Macht der Moneten

27. Januar 2015 19:04; Akt: 27.01.2015 20:05 Print

Geld macht nicht glücklich – aber weniger traurig

Dass viel Geld langfristig glücklich macht, ist ein Mythos. Doch nun zeigen Forscher: Es hebt zumindest die Stimmung.

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Wer ein dickes Portemonnaie hat, hat weniger Sorgen und ist demnach glücklicher. So heisst es. Doch wissenschaftlich bewiesen ist das nicht. Im Gegenteil. So machen grosse Summen auf dem Konto zwar zufriedener, aber glücklicher durchs Leben gehen lassen sie einen noch lange nicht. Das haben verschiedene Studien gezeigt.

Doch warum ist Geld für viele dann trotzdem so wichtig? Um das herauszufinden, haben kanadische Forscher um Kostadin Kushlev von der University of British Columbia das jährliche Haushaltseinkommen von 12'000 Probanden erfragt. Die Daten übertrugen sie in eine Skala von 1 (weniger als 5000 US-Dollar) bis 16 (mehr als 150'000 US-Dollar). Zudem erhoben sie das Gefühl von Glück oder Traurigkeit an einem zufällig ausgewählten Tag und weitere Faktoren, die Glück und Unglück beeinflussen können, wie Stress, Schmerzen oder Müdigkeit.

Wer kein Geld hat, ist trauriger

Die Auswertung bestätigte, was schon andere Studien gezeigt hatten. Nämlich, dass es keinen Zusammenhang zwischen einem dicken Bankkonto und Glück gibt. Dafür entdeckten Kushlev und seine Kollegen einen zwischen Vermögen und Traurigkeit, wie sich im Fachjournal «Social Psychological & Personality Science» berichten.

Kein Widerspruch

Was auf den ersten Blick merkwürdig erscheinen mag, ist aus Sicht der Forscher logisch. Denn wer nicht traurig ist, ist nicht automatisch glücklich, und umgekehrt.

Dass das (Nicht-)Vorhandensein von Geld nur eines der beiden Gefühle beeinflusst, erklären die Forscher so: Wer wohlhabend ist, der hat womöglich eher das Gefühl, Schwierigkeiten meistern zu können, als weniger Wohlhabende. Oder wie die Hochschule Kushlev zitiert: «Der Vorteil eines hohen Einkommens liegt eher im Abfedern negativer Gefühle als im Heraufbeschwören positiver.»

(fee)