Neues Verfahren

25. Juli 2018 09:48; Akt: 25.07.2018 12:28 Print

EuGH blockiert breiten Einsatz der Genschere

Das EU-Gericht in Luxemburg hat ein Grundsatzurteil gefällt: Mit der Mutagenese-Technologie manipulierte Pflanzensorten gelten rechtlich als gentechnisch verändert.

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Lebensmittel, die mit der neuen Methode verändert wurden, müssen gekennzeichnet werden. (Bild: Keystone/Gregor Fischer)

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Der EU-Gerichtshof (EuGH) blockiert in einem Grundsatzurteil den Weg für den breiten Einsatz eines umstrittenen Gentechnikverfahrens. Mit der Mutagenese-Technologie manipulierte Pflanzensorten gelten rechtlich als gentechnisch verändert, wie das EU-Gericht mitteilte.

Damit unterlägen diese Pflanzensorten grundsätzlich den in der GVO-Richtlinie vorgesehenen Verpflichtungen, heisst es im am Mittwoch in Luxemburg publizierten Urteil.

In der Folge müssten die auf diesem Wege bearbeiteten Pflanzen auch als «gentechnisch veränderte Organismen» gekennzeichnet werden. Die EU macht im GVO-Bereich strenge Auflagen.

Gemäss den Luxemburger Richtern sind von dieser Verpflichtung nur jene mit Mutagenese-Verfahren gewonnenen Organismen ausgenommen, die seit langem als sicher gelten.

Konkret dreht sich der Fall um die sogenannte Genscheren- oder Mutagenese-Technologie, mit der das Erbgut von Pflanzen schneller und gezielter verändert werden kann als bisher. Geklagt hatte ein französischer Bauernverband.

(sda/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tech Nicker am 25.07.2018 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deklarationspflicht

    Und das ist gut so! Jeder soll s lber entscheiden kônnen was er isst. Aber eine Kennzeichnungspflicht ist ein MUSS! Ich würde es nicht kaufen

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  • A.albert am 25.07.2018 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Pflicht

    Richtig so. Gentech muss gekennzeichnet werden, egal bei welchen produkten

  • Heidi Heidnisch am 25.07.2018 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht deklarieren?

    Wenn diese Frankensteingewächse doch so gesund und harmlos sind, wie die GMO-Propaganda es erzählt, warum wurde dann so vehement gegen eine Deklarationspflicht gekämpft?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • renate am 26.07.2018 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Gestern war im 10:10 ein Biologe der zugab,dass die Folgen solcher Genmanipulation gar nicht bekannt sind. Ja sagt mal; wird da einfach mal drauflos geforscht OHNE klar zu wissen was man da macht???? ich bin entsetzt!!!

    • Alberto am 26.07.2018 09:52 Report Diesen Beitrag melden

      @renate

      Natürlich ist das so. Darum heisst es ja auch Forschung. Man erforscht etwas. Wenn es erforscht ist sieht man dann das Resultat. Man kann nicht an etwas forschen wo man schon im Vornherein weiss was dabei herauskommt. Das würde sich dann zum Beispiel Kontrolle oder Analyse nennen.

    • Pete am 26.07.2018 10:13 Report Diesen Beitrag melden

      @renate

      Das ist eben die Bescheidenheit eines Forschers, ein Wissenschaftler wird nie behaupten alles zu wissen. Die Folgen jeglicher Genveränderung, ob gezielt durch den Menschen oder natürliche Mutation, sind nicht bekannt. Trotzdem wird das eine streng reguliert und in gewissen Ländern gar von vorneherein verboten, während das andere ungeprüft und unkontrolliert verbreitet werden darf. Wo ist da die Logik? Wären einheitliche Sicherheitsstandards ungeachtet der Herstellungsmethode nicht sinnvoller?

    • jasmin am 26.07.2018 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      Dsa ist der Sinn von Forschung

      Das ist immer so bei Forschung. Wenn man schon alles wissen würde, müsste man ja nicht mehr forschen. Und zum Teil werden Dinge auch zufällig entdeckt, während man an etwas ganz anderem forscht. War z.B. beim Penicillin so.

    • renate am 26.07.2018 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pete

      Lieber Pete Eigentlich müsste man schon wissen, was man davon hat. Aus der Vergangenheit sollte man sowas vorher tun, schliesslich kann jedermann in den Geschichtsbüchern lesen, wohin Fehlforschung führen kann. Wünschte persönlich, man hätte das Vor der Erfindung der Atombombe gemacht... die Welt wäre weniger gefährlich...

    • M Mueller am 26.07.2018 21:34 Report Diesen Beitrag melden

      @renate

      Ja, aber viele Entdeckungen in der Medizin hätte es eben auch nicht gegeben. Es gibt immer Vor und Nachteile. Alles in allem geht es uns heute ziemlich viel besser als vor 150 Jahren, meinen Sie nicht?

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  • Herr Paternoster Live us de Chelle am 25.07.2018 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Genschere, erinnert mich stark an, denn sie Wissen nicht was sie tun.

  • Heidi Heidnisch am 25.07.2018 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht deklarieren?

    Wenn diese Frankensteingewächse doch so gesund und harmlos sind, wie die GMO-Propaganda es erzählt, warum wurde dann so vehement gegen eine Deklarationspflicht gekämpft?

    • Pete am 25.07.2018 20:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi Heidnisch

      Weil es geschäftsschädigend ist. Die Öffentlichkeit hat sich, wie Sie eindrücklich demonstrieren, längst den Bären von den ach so gefährlichen "Frankensteingewächsen" aufbinden lassen. Selbst wenn es das gesündeste Essen der Welt wäre (und das ist es vermutlich sogar) würde es mit einem entsprechenden Stempel niemand kaufen wollen. Die Dreistigkeit und Ironie dieser Geschichte ist kaum zu fassen - die Anti-GMO-Kampagne pocht auf vermeintliche Transparenz, um die Kunden dadurch noch mehr in die Irre zu führen.

    • Ein Leser am 25.07.2018 20:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Pete

      Ach was, ganz klar sollten die genmanipulierten Pflanzen deklariert werden, dann kann jeder selber entscheiden ob er sie kaufen will oder nicht. Wir wissen gar nichts, Gentech kann evtl. auch Krebs erzeugen es gibt diverse Studien dazu, die von den Grosskonzernen zurückgehalten werden und von den Medien zensiert werden. Es spielen alle schön mit, so soll es auch sein.

    • Heidi Heidnisch am 25.07.2018 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pete

      Wenn ich mir die unendliche Weisheit betrachte, die hinter dem ausgeklügeltsten Biocomputer, genannt Natur, steckt, dann wird es eher unwahrscheinlich, dass scheuklappige Lohn-Wissenschaftler im Auftrag von GMO-Multis, etwas davon auch nur annähernd so gut, geschweige denn besser zu schaffen vermöchten.

    • Dr. D am 25.07.2018 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ein Leser

      Gentech verursacht Krebs?!? Das sagt nur jemand mit Halbwissen, welches noch falsch ist ;-)

    • Georg Bauer am 26.07.2018 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi Heidnisch

      Liebe Heidi Die Natur hat dafür Millionen von Jahren und Millionen von Irrtümern gebraucht. Bei der heutigen Bevölkerungsentwicklung haben wir diese Zeit nicht.

    • Heidi Heidnisch am 26.07.2018 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Georg Bauer

      Bisher haben besagte Wissenschaftler aber erstaunlich viele Irrtümer hervorgebracht, dafür dass wir die Zeit dafür nicht haben.

    • ich lass es lieber am 26.07.2018 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pete

      Wollen/würden Sie im Korb mit Früchten, sowas auswählen???

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  • Heidi Heidnisch am 25.07.2018 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deklarationspflicht

    In Amerika haben die GMO Multis Dollars im zweistelligen Millionenbeträgen ausgegeben, um eine allgemeine Deklarationspflicht zu verhindern. Leider ist ihnen das ganz knapp gelungen. Umso dankbarer bin ich dafür, dass die EU da nicht mitzieht.

    • MeinSenf am 25.07.2018 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi Heidnisch

      Vetstehst Du überhaupt um was es hier wissenschaftlich/technisch geht?

    • Heidi Heidnisch am 25.07.2018 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MeinSenf

      GMO bedeutet Genetically Modified Organism. Durch Einsatz der Genschere wird ein Organismus logischerweise zu einem GMO.

    • Heidi Heidnisch am 25.07.2018 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi Heidnisch

      Momentan sind 5000 (!) Klagen hängig gegen Monsanto, einer der grossen Protagonisten beim GMO-Business, wegen Vertuschung von Krebsgefährdung durch Glyphosat. Soll ich dieser Firma tatsächlich vertrauen, und deren GMO-Produkte konsumieren? Und die paar wenigen, verbliebenen Monopolisten auf dem Gebiet gaben mich bisher von ihren ethischen Grundsätzen auch nicht überzeugen können.

    • M Mueller am 26.07.2018 09:21 Report Diesen Beitrag melden

      Missverständnis

      Heidi, Leider verstehen Sie die Sache nicht: Die Genschere hinterlässt keinen Abdruck. Das ist anders als bei früheren Techniken. Man kann nicht unterscheiden ob jemand diese Variante gezüchtet hat, oder sie mit der Genschere hergestellt hat. Wie wollen Sie also kontrollieren?

    • Heidi Heidnisch am 26.07.2018 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M Mueller

      Ein Ansatz ist sicher schon mal, die Genschere ganz zu blockieren. Es kann ja nicht sein, dass die Kontrolle für die Verträglichkeit für Mensch und Umwelt beim Produzenten liegt, wie das vielfach in Amerika leider bereits der Fall ist. Wenn Nachkontrollen beim Endprodukt nicht möglich sind, dann können wir nur auf Whistleblower hoffen, oder nur noch pflanzliche Nahrung aus bio-dynamisch gezogenen Samen zu uns nehmen.

    • Dr. D am 26.07.2018 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi Heidnisch

      Grosse Firmen wollen mit allen Technologien Geld verdienen und ist eine andere Diskussion. Die Gentechnik zu verteufeln weil gewisse Firmen diese Technik ihrer Meinung nach unethisch einsetzen ist sehr kurzsichtig. Diese Technologie enthält noch sehr viel GUTES ungenutztes Potential.

    • Heidi Heidnisch am 26.07.2018 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. D

      Ich verteufle nicht die Technologie. Ich messe die Anwender an ihr n Früchten. Und diese schmecken mir gar nicht. Bevor nicht greifende Kontrollmechanismen möglich sind, lehne ich Gentechnik, vor allem im Bereich Ernährung, ab. Sonst geht es uns wie mit der Radioaktivität, deren Schädlichkeit Jahrzehnte lang geleugnet wurde, trotz erschreckender Beweise für die Gefährlichkeit derselben.

    • Dr. D am 26.07.2018 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi Heidnisch

      Gentechnik mit radioaktiver Strahlung gleichsetzen?!? Ihre Antwort bestätigt, dass Sie keine Ahnung haben wovon sie sprechen. DNA enthält Baupläne für Proteine. Alle Proteine bestehen aus Aminosäuren. Also Sie, ihre Nahrung, ihre Haustiere, ja alle Lebewesen bestehen daraus. Wenn Sie etwas essen, zersetzt Ihre Verdauung diese Eiweisse wieder in Aminosäuren, welche in Ihr Blut gelangen und in Ihren Körper eingebaut oder verwertet werden. Dieser Prozess ist identisch ob das zu verdauende Eiweiss von einen ursprünglichen Bauplan stammt oder gentechnisch eingefügt wurde.

    • Dr. D am 26.07.2018 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi Heidnisch

      Diabetiker spritzen sich bereits seit den 80er Jahren gentechnisch hergestelltes Insulin DIREKT in die Blutbahn. Das wäre viel schlimmer als transgenes Essen zu verdauen. Interessanterweise hat damit aber niemand ein Problem...

    • Heidi Heidnisch am 26.07.2018 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. D

      Richtig, aber bisher konnten wir der Natur vertrauen. Wir wussten was giftig, nahrhaft, schmackhaft oder berauschend war, und Mutationen erfolgten mit dem Fluss der Evolution. Unkontrollierte Genmanipulation durch Menschen kann hingegen kaum vertraut werden, denn sie wissen nicht, was sie tun. Oder doch? Z.B.:Monsanto schmuggelt ein mutiertes Gen in die Nahrung, das unsere DNS derart verändert, dass ohne gewisse Medikamente von Bayer, ein Überleben nicht mehr möglich ist. Monsanto hat bisher bei der Gewinnoptimierung grosse Skrupellosigkeit und keine Bedenken wegen Kollateralschäden bewiesen.

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  • Erman am 25.07.2018 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Alles gelogen

    Ich glaube nicht dran. Da wurde sicher eine Lücke gelassen, um den Konzernen Spielraum zu lassen. Traurig, dass die Menschen immer noch so leichtgläubig sind :'(