Brand geöffnet und 1851 wieder geschlossen worden, erklärten Experten. An den Wänden befinden sich noch Inschriften der Maurer aus dem 19. Jahrhundert, darunter der Spruch eines offensichtlich grossen Bierliebhabers: «Dieser Raum wurde von Tom Porter gemauert, der ein grosser Fan von Ould Ale war.»

Bei Gebäudearbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Durchgang entdeckt, eine elektrische Beleuchtung installiert und die kleine Holztür eingesetzt. Das kleine Schlüsselloch in der Tür geriet laut Historikern jedoch schnell in Vergessenheit – bis heute.

«Es ist unglaublich, dass dieser Gang im Laufe der Jahrhunderte von so vielen wichtigen Personen benutzt wurde», sagte Lindsay Hoyle, Sprecher des Unterhauses, über die Entdeckung. So sollen der berühmte Chronist von Charles II., Samuel Pepys, und der formell erste Premierminister Grossbritanniens, Robert Walpole, den Durchgang genutzt haben.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fränkieboy am 27.02.2020 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Seit 70 Jahren vergessen

    aber Details weiss man, wann und durch wen der Gang benutzt wurde. Geht mir irgendwie nicht auf

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  • Dr. No am 27.02.2020 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shaken not stirred

    James Bond hatte ihn auch schon gekannt.

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  • Techno Oldie am 27.02.2020 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Charles II

    Es war der Brexit von Charles II

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hsg ökonom am 28.02.2020 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    endlich freieheit

    Das ist der Geheimgang weg von der sozialistischen EU. UK wird jetzt ein florierender Bankenplatz für geheime Gelder wie Zug. Sozialsystem runterfahren. Harte Bedingungen für Arbeiter und Arbeitslose. Endlich Freiheit.

  • FPSZ am 28.02.2020 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Der wahre Brexit

    Jetzt finden die tatsächlich einen geheimen Ausgang. Hätte auch früher passieren können.

  • Realist am 28.02.2020 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schaut auf Bern nicht immer in Ausland.

    Ist im Bundeshaus Bern nicht anders. Etliche Hintertürchen und versteckte Lifte.

  • Thomas am 28.02.2020 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Märchenstunde

    Die Märchenstunden hören ja nicht mehr auf... Leute, was soll das? "Man" weiss ganz genau über solche "Geheimgänge" Bescheid und über noch viel anderes...! Verarschen kann ich mich selbst ;-)

    • Peter Zyler am 28.02.2020 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Und welcher Typ bist Du?

      Schau Thomas, es gibt 2 Typen an Menschen: Jene bei denen der Humor beim Koronavirus aufhört, und jene, bei denen der Humor dort erst beginnt

    • Thomas am 28.02.2020 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Zyler

      Ja Peter, wird Zeit, dass die Zeit im Irrenhaus zu Ende geht. Man kann ja alles mit Humor nehmen, aber nur dann, wenn man einiges weiss und aufgehört hat zu glauben. Wenn es so weiter geht gibts den Bürgerkrieg noch früher als ich gedacht hatte. Die Kabale und die Tiefenstaaten haben bereits verloren und versuchen noch möglichst viel Chaos zu erzeugen wie ein totes Huhn das noch rumrennt ohne Kopf....

    • Peter Zyler am 28.02.2020 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      Das ist aber schade ...

      ... wenn die Zeit im Irrenhaus zu Ende geht. Hat nicht unlängst ein grosser Schweizer Schriftsteller den Spruch geprägt: Nur im Irrenhaus sind wir noch frei?

    • Thomas am 28.02.2020 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Zyler

      Nun, das Irrenhaus - das ich sehe - hat mit Freiheit eher wenig zu tun. Wir sind ja alle wie Tiere im Zoo geboren worden und wissen gar nicht, was wahre Freiheit bedeutet. Dabei kann man mit dem Thema Mensch vs. Person anfangen und mit der Frage, was wir überhaupt sind...

    • Peter Zyler am 28.02.2020 13:48 Report Diesen Beitrag melden

      Maschendrahtzaun

      Das sind wichtige Fragen. Eine andere Frage, ist, wo man denn persönlich den Zaun hinsetzt. Zoo-Tiere setzen ihn naturgemäss eher eng. Mein Zaun hingegen deckt sich eher mit den Grenzen des Universums...

    • Thomas am 28.02.2020 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Zyler

      Schön Peter, die geistigen Grenzen... das ist schon mal ein Anfang. Massgebend sind aber schon die physichen Pfeiler, die uns ein paar wenige Zoowärter vorgeben und die wir noch selbst und freiwillig wählen... Peter wir sollten mal ein Bier trinken gehen - von mir aus auch ein Corona... schönes Wochenende und geniessen wir die Show :-)

    • Zoe Hüppi am 28.02.2020 23:19 Report Diesen Beitrag melden

      They aint no sun

      Kaum wieder im Land und was sehe ich da. Goodfellow-Peter in Bestform und hochphilosophisch im Gespräch mit Thomas vertieft !!! Hoffe, Du hast trotz Handshake-Verbot Moni viele Daumen gegeben unten!?!

    • Peter Zyler am 29.02.2020 12:50 Report Diesen Beitrag melden

      Pura vida!

      Siehe da, die Wilde Zoe ist wieder da! Weils so schön zu diesem Thread passt, du weisst aber schon über die Bedeutung deines Vornamens. Eigentlich ist das heutige Wort Zoo ein Widerspruch in sich selbst. Wollte zuerst bei Mona posten, stieg dann aber in die Philosophien von Thomas ein. und Daumen für Mona gab es trotz Korona!

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  • Mona aus Zug am 28.02.2020 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Britanniens Seele reloaded

    Solche Geschichten widerspiegeln die Seele Britanniens total (habe selber irische Vorfahren). Jedem heute geläufige Figuren wie Q oder James Bond und deren Geheimtüren, sind nicht einfach aus dem Nichts entstanden. Solche, für mich absolut nicht überraschende Entdeckungen, belegen dies klar.

    • Robd am 28.02.2020 07:59 Report Diesen Beitrag melden

      Klar

      Heute hakt Q Computer, im Mittelalter braute er offenbar Bier

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