Psychiatrie

12. Juni 2015 14:45; Akt: 12.06.2015 14:45 Print

Genies und Wahnsinnige teilen sich das gleiche Gen

Viele äusserst kreative Menschen haben mit schweren psychischen Krankheiten zu kämpfen. Nun konnten Forscher zeigen, weshalb dem so ist.

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Vincent van Gogh, Pablo Picasso, David Foster Wallace: Diese – und viele andere – Namen (siehe Bildstrecke) fallen immer dann, wenn es darum geht, zu belegen, dass Genie und Wahnsinn nah beieinander liegen.

Dass dem tatsächlich so ist, davon sind auch Forscher der Universität Newcastle überzeugt. Ihrer Studie aus dem Jahr 2005 zufolge teilen sich kreative Menschen nämlich bestimmte Persönlichkeitsmerkmale mit schizophrenen Personen. Andere Wissenschaftler kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

Erhöhtes erbliches Risiko

Jetzt legen ihre Kollegen vom King's College in London nach. Ihnen zufolge haben psychische Erkrankungen und Kreativität den gleichen genetischen Ursprung, wie sie im Fachjournal «Nature Neuroscience» berichten.

Für die Studie hatte das Team um Robert Power das Erbgut von über 86'000 Isländern untersucht und nach einem Zusammenhang zwischen Kreativität und psychischen Erkrankungen gesucht. Als kreativ wurden dabei Personen eingestuft, die als Schauspieler, Tänzer, Musiker, Schriftsteller oder bildende Künstler arbeiteten.

Die Auswertung zeigte, dass das erbliche Risiko für Schizophrenie und eine bipolare Störung bei den kreativen Teilnehmern deutlich grösser war als bei jenen, die weniger künstlerisch waren.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zoe. am 12.06.2015 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Makes sense

    Das erstaunt mich nicht. Kreative, überdurchschnittlich intelligente Menschen nehmen ihr Umfeld viel genauer wahr. Sie sehen Dinge, die anderen Menschen gar nicht auffallen. Dass das nicht nur positive Konsequenzen hat, ist leicht nachvollziehbar. Die Kunst liegt wohl darin genial zu sein und - statt daran zu verzweifeln - sich auf das Schöne zu konzentrieren.

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  • Noemi Brünnler am 12.06.2015 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht neu

    Uralte Erkenntnis. Es stellte schon J.W. v.Goethe richtig fest: "Hauchdünn nur ist die Wand, die das Genie vom Wahnsinn trennt."

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  • Beobachter am 12.06.2015 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Heute Wahnsinn Morgen Genie

    Unterschied von Genie & Wahnsinn ist ein schmaler Grad. Der Unterschied liegt im Betrachter :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • S. E. am 12.06.2015 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und dann gibt es noch diejenigen

    die zwar Krank aber nicht berühmt waren. Einsteins Sohn, wunderbarer Klavierspieler, ich glaub mit abgeschlossenem Medizin Studium verbrachte sein Leben in der PUK.

  • Nathalie Kessler am 12.06.2015 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht neu.

    Alte Erkenntnis. Schon der Dichter J.W. v.Goethe sagte: "Hauchdünn nur ist die Wand, die das Genie vom Wahnsinn trennt."

  • St. Erbsli am 12.06.2015 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich will von meinem Wahnsinn leben

    Als psychisch Erkrankte entdecke ich gerade meine kreative Ader und es macht eben "wahnsinnig" Spass, damit meinen Weg gefunden zu haben.

    • Zoe. am 12.06.2015 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      @ St. Erbsli

      Toll! Ich freue mich, dass du einen Weg gefunden hast damit umzugehen... Hoffentlich auf viele schöne Kunstwerke :-)

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  • Noemi Brünnler am 12.06.2015 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht neu

    Uralte Erkenntnis. Es stellte schon J.W. v.Goethe richtig fest: "Hauchdünn nur ist die Wand, die das Genie vom Wahnsinn trennt."

    • Martin am 13.06.2015 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Goethe

      Es hat ja auch niemand behauptet das es eine neue Erkenntnisse ist, sondern es geht um den Wissenschaftlichen Beweis und die Bestimmung der Ursache. Oder hat geordnet Goethe auch schon von genetischen Merkmalen geschrieben?

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  • Zoe. am 12.06.2015 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Makes sense

    Das erstaunt mich nicht. Kreative, überdurchschnittlich intelligente Menschen nehmen ihr Umfeld viel genauer wahr. Sie sehen Dinge, die anderen Menschen gar nicht auffallen. Dass das nicht nur positive Konsequenzen hat, ist leicht nachvollziehbar. Die Kunst liegt wohl darin genial zu sein und - statt daran zu verzweifeln - sich auf das Schöne zu konzentrieren.

    • wahnsinnig scharfsinnig am 12.06.2015 18:22 Report Diesen Beitrag melden

      Oh ja...

      @Zoe. Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Es ist manchmal schwer auszuhalten, wenn man das Umfeld, die Nuancen des menschlichen Verhaltens, die Zusammenhänge genauer wahrnimmt. Es gibt ein treffendes, jüdisches Sprichwort dazu: " Je scharfsinniger, desto wahnsinniger"...

    • Ich Du Wir am 13.06.2015 08:48 Report Diesen Beitrag melden

      Oh! jeh!

      Vielen Dank! scharfsinnig wie ich bin... ...aber mein mann macht mich wahnsinnig!

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